Gefängnisbesuch bei Mubarak: Zidan erbost Ägyptens Fußballfans

Eigentor von Mohamed Zidan: Der Ex-Profi von Borussia Dortmund und Mainz 05 hat den Sohn des gestürzten ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak im Gefängnis besucht. Nicht zum ersten Mal betont der Stürmer damit seine Nähe zum alten Regime. Viele Fans sind sauer.

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Mohamed Zidan: Mitleid mit Familie Mubarak

Hamburg - Zweimal hat er sein Nationalteam zum Gewinn des Afrika-Cups geschossen, Millionen Ägypter vergöttern ihn. Doch jetzt hat Ex-Bundesliga-Profi Mohamed Zidan den Zorn vieler Fans auf sich gezogen.

Die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete am Montag, dass der Fußballer Alaa Mubarak, den inhaftierten Sohn des gestürzten Diktators Husni Mubarak, im Kairoer Tora-Gefängnis besucht habe. "Er ist das erste Nicht-Familienmitglied, das die Mubaraks besucht, seitdem sie im April 2011 in Haft kamen", erklärte ein Sprecher der Sicherheitsbehörden. Wann der Besuch stattfand, sagte der Justizsprecher nicht.

Mubaraks Söhne Alaa und Gamal sind inhaftiert, weil gegen sie wegen illegaler Börsenspekulationen ermittelt wird. In einem Korruptionsverfahren sprach sie das Gericht am 2. Juni frei. Ex-Präsident Husni Mubarak, der ebenfalls im Tora-Gefängnis einsitzt, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Rauswurf aus dem Nationalteam

Wegen seiner Sympathien für den Ex-Diktator ist Zidan in Ägypten seit Monaten umstritten. Beim Empfang der Mannschaft nach dem Gewinn des Afrika-Cups 2010 küsste der ehemalige Mainzer dem Präsidenten demonstrativ die Hand. Nach der Revolution rechtfertigte er in einem Fernsehinterview die Geste damit, dass er Mubarak als "Vater aller Ägypter" geschätzt habe. Im Februar dieses Jahres äußerte er Mitleid mit dem Schicksal des gestürzten Diktators und seiner Familie.

Auf Twitter und Facebook machen viele Ägypter ihrem Ärger über den einstigen Nationalhelden Luft. Sie werfen ihm vor, all jene zu missachten, die unter Mubaraks Herrschaft gelitten haben.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der ägyptische Fußballverband Zidans Nationalmannschaftskarriere für beendet erklärt. Er hatte sich geweigert, mit dem Team zum entscheidenden Qualifikationsspiel für den nächsten Afrika-Cup in die Zentralafrikanische Republik zu reisen.

Der 30-Jährige flog stattdessen nach China, um mit einem namentlich nicht genannten Verein über einen Wechsel zu verhandeln. Mainz 05 wollte dem Ägypter für die Saison 2012/13 keinen neuen Vertrag geben. Nach einem 1:1-Unentschieden verpassten die Ägypter die Qualifikation.

syd

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