Vertragsauflösung Scholl und ARD beenden Zusammenarbeit

Die ARD und Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl gehen getrennte Wege. Beide Parteien haben sich auf eine Vertragsauflösung geeinigt. Scholl war seit 2008 Fußballexperte, hatte sich zuletzt jedoch mit dem Sender gestritten.

Mehmet Scholl
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Mehmet Scholl


Mehmet Scholl und die ARD haben ihre Zusammenarbeit beendet. Scholl war neun Jahre lang Fußballexperte im Ersten, zuletzt war es aber wegen der Doping-Berichterstattung im Rahmen des Confed Cup in Russland zum Disput gekommen.

"Ich bedanke mich für tolle und ereignisreiche Jahre als Experte bei der ARD, es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht", sagte Scholl. Für die ARD äußerte sich Sportkoordinator Axel Balkausky: "Wir bedanken uns bei Mehmet Scholl für die großartige Zusammenarbeit mit einem meinungsstarken, streitbaren und originellen Experten, der unsere Sendungen extrem bereichert hat."

Auf die Meinungsverschiedenheit vor Beginn der Übertragung vom ersten Halbfinale zwischen Portugal und Chile beim Confed Cup gingen beide nicht ein. Damals hatte die ARD über die Doping-Anschuldigungen gegen Russland berichtet. Scholl war dabei zunächst überraschend nicht wie üblich als Experte im Studio. Er sagte später, das Thema habe "nichts in der Sendung verloren" gehabt.

Zuletzt hatte sich Balkausky auf der Homepage des Bayerischen Rundfunks noch für einen Verbleib Scholls bei der ARD ausgesprochen.

mru/sid

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insgesamt 89 Beiträge
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Papazaca 10.08.2017
1. Wir werden es überleben
Ich kenne die Probleme nicht im Detail - wie wahrscheinlich kaum jemand, der nicht beteiligt ist - ist auch egal. Ich fand Scholl war ein guter Kommentator. Aber trotzdem hält sich der Verlust in Grenzen. Viel mehr kann ich da nicht sehen, besonders, weil uns da die Detailkenntnisse fehlen. Also das Wichtigste: Wir werden es überleben.
humble_opinion 10.08.2017
2. Schade
Ich habe Scholl wegen seiner Kommentare schätzen gelernt. Er hat eine eigene Meinung, die er auch vernünftig vertreten kann. Manchmal amüsant, wenn er einen Spruch raushaut, auch wenn Humor in Sportsendungen nicht immer sonderlich gut ankommt. Er hat einen Riesenschatz an Erfahrungen durch den FCB und die Nationalmannschaft. Sollen wir denn nur noch durch so glatt gebügelte Moderatoren/Kommentatoren wie z.B. Frau Müller-Hohenstein "unterhalten" werden? Oder Gerhard Delling, der früher wirklich witzig-kritisch war, aber inzwischen auch nur noch vorgestanzte Texte aufsagt?
schreiber5.3 10.08.2017
3. Kein Verlust - vielleicht ja für ihn selbst
Nun, sooo überragend waren seine Kommentare nun auch wieder nicht.Man hatte oft das Gefühl, wenn Interview-Partner dabei waren, dass sie ihn nicht besonders mochten. Denn eine echt gute Kommunikation kam dabei nicht heraus. Er kann sich ja nun wieder als Trainer beweisen, aber er wird wohl ebenso wenig engagiert werden wie uns "Loddar".
jeze 10.08.2017
4. Gute Entscheidung
Da ist er konsequent, der Herr Scholl. Meines Erachtens geht es Scholl auch keines Falls um Berichte über Doping, sondern ihm war völlig klar, in welche Richtung die Berichterstattung nächstes Jahr bei der WM laufen sollte: das übliche Russland-Bashing. Jetzt beim Confed-Cup gab es bereits einen Vorgeschmack darauf. Da wollte er wohl kein Teil davon sein. Gute Entscheidung.
diorder 10.08.2017
5. Hat Scholl Angst vor Doping-Enthüllungen ?
Vielleicht vor Enthüllungen auch in Deutschland oder bei den Bayern ? Mich wundern die unterschiedlichen Erschöpfungssymtome und die Verletzungen nach 90 Mnuten Höchstleistungen bei Fußballern: Herz-Kreislauf scheint gut "eingestellt" zu sein. Keine japsenden Spieler wie früher. Allerdings sind die vielfältigen muskulären Probleme schon auffällig bis hin zu den zunehmenden Verletzungen in diesem Bereich. Mein medizinischer Experte in diesem Bereich Sport vermutet, dass die durch Epo und artverwandte Medikamente sowie regelmäßige Schmerzmitteleinnahme gesteigerte Ausdauerleistungen vom übrigen Körper - vor allem im muskulären Bereich - nicht zu bewältigen ist. Auch nicht durch verstärktes Training oder Physiotherapie. Obwohl in diesen Bereichen doch schon Erhebliches geleistet wird. Erst die Langzeitfolgen machen diese Überforderungen deutlich: Ein mir bekannter Leistungssportler berichtete mir schon vor Jahren, dass nicht nur er, sondern auch viele seiner ehemaligen Kameraden morgens nur rückwärts die Treppen heruntersteigen können - mit großen Schmerzen verbunden. Ohne regelmäßigen Schmerzmittel nicht zu ertragen. Eine Umfrage unter ehemaligen Hochleistungssportlern dazu wäre mal interessant.
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