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Nach WM-Auslosung: Tausende Iraner beleidigen Messi auf Facebook

Bei der Fußball-WM 2014 spielt Iran gegen Argentinien mit Lionel Messi. Nach der Auslosung haben iranische Fans den Superstar auf dessen Facebook-Seite teils übel beschimpft - in rund 30.000 Kommentaren. Eine iranische Nachrichtenagentur nennt die Aktion peinlich.

Argentiniens Messi: "Aus Kupfer" Zur Großansicht
REUTERS

Argentiniens Messi: "Aus Kupfer"

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Nach der WM-Auslosung haben iranische Fans in Scharen via Facebook den Weltfußballer Lionel Messi beleidigt. Zuvor war Irans Nationalteam für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien der Gruppe F mit Favorit Argentinien und seinem Superstar Messi zugeordnet worden.

Die Folge waren mehr als 30.000 Kommentare iranischer Anhänger auf der Facebook-Seite des Torjägers vom FC Barcelona, die sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna auch oft im Ton vergriffen. "Mit dieser peinlichen Aktion haben wir es schon im Vorfeld der WM geschafft, ein sehr schlechtes Bild von Iran zu exponieren", kritisierte Isna.

Messi bedeutet im Persischen "aus Kupfer" und gilt in der Umgangssprache als beleidigend, die meisten Kommentare sind daher ein Wortspiel mit dem Namen des argentinischen Superstars. "Du bist ja nur Kupfer Kleiner, aber auch wenn du aus Gold wärst, hättest du keine Chance gegen uns", lautete einer dieser Kommentare. Weitere beziehen sich auf das mögliche Duell Messis mit dem iranischen Verteidiger Haschem Beigsadeh. "Der Beigsadeh sollte den Messi so umhauen, dass er am Ende aussieht wie eine Figur im Tischfußball."

Laut Isna soll die Facebook-Kampagne auch gegen den anderen WM-Gegner Bosnien-Herzegowina weitergeführt werden. Zielscheibe soll dann die Seite des bosnischen Stürmers Edin Dzeko werden. Auf Facebook gab es auch Kritik gegen diese Fan-Aktion. "Eines habt ihr mit diesen Kommentaren definitiv bewiesen: Wir kommen aus der Dritten Welt", schimpfte ein iranischer Facebook-Nutzer.

Auch der iranische Fußballverband (FFI) hat die Beleidigungen seiner Fans gegen Messi bedauert. "Das tut uns sehr leid, sowas darf einfach nicht passieren", sagte Molla Mohammed, Leiter der Kulturabteilung im FFI. Messi sei ein Ausnahmespieler, der weltweit Respekt verdiene. "Unser Land steht im Vorfeld der WM besonders unter Beobachtung, daher müssen wir uns nun adäquat benehmen und neben der Unterstützung unserer Spieler auch die der Gegenmannschaften respektieren", sagte Mohammed laut der Nachrichtenagentur Fars.

chp/dpa

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insgesamt 68 Beiträge
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1.
TLR9 08.12.2013
Mit persischer Hochkuktur hat das sehr wenig zu tun. Der Iran kann ja von Glück reden, dass sie nicht nochmal gegen Griechenland antreten müssen.
2.
oswin82 08.12.2013
Zitat von TLR9Mit persischer Hochkuktur hat das sehr wenig zu tun. Der Iran kann ja von Glück reden, dass sie nicht nochmal gegen Griechenland antreten müssen.
Naja schauen sie sich mal die deutsche Hochkultur auf Bild an ,...
3. optional
Miller3000 08.12.2013
Was kümmert es die stolze Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt?
4. Erm ja...
divStar 08.12.2013
... so geht das! *Ironie* Mal im Ernst.. was glauben die? Dass Messi nun schlechter spielen wird? Wohl kaum. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn er das überhaupt zur Kenntnis nimmt, dann nur als Ansporn noch besser zu spielen. Allerdings ist es vermessen zu sagen, dass alle so sind.. es gibt halt in jedem Land und in jeder vermeintlichen "Hochkultur" genug, die das Gegenteil beweisen.
5. ohne
Dunkeltroll 08.12.2013
ich mag die argentiener als fußballspieler gar nicht, aber ich wünsche ihnen gegen den iran ein sattes 12:0.
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