Nach deutschem WM-Aus Süle kritisiert die Medien

"2014 waren wir alle Weltmeister! Das heißt aber auch, dass wir 2018 alle ausgeschieden sind!" Abwehrspieler Niklas Süle hat das deutsche WM-Aus kommentiert - und dabei die Medien attackiert.

Niklas Süle
DPA

Niklas Süle


Drei Tage nach der überraschenden Niederlage der DFB-Elf gegen Südkorea und dem damit verbundenen ersten deutschen Vorrunden-Aus bei einer Fußballweltmeisterschaft melden sich immer mehr Spieler über die sozialen Netzwerke zu Wort. Nach Mesut Özil hat sich jetzt auch Innenverteidiger Niklas Süle geäußert.

Auf Instagram schrieb der 22-Jährige: "Eure Kritik ist angebracht und mehr als gerechtfertigt!" Süle stellte klar, an wen er sich mit seinem Post richtete: "Es geht mir um wahre Fans, die bei Erfolg und Misserfolg da sind!" Er hoffe "auf die Unterstützung von ganz Deutschland, um stärker zurückzukommen".

Nicht verkneifen konnte sich der Bayern-Profi einen Seitenhieb gegen "die Medien, die sowieso versuchen alles schlechtzureden." Wen oder was er damit genau meinte, ließ Süle offen. Es scheint aber Ausdruck einer generellen Wahrnehmung innerhalb der Nationalmannschaft zu sein. Schon nach dem 2:1-Sieg über Schweden hatte Toni Kroos den Verdacht geäußert, "relativ viele Leute in Deutschland hätte es gefreut, wenn wir heute ausgeschieden wären".

mmm/sid

insgesamt 245 Beiträge
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Seite 1
hileute 30.06.2018
1.
Es wurde nicht versucht alles schlecht zu reden, es war bei diesem Turnier alles schlecht, das ist ein kleiner aber feiner Unterschied
Visitor 30.06.2018
2. Wirklich alle?
Für mich spricht der Herr nicht. Ich war weder 2014 Weltmeister noch bin ich 2018 ausgeschieden weil mich Fußball nicht interessiert. Und ich gehe mal davon aus das ich nicht allein bin. Ich bin nur dankbar das mir jetzt der eine oder andere Autokorso erspart bleibt.
macb 30.06.2018
3. Mich kotzte vor allem die Überheblichkeit an
wir nudeln die Koreaner nieder, wir sind die Besten und und und - Hochmut kommt immer vor dem Fall!!
RealSim 30.06.2018
4. Peach
Zitat von hileuteEs wurde nicht versucht alles schlecht zu reden, es war bei diesem Turnier alles schlecht, das ist ein kleiner aber feiner Unterschied
Man muss aber schon mal die Scheuklappen irgendwann abnehmen und die sachliche Analyse-Brille aufsetzen. Deutschland war gar nicht so schlecht. Tatsächlich hatte man mit 75 Torschüßen einen Spitzenwert aller Teams in der Vorrunde. Deutschland hatte schlicht und ergreifend auch eine gehörige Portion Pech bei diesem Turnier. Man merkt es ja an den Erklärungsversuchen warum man ausgeschieden ist. Da werden abstruseste Dinge aufgezählt. Vom Hymnensingen und Erdogate und Leaderfiguren. Einfach nur peinlich. Tatsächlich hat Deutschland unter seinem Niveau gespielt aber trotzdem gut genug, dass es normalerweise für das Achtelfinale gereicht hätte, rein statistisch gesehen. Also nochmal zum mitschreiben. Positiv war: Ballbesitz, Kampfgeist (Gegen Schweden das Spiel in der Verlängerung in Unterzahl gedreht), Torschüße. Es war nicht alles schlecht :) Aber jetzt sind wir eben nicht alle Weltmeister, sondern alle zusammen ausgeschieden. Da hat Süle schon recht :)
tsubotai 30.06.2018
5. Verstehe...
..die Jungs im NT schon. Wenn ich sehe was in sozialen Medien an Hohn und Spott schon nach dem Mexiko-Spiel zirkulierte, wie negativ die Berichterstattungen im allgemeinen war, und wie teilweise absurd die Erwartungshaltung. Ich erinnere daran, das wir im Achteilfinale 2014 in die Verlängerung mussten.... gegen Algerien, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt Mertesacker hat danach mal Klartext geredet, aber das ist längst vergessen. Lahm war die ersten 4 Spiele 2014 eine einzige Katastrophe. Trotzdem ist man vor allem dank Schweinsteiger Weltmeister geworden. Das bedeutet aber nicht, dass man danach die "kleinen Nationen" immer wegballert, und genau diese Erwartungshaltung schien weit verbreitet. Umso größer waren dann Spott und Häme, als es dann schief ging. Natürlich hat das Team enttäuscht. Natürlich hat Jogi erneut tief ins Klo gegriffen bei Aufstellungen und Kaderwahl (das war aber bisher bei keinem Turnier unter ihm anders). Das Gefühl der Jungs im NT, dass sie bei Erfolg von allen gefeiert werden, und bei Misserfolg von allen aufs Maul bekommen, ist aber definitiv gerechtfertigt. Wo waren den die qualifizierten Berichterstatter, die vor der WM den Hunger oder die Form eines Özil oder Müllers infrage gestellt haben? Wo waren den die Zweifel, dass es keinen richtigen Sechser mit Spielaufbau-und Staubsaugerqualitäten im Kader gibt? Gab es doch alles nicht, wir waren uns doch alle einig das Deutschland einer der Topfavoriten ist. Die Jungs dann fertig zu machen und sich von ihnen zu distanzieren ist leider erbärmlich und leider auch sehr deutsch.
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