Mönchengladbach: Morddrohungen trieben Heynckes zum Rücktritt

Von Markus Tischler

Mehrere Morddrohungen, Spiele unter Polizeischutz: Jupp Heynckes begründet seinen Rücktritt als Gladbach-Trainer mit Fanattacken in "einer Dimension, die ich meiner Frau nicht länger zumuten kann". Der Verein habe noch erfolglos versucht, ihn umzustimmen.

Hamburg - Bereits im vergangenen Dezember hat Heynckes die erste von mehreren Morddrohungen erhalten. Er stand daraufhin bei den Partien in Bochum (15.12.) und Cottbus (27.1.) unter Polizeischutz. Dies bestätigte Willy Theveßen, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mönchengladbach, auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Die Drohungen sollen immer von der selben Person stammen, sagte Theveßen. Er kritisierte jedoch, dass der Trainer mit dieser Information an die Öffentlichkeit gegangen sei.

Jupp Heynckes: Rücktritt nach Morddrohungen
Getty Images

Jupp Heynckes: Rücktritt nach Morddrohungen

Heynckes hatte heute in einem Interview mit der "Rheinischen Post" die Drohungen als Grund für seinen Rücktritt beim derzeit Vorletzten der Bundesliga angegeben. Sie seien so ernst zu nehmen gewesen, dass er in Bochum und Cottbus von mehreren Polizisten in Zivil begleitet worden sei. "Am vergangenen Wochenende hat dies eine Dimension erhalten, die ich meiner Frau nicht länger zumuten kann", wird Heynckes zitiert.

Selbst ein Erfolg gegen Nürnberg am vergangenen Dienstag - die Partie endete 0:0 - hätte an seiner Entscheidung nichts geändert, der Entschluss habe schon vorher festgestanden. "Das Präsidium hat am Mittwochmorgen, als ich ihn als endgültig mitgeteilt habe, versucht, mich umzustimmen. Doch mein Entschluss ist wohl überlegt, auch wenn er mir sehr schwer gefallen ist, weil mein Herz an Borussia hängt und ich dem Verein eine positive Entwicklung zutraue", sagte Heynckes weiter, dessen Vertrag bis Ende Juni 2008 lief.

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Forum - Kommt die Wende noch in Gladbach?
insgesamt 31 Beiträge
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1.
effem25, 31.01.2007
Da der Trainer ja seiner Pflichten entbunden worden ist, geht es jetzt nach dem Motto: neues Spiel, neues Glück. Gladbach spielt zwar gegen den Abstieg, wird es dann aber gerade noch schaffen.
2.
edv3000 31.01.2007
---Zitat von effem25--- Da der Trainer ja seiner Pflichten entbunden worden ist ---Zitatende--- wer sagt das?
3.
Gast100100, 31.01.2007
Gladbachs Problem ist die fehlende sportliche Kompetenz in der Führungsebene. Die Transferpolitik der letzten Jahre ist die reinste Geldvernichtung. Warum wird eigentlich ein Peter Pander der das zu verantworten hat nicht näher beleuchtet. Der einzige Trainer der unter seiner Regie etwas länger arbeiten durfte hieß Wolfgang Wolf. Dann begann in WOB das Chaos was nun in MG herrscht. Bevor Pander ins Fußballgeschäft kam war er im Wolfsburger Eishockey tätig. Der damalige Zweitligist ging um 1995 in Konkurs.
4.
edv3000 31.01.2007
---Zitat von Gast100100--- Warum wird eigentlich ein Peter Pander der das zu verantworten hat nicht näher beleuchtet ---Zitatende--- das wird schwerlichst geschehen. fakt dürfte aber sein, dass ein überdurchschnittlich guter trainer mit einer durchschnittlichen mannschaft zurecht kommen muss. hoffentlich hält er noch drei bis vier spiele durch... mit sechs bis acht punkten sieht die welt dann wieder anders aus...
5. Borussia MG: Amateure in der Chefetage
juergene_mg 31.01.2007
Als langjähriger Anhänger kann man nur noch schreien; seit Monaten; Jupp Heynckes ist bestimmt ein netter Kerl, er war ein super Stürmer, er war sogar ein toller Trainer und auch ein Erfolgreicher, doch seit Jahren steht fest, daß er nicht mehr in die Bundesliga passt. Spätestens nach dem Auswärtsspiel in Frankfurt in der Hinrunde und den anschließenden Kommentaren des Jupp in den Medien war sonnenklar welch große Fehlentscheidung die Vereinsführung getroffen hatte. Die Experimente des Trainers waren/sind so katastrophal, daß Spieler wie z.B. der sonst weit überdurchschnittliche (Bundesliganiveau) Torwart, anfangen gravierende Fehler zu machen. Es kommt nicht darauf an, blindlings Spieler einzukaufen, die ein scheinbar günstiges Preis/Leistungsverhältnis haben. Gesucht sind Typen, die in ihren Rollen spielen können und einen Charakter haben, der diesem Mannschaftssport mindestens 34 Spiele pro Saison gerecht wird. Jede(r) Mannschaft/Verein gerät mal in eine Krise; was hier im Borussenpark seit einiger Zeit geschieht, war und ist vermeidbar. Unglaublich - schlimmer geht's nimmer
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