Umstrittene Kritik Kramer bedauert "Menschenhandel"-Äußerung

Mit seiner Äußerung im SPIEGEL hat Christoph Kramer Aufsehen erregt: Er verglich den Profifußball mit Menschenhandel. Nun bedauert er den Vergleich. Er sei dem Sport "unheimlich dankbar".

Weltmeister Kramer (vorne): Unzufrieden über Vertragssituation
DPA

Weltmeister Kramer (vorne): Unzufrieden über Vertragssituation


Hamburg - Nationalspieler Christoph Kramer bedauert nach eigenen Angaben seinen Vergleich des Fußballgeschäfts mit Menschenhandel. "Ich entschuldige mich dafür. Der Profifußball hat mit Menschenhandel wirklich gar nichts zu tun. Ich bin sogar unheimlich dankbar für dieses Leben", zitiert die "Bild"-Zeitung den Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach.

Die Äußerung Kramers stammt aus einem SPIEGEL-Interview. Der Weltmeister hatte darin betont, trotz seines am Saisonende auslaufenden Leihvertrags nicht zwingend zu Bayer Leverkusen zurückkehren, sondern selbst über seine Zukunft bestimmen zu wollen. Für seinen Vergleich hatte Kramer unter anderem von Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl Kritik bekommen.

Seiner Unzufriedenheit über seine vertragliche Situation hatte Kramer zuvor bereits in mehreren Interviews Luft gemacht. Der Leverkusener Sportdirektor Rudi Völler betonte indes, Kramers Rückkehr stehe fest. Bei Bayer hat der 23-Jährige noch einen Vertrag bis 2017.

buc/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
höngg 21.08.2014
1.
Ach, jetzt knickt er ein? Dafür hatte er sich eigentlich schon zu weit aus dem Fenster gelehnt. Auch wenn er natürlich nicht am längeren Hebel sitzt, ist der Rückzieher jetzt schon recht peinlich. Einen Dienst hat er sich damit nicht geleistet. Der Löw mag auch keine Spieler mit Meinung oder Charakter.
eigene_meinung 21.08.2014
2. Menschenhandel
Menschenhandel ist das moderne Fußballgeschäft sicher, aber auch sehr lukrativ für die gehandelten Menschen (im Gegensatz zu sonstigem Menschenhandel). Aber auch im ganz normalen Geschäftsleben gibt es diese Art Menschenhandel, nämlich wenn Firmen fusionieren, ausgliedern, eingliedern, ... - ohne Rücksicht auf die betroffenen Mitarbeiter, die dabei meist in jeder Hinsicht den Kürzeren ziehen.
untertage 21.08.2014
3. Kramer...
Das System "Geld" und seine Vertreter haben den Jungen aber schnell wieder zur Raison gebracht!
Muhli9 21.08.2014
4. Die Wahrheit ist kein gerngesehener Faktor...
...auf diesem Planeten. So einfach ist das. Dann macht man natürlich gerne einen Rückzieher, wenn man Millionen mit dem System verdient, was man gerade noch (zu recht) negativ kritisiert hat. Auch eine Charakterschwäche.
nasicherdoch 21.08.2014
5. Schnell zurückgerudert,
der, erst jetzt im System angekommende, junge Vorlaute. Obwohl er natürlich recht hat , mit dem Begriff "Menschenhandel". Aber eben legalisiert durch die unterschriebenen Verträge von ehrgeizigen, mit Edelkohle geköderten Fußballern.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.