Aubameyang-Nachfolger So gut passt Batshuayi zum BVB

Michy Batshuayi soll bei Borussia Dortmund Pierre-Emerick Aubameyang ersetzen. Kann er das? Er kommt als Leihspieler vom FC Chelsea und gilt als schwieriger Charakter.

Michy Batshuayi
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Michy Batshuayi

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Bitte, wer?

Ein 24 Jahre alter belgischer Nationalspieler soll in der Rückrunde die Tore für den BVB schießen: Michy Batshuayi kommt vom FC Chelsea - und setzt die Tradition von Dortmunder Zugängen fort, bei denen am Tag der Verpflichtung das große Rätselraten über die korrekte Aussprache ihres Namens einsetzt.

Batshuayi ist 1,85 Meter groß und gilt als eines der größten Offensivtalente seines Landes. Über Standard Lüttich und Olympique Marseille fand er den Weg zum FC Chelsea, wurde an der Stamford Bridge den hohen Erwartungen ("der neue Didier Drogba") aber nur selten gerecht. Batshuayi begleitete zumindest in jungen Jahren der Ruf, nicht der pflegeleichteste Spieler zu sein: In Anderlecht war er als Jugendlicher aus disziplinarischen Gründen aus der Nachwuchsakademie geflogen, auch in der belgischen U21-Auswahl wurde er einst aus dem Kader gestrichen.

Wie sieht der Deal aus?

Der BVB verpflichtet Batshuayi zunächst für eine halbes Jahr, über eine mögliche Option darüber hinaus ist bisher nichts bekannt. Sein Vertrag in London läuft noch bis 2021. In Dortmund erhält er die Rückennummer 44 und kündigte bei Twitter an, den nun vakanten Job als Batman übernehmen zu wollen. Die Borussia kann sich auf einen weiteren extravaganten Stürmer freuen.

Ein Ringtausch macht den Transfer möglich: Pierre-Emerick Aubameyang wechselt für 63,75 Millionen Euro zum FC Arsenal, Olivier Giroud zieht in der Folge zum Londoner Stadtrivalen Chelsea weiterziehen - und Batshuayi darf nach Dortmund.

Wie gut passt er zum BVB?

Nimmt man allein die Phase seit dem Amtsantritt von Trainer Peter Stöger Anfang Dezember, lässt sich sagen: sogar besser als Aubameyang. Der Ex-Star der Borussia war ein herausragender Torjäger. Er hat aber auch Defizite: mit dem Rücken zum Tor und unter Gegnerdruck bekommt Aubameyang Probleme, Ablagen für nachrückende Spieler landeten oft nicht dort, wo sie ankommen sollten - nicht optimal für Stögers System.

Batshuayi ist körperlich robuster als Aubameyang, er lässt sich kaum einmal ins Mittelfeld fallen, er weicht nicht auf die Flügel aus, sein Platz ist vorne: zwischen den beiden gegnerischen Innenverteidigern. "Da, wo es weh tut", sagen Sportreporter dazu gern. Batshuayi bindet also seine Gegenspieler, mit kurzen Läufen in Richtung Tor zieht er die Bewacher mit sich, streckt damit die gegnerische Formation. Auch unter hohem Gegnerdruck gelingt es ihm, genaue Ablagen für die Teamkollegen zu spielen.

Er eignet sich als Tank, der Bälle festmacht, ebenso wie als Kombinationsspieler und Strafraumstürmer, der Hereingaben verwertet. Im Idealfall wird er in der Rückrunde für Stögers BVB, was Anthony Modeste in seiner 25-Tore-Saison für Stögers FC Köln war.

Kann er Aubameyang also ersetzen?

So spannend der Mix aus Technik, Torgefahr und Robustheit ist: An Aubameyangs Torquoten ist Batshuayi im Herrenbereich noch nicht herangekommen. In seiner erfolgreichsten Saison, 2015/2016 in Marseille, gelangen dem Stürmer 17 Tore und neun Vorlagen in 36 Ligaeinsätzen. Auf 90 Minuten hochgerechnet kam er da auf 0,8 Torbeteiligungen. Bei Aubameyang waren es in der Hinrunde 1,02, in der Vorsaison kam er sogar auf einen leicht besseren Schnitt (1,07).

Dass Batshuayi den BVB nun im Alleingang zur Vizemeisterschaft schießt, ist daher unwahrscheinlich. Dass sich der Transfer für die Borussia dennoch auszahlen wird, nicht. In Chelsea schaffte Batshuayi es zwar in zwei Jahren nicht zum Stammspieler, sorgte aber in den wenigen Spielminuten, die er bekam, stets für Gefahr - und für Tore. Und mit aktuell 24 Jahren ist der Belgier sogar schon weiter in seiner Entwicklung, als es der vier Jahre ältere Aubameyang zum gleichen Zeitpunkt war. Geht es nach dem Potenzial, kann auch Batshuayi zum Torjäger werden wie sein Vorgänger.



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keksen 31.01.2018
1.
Ich bin nu kein großer Fußballexperte, aber der Satz: "Dass Batshuayi den BVB nun im Alleingang zur Vizemeisterschaft schießt, ist daher unwahrscheinlich." passt sehr schön in die Diskussion zum Thema Spannung in der Bundesliga. Aber Zweiter sein, ist ja auch ganz schön.
Wolfgang Porcher 31.01.2018
2. und wie lange passt der Neue?
alle guten Spieler verlassen den BVB eiligst, warum? Gehören doch 2 Seiten dazu. Als erstes BIndeglied zum Vereinsvorstand, der Sportdirektor. Den hat noch keiner hinterfragt. und der hat ja entscheidend mit in Sachen Spielerpersonal zu tun. Sollte der BVB den Herrn Zorc besser mal auswechseln.
aurichter 31.01.2018
3. Ja mag sein
dass der Spieler weiter ist mit 24 Jahren als Auba zu der Zeit bzw in dem Alter, doch was nützt eine Spekulation, wenn der Spieler Spielpraxis sammeln soll und bei positiver Entwicklung im Sommer wieder den Abflug macht. Alles somit schön und gut, doch nur wirklich verwertbar, wenn er länger bleiben würde. Dies ist eben bei positiver Entwicklung nur sinnvoll für Chelsea. Beim BVB würde der Abgang dann wieder ein großes Loch reissen. Eine angedachte Verpflichtung von Modeste hätte da mehr Sinn ergeben. Schnell, trickreich, robust und mit dem notwendigen Instinkt, sowie einem längeren Vertrag, dies hätte Sinn gemacht und aus dem Fehler mit Köln nach dem Motto, besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Jetzt weiss Modeste um die Vorzüge des europäischen Fußball. Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah. Mit Stöger beim BVB hätte es m.E. gut funktioniert.
TheHitch 01.02.2018
4. Pöbeldi Pöbeldu
Zitat von Wolfgang Porcheralle guten Spieler verlassen den BVB eiligst, warum? Gehören doch 2 Seiten dazu. Als erstes BIndeglied zum Vereinsvorstand, der Sportdirektor. Den hat noch keiner hinterfragt. und der hat ja entscheidend mit in Sachen Spielerpersonal zu tun. Sollte der BVB den Herrn Zorc besser mal auswechseln.
Können Sie auch einen wirklichen Zusammenhang herstellen, oder wollen Sie einfach nur rumpöbeln?
TheHitch 01.02.2018
5. Zeit gewinnen
Zitat von aurichterdass der Spieler weiter ist mit 24 Jahren als Auba zu der Zeit bzw in dem Alter, doch was nützt eine Spekulation, wenn der Spieler Spielpraxis sammeln soll und bei positiver Entwicklung im Sommer wieder den Abflug macht. Alles somit schön und gut, doch nur wirklich verwertbar, wenn er länger bleiben würde. Dies ist eben bei positiver Entwicklung nur sinnvoll für Chelsea. Beim BVB würde der Abgang dann wieder ein großes Loch reissen. Eine angedachte Verpflichtung von Modeste hätte da mehr Sinn ergeben. Schnell, trickreich, robust und mit dem notwendigen Instinkt, sowie einem längeren Vertrag, dies hätte Sinn gemacht und aus dem Fehler mit Köln nach dem Motto, besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Jetzt weiss Modeste um die Vorzüge des europäischen Fußball. Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah. Mit Stöger beim BVB hätte es m.E. gut funktioniert.
Es geht in erster Linie darum, dass entstandene Loch zu füllen. Wie ist erst einmal ziemlich egal, denn im Winter sind die großen Transfers eher selten. Wir haben eine Unterstützung bis zum Sommer. In der Zeit kann man sich weiter umschauen. Es werden jeden Tag weitere auf das Karussell geworfen. Wer - ausser der Presse - hat denn wirklich von Modeste gesprochen? Es gab lt. Management nie eine Offerte oder ähnliches. Der ist gerade erst dem Geld nach China gefolgt…
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