Italienischer Manipulationsskandal: Polizei nimmt Erstliga-Spieler fest

In Italien zieht der Fußball-Wettskandal immer weitere Kreise. Bei einer Razzia nahm die Polizei unter anderem einen Serie-A-Profi fest. Der Spieler von Atalanta Bergamo soll zu seiner Zeit beim AS Bari mehrere Partien manipuliert haben.

Hamburg - In den italienischen Manipulationsskandal kommt Bewegung: Mit einer groß angelegten Razzia mit zahlreichen Festnahmen hat die italienische Polizei ihre Ermittlungen vorangetrieben. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Bari wurde in der Nacht zum Montag auch ein Erstligaspieler von Atalanta Bergamo festgenommen. Der Abwehrspieler steht nach Angaben italienischer Medien unter dem Verdacht, während seiner Zeit beim AS Bari in der vergangenen Saison mehrere Erstligaspiele für Wetten manipuliert zu haben.

Im Visier von Baris Staatsanwalt Antonio Laudati stünden unter anderem die Serie-A-Partien der Süditaliener gegen Lecce, Palermo, Bologna, Chievo und Samdporia Genua. Der festgenommene Spieler soll Ergebnisse abgesprochen und dann hohe Wetten darauf abgeschlossen haben.

Insgesamt seien gegen rund 20 Personen Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, darunter auch zahlreiche frühere Bari-Profis. Den Verdächtigten werde die Bildung einer kriminellen Vereinigung mit dem Ziel des Sportbetrugs vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen. Zudem müssen sie mit Sperren durch die Sportjustiz rechnen. Der mittlerweile in der zweiten Liga spielende Club AS Bari hat Sanktionen in Form von Geldstrafen und Punktabzügen zu erwarten.

Seit dem Sommer vergangenen Jahres wurden in Italien bereits über 35 Personen im Rahmen des Wettskandals festgenommen. Angestoßen hatten die Ermittlungen die Justizbehörden in Cremona. Der dortige Staatsanwalt Roberto Di Martino hatte im Dezember auch den ehemaligen italienischen Nationalspieler Cristiano Doni inhaftiert.

Der ehemalige Kapitän von Atalanta Bergamo gestand, selbst drei Spiele manipuliert zu haben und beschuldigte in Zeitungsinterviews vor allem "viele Zweitligaspieler", geradezu gewohnheitsmäßig Ergebnisabsprachen zu treffen. Der vom italienischen Fußball-Verband (FIGC) bereits zu einer Sperre von dreieinhalb Jahren verurteilte Profi bestritt jedoch, Mitglied einer internationalen Wettbetrüger-Bande zu sein.

luk/dpa

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