Messi, Ronaldo und Co. Spaniens Spitzenfußballer streiken

In Spanien wird am Wochenende kein Fußball gespielt: Die Profis der Primera und Segunda División konnten sich im Streit um ausstehende Gehaltszahlungen nicht mit der Liga einigen. Der letzte Vermittlungsversuch scheiterte am Freitag.

Barça-Profi Messi (r.): Kein Spiel am Wochenende
AFP

Barça-Profi Messi (r.): Kein Spiel am Wochenende


Hamburg - Jetzt ist es offiziell: Der erste Spieltag der spanischen Fußballligen Primera División und Segunda División muss wegen des Spielerstreiks verschoben werden. Der letzte Versuch einer Einigung zwischen der Liga LFP und der Spielergewerkschaft AFE scheiterte am Freitagmittag, etwa 28 Stunden vor dem geplanten Saisonbeginn. Dies erklärte Liga-Präsident José Luis Astiazarán auf einer Pressekonferenz.

"Wir haben unsere Positionen heute noch einmal klargemacht. Sie liegen weit auseinander. Wir konzentrieren uns jetzt darauf, den zweiten Spieltag zu retten", sagte Astiazarán. Die Spieler streiken, weil die Clubs insgesamt 50 Millionen Euro Gehaltszahlungen schuldig geblieben sind. Insgesamt sollen über 200 Profis betroffen sein.

Auf ihrer offiziellen Webseite bezeichnet die Liga den Streik als "ungerechtfertigt" und "sinnlos". Am Samstag und Montag um jeweils 10.15 Uhr sollen weitere Gespräche folgen.

Eigentlich sollen Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Co. am 20. und 21. August die neue Saison eröffnen. Die zweite Liga hätte bereits am Freitag starten sollen. "Alle Spieler stehen hinter dem Streik. Ich kann versichern, dass nicht gespielt wird", hatte Real Madrids Torhüter Iker Casillas schon vor Tagen gesagt.

Ziel der AFE ist es, ein Tarifabkommen mit der Profi-Liga LFP abzuschließen. Sie tritt dafür ein, dass in Spanien eine Regelung wie in Deutschland, England oder den Niederlanden eingeführt wird, wo finanzschwache Clubs keine Lizenzen erhalten. Die spanischen Proficlubs sind mit insgesamt rund vier Milliarden Euro verschuldet. Die LFP soll den Spielern einen Notfall-Fonds in Höhe von 40 Millionen Euro angeboten haben. Der AFE war dies aber zu wenig. Bereits ein erstes Treffen am Mittwoch war ergebnislos verlaufen.

Der Ausstand ist der fünfte Streik in der jüngeren Geschichte des spanischen Profi-Fußballs. In der Zeit von 1979 bis 1984 hatte es vier Arbeitskämpfe gegeben. Zuletzt gab es 2010 zwei Streikdrohungen, die aber noch rechtzeitig zurückgenommen wurden.

chp/dapd/dpa/sid



insgesamt 22 Beiträge
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tobyasd, 19.08.2011
1. Wunderbar!
Das ist doch mal was! Fällt das schuldenfinanzierte Kartenhaus der spanischen Liga zusammen? Und dann das italienische! Ich finde, das wäre zu begrüßen. Dann könnten da wieder etwas normalere finanzielle Verhältnisse einkehren...
x3Ray 19.08.2011
2. Infos?
Mir fehlt hier ne ganze Menge an Informationen. Ein Anfang wäre es, mal zu erfahren, welche Vereine über ihre Verhältnisse leben (das sind ja eben nicht alle) und die Spieler nicht mehr bezahlen können bzw. wollen. Außerdem verstehe ich nicht, warum so etwas keine Konsequenzen hat - die UEFA müsste in solchen Fällen ganz klar mit internationalen Sperren drohen, wenn schon die spanische Liga gegen das jahrezehntelange Misswirtschaften nichts unternimmt.
MartinB. 19.08.2011
3. Wunderbar +1
Im Ausland wird sich hemmungslos verschuldet, und hierzulande wird der Amateurfußball den Begehren der Spitzenclubs geopfert, weil man "mithalten" will / muß. Jetzt wird mal klar, wohin das führt.
redkiller 19.08.2011
4. Sollen die doch streiken
Zitat von sysopIn Spanien*wird am Wochenende kein Spitzenfußball gespielt: Die*Profis*der Primera División konnten sich im Streit um ausstehende Gehaltszahlungen nicht*mit der Liga einigen.*Der letzte Vermittlungs-Versuch*scheiterte am Freitag. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,781277,00.html
Sehr schön wenn die Streiken , gibt es auch keine Werbegelder und statt dessen wird die solide wirtschaftende Bundesliga verstärkt weltweit übertragen. Das bringt für Deutsche Fussball-Profis und vereine mehr Geld, hoffentlich streiken die lange.
Gandhi, 19.08.2011
5. Wuuste ich es doch,
Zitat von redkillerSehr schön wenn die Streiken , gibt es auch keine Werbegelder und statt dessen wird die solide wirtschaftende Bundesliga verstärkt weltweit übertragen. Das bringt für Deutsche Fussball-Profis und vereine mehr Geld, hoffentlich streiken die lange.
dass Sie als Kommunistenfresser nicht etwa den Umstand, dass den Spielern ihnen zustehende Gehaelter vorenthalten werden, kritisieren, sondern gleich eine Chance wittern, daraus Profit zu schlagen.
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