DFB-Sieg gegen die Färöer: Nummer 69 fehlt

Von Benjamin Knaack

Deutschland vs. Färöer: Drei Tore, drei Punkte Fotos
Getty Images

Er schoss aus allen Lagen, doch den Tor-Rekord muss sich Miroslav Klose immer noch mit Gerd Müller teilen. Immerhin konnte sich der DFB-Stürmer über einen ungefährdeten Sieg gegen die Färöer freuen. Das Wichtigste zum DFB-Erfolg.

Die Ausgangslage: Die Färöer stehen derzeit in der Fifa-Weltrangliste auf Platz 175. Sieben Niederlagen, 22 Gegentore, null Punkte gab es bislang in der WM-Qualifikation. Deutschland hingegen ist die Nummer zwei in der Welt und Erster in der Gruppe C. Die Rolle des Favoriten war so deutlich verteilt, dass auf ein Casting getrost verzichtet werden konnte.

Euphoriebremse des Spiels: Schweden. Der einzig verbliebene Konkurrent der deutschen Nationalmannschaft im Kampf um Rang eins in der Gruppe C hatte durch seinen knappen 1:0-Sieg gegen Kasachstan eine mögliche vorzeitige WM-Qualifikation des DFB-Teams frühzeitig vertagt.

Zahl des Spiels: 3500. So viele Zuschauer sahen die Begegnung live im Tórsvøllur-Nationalstadion in der Hauptstadt Torshavn. Was nach unterer Tabellenhälfte der dritten deutschen Liga klingt, heißt auf den Färöern: ausverkauft. Das lag allerdings auch daran, dass das Stadion umgebaut wird - sonst finden dort immerhin 6000 Fans Platz.

Die erste Halbzeit: Potzblitz, wer hätte das gedacht: Der erste Torschuss des Spiels kam - von den Färingern! Frodi Benjaminsen zog ab, wurde aber geblockt von Jérôme Boateng - und bekam den Ball hart ins Gesicht. Und dann? Deutschland spielte wie zuletzt häufiger "Handball" um den gegnerischen Strafraum, traf erst die Latte, dann den Pfosten - um dann in der 22. Minute das 1:0 durch Per Mertesacker zu bejubeln. Der Abwehrspieler traf nach einer Ecke - und zeigte vor Freude seine Zunge.

Die zweite Halbzeit: Das Tempo, das schon in der ersten Halbzeit nachgelassen hatte, nahm auch in der zweiten Hälfte stetig ab. DFB-Torhüter Manuel Neuer musste gar zweimal eingreifen, allerdings waren es eher ungefährliche "Kreuzungen aus Flankenversuchen und Torschussimitaten", wie der Kollege Christian Paul im Liveticker schrieb. Das 2:0 durch Mesut Özil fiel, nachdem Thomas Müller einen Elfmeter (74.) herausholte. Müller selbst sorgte dann aus kurzer Distanz noch für ein ordentliches Endergebnis (3:0).

Unglücksrabe des Spiels: Miroslav Klose. Hätte nun endlich Gerd Müllers Rekord brechen können, schaffte es aber einfach nicht: Erst scheiterte er am gegnerischen Keeper (10.), dann am Pfosten (22.), dann mit einem Kopfball wieder am Torhüter (30.), dann pfiff ihn der Schiedsrichter wegen einer angeblichen Abseitsstellung zurück (eine Fehlentscheidung). Den Elfmeter überließ ihm Özil dann auch nicht. Der Schlussakkord (in Moll): Die Auswechslung in der 79. Minute.

Pfiff des Spiels: Elfmeter oder nicht? Da waren sich die Zuschauer im Stadion - und auch an den Bildschirmen - nicht ganz sicher. In der 73. Minute kreuzte Müller im Strafraum den Weg des Färingers Gregersen, der berührte den DFB-Profi äußerst sanft am Bein. Müller dankte es ihm und fiel. Schiedsrichter Gediminas Mazeika pfiff, zeigte Gregersen die Rote Karte - und Özil verwandelte den Strafstoß.

Trugschluss des Spiels: "Auf Kunstrasen läuft der Ball viel schneller", verriet Ex-Profi Mehmet Scholl am ARD-Mikrofon. Was für ein Irrtum! Auf den Färöern hatte man zeitweise das Gefühl, der Ball würde durch tiefsten Matsch von DFB-Profi zu DFB-Profi wandern. Übertrieben? Sicher. Aber hohes Tempo zeigten die Deutschen an diesem Abend nur sehr selten.

Enttäuschung des Spiels: Es gab zwar einen Elfmeter (das wissen Sie bereits), aber eben keinen starken Wind! Also musste auch niemand den Ball beim Strafstoß festhalten, was auf den Färöer erlaubt gewesen wäre. Schade, einen am Ball nestelnden Thomas Müller, der sich in letzter Sekunde vor dem heranschnellenden Özil in Sicherheit bringt, hätte man gerne mal gesehen.

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insgesamt 122 Beiträge
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1. Allemagne trois points
Levator 11.09.2013
Schlichter Arbeitssieg... Abwehr - so lala und leicht überrascht von gegnerischer Präsenz Mittelfeld - viel Glück bei "richtigen" Gegnern Sturm - Chancenverwertung unterdurchschnittlich Fazit: Teilweise recht ordentliche Kombinationen bis zum 16er, danach zu verspielt. Distanzschüsse nahezu Fehlanzeige, Standards (bis auf den Führungstreffer) verpufft... Nichtsdestotrotz wird es für Brasilien reichen. Auch wenn heute die Schluchtis und die Wikinger jeweils drei Punkte eingefahren haben...
2.
ChildInTime 11.09.2013
Zitat von sysop...waren es eher ungefährliche "Kreuzungen aus Flankenversuchen und Torschussimitaten", wie der Kollege Christian Paul im Liveticker schrieb. ...
Muss man das so überheblich formulieren? Ich dachte bisher, zu Sportsgeist und Fairness gehöre es, den Gegner zu respektieren, und nicht, sich über ihn lustig zu machen. Zum Klose-Hype: Werden wir ab jetzt nach jedem Spiel, in dem er nicht trifft, mit der 69 genervt? Meine Güte, auch Mertesacker wird Rekordtorschütze, wenn man ihn oft genug spielen lässt .... und auch wenn Klose auf 75 oder 80 kommt, ist seine Leistung mMn trotzdem nicht mit der Gerd Müllers vergleichbar.
3. Ein3:0 Auswärtssieg...
mittelerdling 11.09.2013
...ohne Glanz und Gloria. Genau das habe ich erwartet. Also Mund abputzen und weiter geht's. Und für all jene, die hier wieder schreien werden, dass wir 6, 8, oder 10:0 hätten gewinnen müssen: schon mal gegen einen Ball getreten? In einer Mannschaft gespielt? Selbst erlebt, wie schwierig das ist, gegen eine massive Abwehr anzurennen und auch mal durchzukommen? Ich freue mich auf eine lebhafte und niveauvolle Diskussion!! :-) MfG
4. Naja
copperfish 11.09.2013
Nichts gegen Klose, das ist einer der wenigen wirklich sympathischen Spieler, aber was soll das mit diesem komischen "Rekord"? Kleines, dickes Müller hat die gleiche Anzahl Tore in weniger als der Hälfte der Spiele gemacht. Und damals gab es kaum Spiele gegen Mannschaften, die bei uns in der 5. Liga gegen den Abstieg spielen würden. Selbst Klaus Fischer und Uwe Seeler haben eine Quote, die für Klose immer unerreichbar sein wird.
5.
bytemare 11.09.2013
Der Autor dieses Artikels hat in seinem bisherigen Leben noch nie ernsthaft Fussball selbst gespielt. Das ist ein Rückfall in den Rumpeljournalismus aus den Jahren 2002/2003.
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WM-Qualifikation: Die Unberechenbaren von der Insel

DFB-Kader gegen die Färöer
  • AFP
    Tor: René Adler (Hamburger SV), Manuel Neuer (Bayern München), Ron-Robert Zieler (Hannover 96)

    Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (FC Arsenal), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

    Mittelfeld: Sven Bender (Borussia Dortmund), Julian Draxler (Schalke 04), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (Real Madrid), Sidney Sam (Bayer Leverkusen), André Schürrle (FC Chelsea)

    Sturm: Mario Gomez (AC Florenz), Miroslav Klose (Lazio Rom), Max Kruse (Borussia Mönchengladbach)

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Top-Torjäger: Klose holt Gerd Müller ein

Deutschlands Spiele in der WM-Qualifikation
Datum Gegner Austragungsort
07.09.2012 Färöer (3:0) Hannover
11.09.2012 Österreich (2:1) Wien
12.10.2012 Irland (6:1) Dublin
16.10.2012 Schweden (4:4) Berlin
22.03.2013 Kasachstan (3:0) Astana
26.03.2013 Kasachstan (4:1) Nürnberg
06.09.2013 Österreich (3:0) München
10.09.2013 Färöer (3:0) Tórshavn
11.10.2013 Irland (3:0) Köln
15.10.2013 Schweden (5:3) Solna