Champions League: Stinkefinger-Eklat auf Schalke

Unschöne Szenen beim Champions-League-Spiel von Schalke 04: Montpelliers Trainer René Girard zeigte Schalke-Coach Huub Stevens nach Spielende den ausgestreckten Mittelfinger. Stevens reagierte gelassen auf die Beleidigung.

dpa

Hamburg - Schalke-Trainer Huub Stevens war nach dem Spielverlauf gegen Montpellier bereits bedient, bevor es zum Eklat mit Montpelliers Trainer René Girard kam. Seine Mannschaft hatte am zweiten Spieltag der Champions League einen sicher geglaubten Sieg gegen den französischen Meister noch verspielt. In Überzahl kassierten die Schalker kurz vor Schluss den 2:2 (1:1)-Ausgleich. "Wir hätten das Spiel nach Hause bringen müssen. So einfach ist das", sagte Stevens. Zudem verletzte sich Torschütze Julian Draxler schwer und fällt mit einem Bruch der Speiche im linken Unterarm für drei bis vier Wochen aus.

Doch für Stevens gab es neben dem späten Ausgleich und der Verletzung Draxlers noch einen weiteren Grund zum Unmut. Stevens hatte sich schon während der 90 Minuten lautstarke Auseinandersetzungen mit Gäste-Trainer Girard an der Seitenlinie geliefert. Der Höhepunkt der Streitigkeiten spielte sich jedoch kurz nach dem Schlusspfiff ab, als Girard dem Niederländer den Mittelfinger zeigte und fehlenden Respekt beklagte.

Doch anstatt auf die Provokation einzugehen, reagierte Stevens nach Ende des Spiels gelassen. Er sah die obszöne Geste Girards zunächst nicht, erst später wurde sie ihm in einer Fernsehwiederholung gezeigt. "Das ist ein Niveau, auf das ich mich nicht begeben will", sagte der Schalke-Trainer beim TV-Sender Sky. Girard hätte bei jeder Szene eine Gelbe Karte für Schalke gefordert, das wäre kein Fair Play gewesen, so Stevens.

Unterstützung bekam Stevens von einem französischen Sportjournalisten: "Das war eine Schande. Ich gehe davon aus, dass er von der Uefa gesperrt wird. Er ist in Frankreich bekannt für seine Schelten gegen Kollegen oder Schiedsrichter", sagte "L'Equipe"-Chefredakteur Elie Barth bei Sky. Er sei schon etliche Male vom Ligaverband in Frankreich gesperrt worden.

Der 58-jährige Girard gilt als Heißsporn und wurde in den achtziger Jahren als Spieler dreimal Meister mit Girondins Bordeaux. Die Meisterschaft im vergangenen Jahr war sein größter Erfolg als Trainer. Zwischen 1998 und 2002 war er Co-Trainer der Nationalmannschaft. Jetzt drohen dem Franzosen möglicherweise Konsequenzen von der Europäischen Fußball-Union (Uefa).

rei/dpa

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