Nach Angriffen auf Messi Fifa sperrt Palästinas Fußballboss

Weil Argentinien ein Testspiel in Jerusalem bestreiten wollte, rief Dschibril Radschub dazu auf, Messi-Trikots zu verbrennen. Die Fifa hat auf die Attacken reagiert und Palästinas Fußballboss für ein Jahr gesperrt.

Dschibril Radschub
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Dschibril Radschub


Der Präsident des palästinensischen Fußballverbands, Dschibril Radschub, ist von der Fifa für zwölf Monate gesperrt und mit einer Geldstrafe von 20.000 Schweizer Franken belegt worden. Radschub hatte den argentinischen Verband scharf kritisiert und Fans dazu aufgefordert, Trikots von Lionel Messi zu verbrennen.

Die argentinische Nationalmannschaft um Superstar Messi wollte am 9. Juni in Jerusalem ein Testspiel gegen Israel bestreiten. Daraufhin rief Radschub dazu auf, Trikots und Poster von und mit Messi zu verbrennen, sollte dieser in Jerusalem auflaufen. Die Folge: Die Argentinier sagten das Länderspiel ab.

Der israelische Verband legte Beschwerde bei der Fifa ein und bezeichnete Radschubs Äußerungen als "physische und brutale Drohungen", die "jegliche rote Linie überschritten" hätten. Die Disziplinarkommission des Weltverbands reagierte mit der Sperre, weil sie Radschubs Aussagen "als Aufforderung zu Gewalt und Feindseligkeiten" ansieht.

Jerusalem ist einer der zentralen Streitpunkte im Nahostkonflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Israel hat den Ostteil der Stadt 1967 im Sechstagekrieg erobert. Die Palästinenser sehen dagegen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Staats Palästina. Das Testspiel der Argentinier sollte im Stadtteil Malha stattfinden, in dem früher ein palästinensisches Dorf stand.

aha/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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solapgir 24.08.2018
1. Schade das die FIFA politisch
Unterdrückte bestraft. Sie sollte Solidarität gegenüber einem unterdrückten und enteignetem Volk zeigen.
demiurg666 25.08.2018
2.
Typisch SPON. Israel-Kritiker werden ohne mit der Wimper zu zucken veröffentlicht. Repliken darauf werden unterdrückt. Warum? Vielleicht weil ich verallgemeinert habe, dies hat der erste Kommentar aber auch gemacht. Die Zensur hier wird immer widerlicher und einseitiger. Kein Wunder dass das Vertrauen in die Medien auf allen Seiten des politischen Spektrums abnimmt, das habt ihr euch selbst zuzuschreiben. Genauso wie das jeder Artikel über den Konflikt in Israel die Gegenschläge der Israelis als Aufmacher hat ud nur später im Artikel steht das vorher Raketen auf Israel abgefeuert wurden. Und jetzt das hier, ein Palästinenser ruft zum symbolischen Mord an einem Fußballspieler auf und der einzige veröffentlichte Kommentar darf das gutheißen. Besser ihr würdet die Kommentare komplett verbieten aber nicht dieses selektive Auswählen von Kommentaren die scheinbar willkürlich auf Grund der Vorliebe des Gehalts veröffentlicht werden.
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