DFB-Rücktritt Hoeneß tritt nach

Scharfe Kritik aus München: Bayern-Boss Uli Hoeneß gibt sich erleichtert über den DFB-Rücktritt von Mesut Özil und sagt, Özil verstecke "seine Mist-Leistung" hinter seinem Foto mit Erdogan.

Uli Hoeneß
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Uli Hoeneß


Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat Mesut Özil nach dessen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in drastischer Form kritisiert. "Ich bin froh, dass der Spuk vorbei ist. Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt. Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen", sagte Hoeneß der "Sport Bild" vor dem Abflug des deutschen Rekordmeisters zu einer Testspielserie in die USA.

Die Entwicklung in unserem Land sei, so Hoeneß weiter, "eine Katastrophe. Man muss es mal wieder auf das reduzieren, was es ist: Sport. Und sportlich hat Özil seit Jahren nichts in der Nationalmannschaft verloren."

Özil schied bei der WM in Russland mit Deutschland in der Vorrunde aus. Seine Leistung blieb wie die der Teamkollegen hinter den Erwartungen zurück. Viele Experten sind sich jedoch einig: Der 29 Jahre alte Özil gehörte noch zu den besseren deutschen Spielern bei der WM, das zeigen seine Werte gegen Südkorea: Im dritten Vorrundenspiel bereitete er die meisten Abschlüsse vor. Sieben Mal brachte Özil seine Mitspieler in Situationen, die zu Torschüssen führten. Der Profi des FC Arsenal gewann zudem 62,5 Prozent seiner Zweikämpfe - ein solider Wert für einen offensiven Mittelfeldspieler.

Hoeneß ignoriert diese Zahlen. Er sagt, Özil verstecke "sich und seine Mist-Leistung hinter diesem Foto. Außerdem sagte Hoeneß: "Seine 35 Millionen Follower-Boys - die es natürlich in der wirklichen Welt nicht gibt - kümmern sich darum, dass Özil überragend gespielt hat, wenn er einen Querpass an den Mann bringt."

Özil hatte am Sonntag erstmals über sein mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gesprochen und war nach 92 Länderspielen aus dem DFB-Team zurückgetreten. Der 29-Jährige kritisierte in einem Statement die Medien und den Deutschen Fußball-Bund (DFB), insbesondere attackierte er Präsident Reinhard Grindel. Er kritisierte "Rassismus und fehlenden Respekt". Grindel unterstellte er "Inkompetenz".

Hier finden Sie weitere Reaktionen zum Rücktritt von Mesut Özil:

jan

insgesamt 166 Beiträge
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Flachlandprophet 23.07.2018
1. kein guter Stil
Der Hoeneß ist über 60 und selbst kein Kind von Traurigkeit, da sollte man vielleicht nicht so schnell aus der Hüfte schießen und sich zum Anwalt von Ethik und Moral aufspielen. Aber irgendwie auch typisch für unsere heutige Gesellschaft - jeder weiß es...aber keiner macht es besser.
longtawan 23.07.2018
2. Von den Offiziellen kommt ...
... wie in den vergangenen Tagen und Wochen nur noch unreflektiertes Zeug. Özil, ohne einen Funken Selbstkritik, aber in der Sache durchaus nachvollziehbar, ist als Sportler ja noch halbwegs hinzunhemen, aber Politiker und Funktionäre, die sich als Repräsentanten und Gestalter gerieren und solchen Mist ablassen, sind einfach nur peinlich!
dreg1691 23.07.2018
3. Unser Ulli also.
Das war zu befürchten. Unser immer ordentlicher, gerechter aber vorbestrafter Ulli wirft mit Dreck. Das sein Bayernblock bei der WM TOTAL versagt hat wird nicht erwähnt. Einer der bayerischen Hauptsponsoren tritt ebenso wie Erdogan die Menschenrechte mit den Füßen.
mankannnurstaunen 23.07.2018
4. Aha,
Herr Hoeneß scheint heut mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein. Darüberhinaus hat er offenbar eine Wahrnehmungsstörung. Fakt ist: Mesut Özil war bei der WM einer der wenigen guten Spieler der "Mannschaft". Es nützte aber nix, da ja zu einer Fußballmannschaft nicht 3 sondern 11 Leute gehören.
brunoswelt 23.07.2018
5. Sehr richtig, Herr Höneß
volle Zustimmung zu Uli Höniß. Was für ein Pamphlet des MÖ. Drei teile und dann (warum auch immer?) in Englisch. Keine Selbstkritik, statt dessen wieder Respekt von Erdogan, der unsere (seine?) Bundeskanzlerin auf das derbste beschimpft hat. Ich kann es auch nicht mehr hören, diese "Rassismus-Keule". Ich frage mich zuidem immer wieder, welche "Rasse" ein MÖ meint. Türken und Deutsche sind meines Wissens beide Vertreter der Kaukasier, oder? Schön hätte ich einen Standpunkt des MÖ zu den Werten unserer Bundesrepublik gelesen. So verstärkt sich der Eindruck, daß er zawr hier groß geworden ist, eigentlich aber den türkischen Werten eher verbunden ist.
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