Özils Vater über seinen Sohn "Er ist geknickt, enttäuscht und gekränkt"

Die Erdogan-Affäre, die Bierhoff-Aussagen, die WM: Mesut Özil schweigt weiterhin. Nun äußerte sich Vater Mustafa Özil in einem Interview: "An seiner Stelle würde ich sagen: Dankeschön, aber das war's."

Mesut Özil
AFP

Mesut Özil


"Eine Frechheit" findet Mustafa Özil, seien die Aussagen von DFB-Manager Oliver Bierhoff gewesen, mit denen er Mesut Özil einen großen Teil der Verantwortung für das WM-Aus zuschob. "Sie dient meiner Meinung nach nur dazu, die eigene Haut zu retten." Das sagte der Vater des Nationalspielers in einem Interview mit der "Bild am Sonntag".

Mustafa Özil war bis 2013 Berater seines Sohnes, danach trennten sich ihre Wege, beide hätten nur noch sporadisch Kontakt. In der Affäre um das vor der WM entstandene Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nimmt Özil senior seinen Sohn in Schutz. Es sei "keine so gute Idee", aber eben auch sicher kein politisches Statement seines Sohnes gewesen: "Es war Höflichkeit."

Eine Bitte von einem Mann wie Erdogan auszuschlagen, hätte sein Sohn, den er als "schüchtern, fast scheu" charakterisiert, schlicht als extrem unhöflich empfunden. Dass ausgerechnet diese Aktion so heftig diskutiert wurde, habe ihn gewundert: "Es gibt so viele Verbindungen im Fußball, über die man debattieren kann. Beim Foto von Mesut aber war der Aufschrei so groß, dass ich dachte: Was ist denn jetzt los?"

"Wir gewinnen zusammen, aber verlieren wegen Özil?"

Auf die Frage, warum Mesut Özil sich bis heute nicht geäußert habe, sagt sein Vater: "Er ist geknickt, enttäuscht und gekränkt. Und ja: auch beleidigt." Sein Sohn könne nicht verstehen, wie ihn die eigenen Fans auspfeifen und als Sündenbock hinstellen können. "Es heißt immer, wenn wir gewinnen, gewinnen wir zusammen. Aber wenn wir verlieren, verlieren wir wegen Özil?" Der 50-Jährige erinnerte an 2010, als Özil in einem Länderspiel gegen die Türkei ausgepfiffen wurde: "Ich hätte da hingeworfen."

Ob Mesut Özil diese Gedanken dieser Tage ebenfalls durch den Kopf gehen? Vermutlich. Sein Vater jedenfalls sagt: "Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich sagen: Dankeschön, aber das war's. Dafür ist die Kränkung dann doch zu groß. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung."

sak



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