Ausschreitungen im Relegationsspiel DFB ermittelt gegen Waldhof Mannheim

Mannheim hat den Aufstieg in die dritte Liga erneut verpasst. Nun droht dem Klub auch noch eine empfindliche Strafe. Der DFB-Kontrollausschuss kündigte nach dem Spielabbruch in der Relegation Ermittlungen an.

Michael Schultz
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Nach den massiven Ausschreitungen rund um das abgebrochene Rückspiel in den Playoffs um den Aufstieg in die 3. Liga am Sonntag droht dem Regionalligisten Waldhof Mannheim eine harte Strafe vonseiten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Kontrollausschuss hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Das bestätigte der DFB. Am Ende wird nach der erwarteten Anklage-Erhebung das Sportgericht über die Sanktion entscheiden.

Laut Reglement dürfte die Partie zwischen Mannheim und dem KFC Uerdingen, die in der 82. Minute beim Stand von 1:2 von Schiedsrichter Patrick Ittrich abgebrochen wurde, vom Sportgericht mit 2:0 für die Gäste gewertet werden. Das Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet. Nach dem 1:0 im Hinspiel würde Uerdingen aufsteigen. Mannheim dagegen wäre zum dritten Mal in Folge in den Playoffs gescheitert.

Die Mannheimer Polizei hatte am Montagmorgen das Fazit ihres stundenlangen Einsatzes rund um das Carl-Benz-Stadion und in der Stadt veröffentlicht. Insgesamt wurden vor, während und nach der Begegnung 45 Personen verletzt - darunter sechs Beamte. Zehn Randalierer wurden festgenommen, 24 Strafanzeigen gestellt. Nach der Auswertung der Videoaufnahmen könnte sich diese Zahl noch erhöhen.

Der Schiedsrichter hatte die Partie aufgrund des massiven Pyrotechnik-Einsatzes von Waldhof-Fans in Rücksprache mit der Polizei abgebrochen. Die Beamten sahen von einem Einsatz während des Spiels im Mannheimer Block ab, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Nach Informationen des "Mannheimer Morgen" fand in der Nacht zum Samstag eine Grillparty der Waldhof-Ultras im Stadion statt. Bei dieser Gelegenheit könnte verbotenes Material deponiert worden sein, spekuliert die Zeitung.

chh/sid



insgesamt 11 Beiträge
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ptb29 28.05.2018
1. Es wird eine milde Strafe geben.
Es handelt sich ja nicht um Dynamo Dresden, Cottbus oder Rostock.
vancouverona 28.05.2018
2. Das sind keine Fans
Das sind Terroristen. Die Mannheimer Ultras haben ihrer eigenen Mannschaft, dem Fußball und letztlich auch sich selbst geschadet. Lebenslanges Stadionverbot und Schadenersatz für die zerstörten Gegenstände im Stadion ist noch zu wenig.
ympertrymon 28.05.2018
3. Bin gespannt ...
... auf die Ermittlungsergebnisse. Offenbar gibt es die Probleme mit den Mannheimer Ultras (so wie ich das verschiedenen Kommentaren und Meldungen entnommen habe, Polizeihubschrauber und Hochsicherheitsspiele z.B. gegen Offenbach u.ä. – ernsthaft?) ja durchaus häufiger. Angesichts dessen ist es aus meiner Sicht grob fahrlässig, ein solches Grillfest im Stadion zuzulassen und die Fans nicht vor dem Spiel gründlichst abzutasten und zu durchsuchen. Ich sehe hier derzeit eine massive Mitschuld beim Verein, der entsprechend harte Konsequenzen haben muss. Es werden friedliche Fußballfans, Spieler, Ordner und Polizisten gefährdet. Wie wäre es bspw. mit Lizenzentzug für die 4. Liga? Vielleicht verstehen das die Ultras, wenn "ihr Verein" wegen ihrem eigenen Verhalten (plus Unfähigkeit des Vereins, für angemessene Sicherheit zu sorgen) absteigt. Und dann aber bitte auch alle deutlich sagen und dazu stehen, dass die Ultras dafür verantwortlich sind (bedeutet natürlich, dass sich Waldhof auch deutlich von diesen Fangruppen distanzieren müsste ...).
M___K 28.05.2018
4. Sicherheitsfirma - was macht die eigentlich?
Bei solchen Problemen stellt sich die Frage nach der Rolle der Sicherheitsfirma. Der SV Waldhof und die Stadt Mannheim wären gut beraten, die Securityleute - die sicherlich die normalen Besucher 'gefilzt' haben - sehr genau zu prüfen. Wozu braucht man überhaupt eine Sicherheitsfirma, wenn sogar Gästefans ganze Arsenale an Feuerwerkskörpern (ggf. sogar mehr??) ins Stadion schmuggeln können?
xireney 28.05.2018
5. Unsinn der Relegation = Folge der Profitgier des DFB/DFL
So ein Zustand liegt neben der Gewaltbereitschaft der Fans, die zu bestrafen ist, aber auch und vor allen Dingen an der Profitgiert des DFB/der DFL. Durch die Einführung der Relegation zwischen erster/zweiter/dritter/Regionalliga wird eine bewusste Zuspitzung der Dramatik am Ende der Saison gesucht, um durch zusätzliche Spiele., zusätzliche Fernsehübertragung noch einmal Kasse zu machen. Dass gerade aus Sicht der Tabellendritten der 2. und 3. Liga sowie der "MEISTER" (also Punktbesten) der Regionalligen sowie der jeweiligen unterstützenden Fans nach einer starken Saison mit 34+ Spielen dann noch einmal 2 Spiele über Wohl und Wehe entscheiden, führt automatisch zu Frust bei den Fans da die ganze Saisonleistung für die Katz sein kann . Insbesondere dann wenn "höherklassige" Gurkentruppen wie Wolfsburg. HSV etc dadurch auch noch geschützt werden. Von daher bewusste Inkaufnahme einer Eskalation seitens DFB/L und daher sollten auch die Polizeieinsätze hier voll in Rechnung gestellt werden.
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