US-Turnen Ausschuss ermittelt wegen Missbrauchsskandals

Das US-Repräsentantenhaus hat nach dem Urteil gegen den Teamarzt des US-Turnverbandes, Larry Nassar, wegen Missbrauchs weitere Ermittlungen angekündigt. Zahlreiche Sportorganisationen wurden um Stellungnahme gebeten.

Larry Nassar
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Larry Nassar


Nach dem Urteil gegen den ehemaligen Teamarzt des US-Turnverbandes Larry Nassar will das Repräsentantenhauses zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs im US-Sport beitragen. Das United States House Committee on Energy and Commerce, ein ständiger Ausschuss des Repräsentantenhauses, leitete Ermittlungen im organisierten Sport ein.

Zahlreiche Institutionen, darunter USA Gymnastics, das olympische Komitee der USA, die Michigan State University, das US-Schwimm-Team sowie das US-Taekwondo-Team, wurden in einem Schreiben um Stellungnahme zum dem Thema gebeten. Die Fragen stehen in Zusammenhang zum Fall Larry Nassar und sollen klären, wann die Verantwortlichen von den Vorwürfen gegen den Arzt Kenntnis hatten.

Bis zum 9. Februar erwartet der Ausschuss Antworten. Nassar war in dieser Woche zu einer Gefängnisstrafe von 175 Jahren verurteilt worden.

tip/Reuters



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Taktische Gnade 26.01.2018
1.
Ein Arzt, der das Vertrauen seiner Patientinnen missbraucht (und dann auch noch auf perfideste Weise), ist eine Schande für unseren Berufsstand. Es ist wünschenswert, dass dieses Exempel Wirkung zeigt und unstatthaftes Verhalten von Ärzten wirksam verhindert wird. Auch den deutschen Sport sehe ich da in der Pflicht - das hat nichts mit einem Vertrauensentzug zu tun. Wirksame Kontrolle verstärkt das gegenseitige Vertrauen und bildet die Basis einer professionellen Arzt-Patienten-Beziehung.
zaunreiter35 26.01.2018
2. Faszinierend!
Um es mal mit Mr. Spock zu sagen... Das Repräsentantenhaus nimmt sich also der Sache an. Es kocht sehr langsam hoch, aber es kocht. Da hab ich doch kürzlich einen Artikel gelesen zu Herrn Nassar und zur Uni of Michigan, wo war das nur? Ach..genau, heute und dort: http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/im-missbrauchsskandal-im-turnen-beweisen-larry-nassars-opfer-mut-15417255-p2.html Da hat sich das unnachgiebige Bohren der dicken Bretter durch Raisman, Douglas, Biles und co. fürs erste gelohnt, wenn nach dem Vorstand von US Gymnastics jetzt auch noch die Uni-Präsidentin von Michigan ihren Rücktritt ankündigt. Aber da muss noch mehr passieren, weil ja Raisman eine Veränderung der Kultur im Sport eingefordert hat. Fraglich ist, ob da US-Senatoren mithelfen können. Unwillkürlich muss ich da auch an us-soccer denken, denn "equality" alleine wird nicht das Hauptproblem der amtierenden Weltmeisterinnen sein, wenn eine Abby Wambach, die ich sehr schätze, aber in emotionalen Momenten um den WM-Sieg herum hinausposaunte, dass sie "alles" für den Verbandspräsidenten Sunil Gulati tun würde.
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