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Nationalmannschafts-Verteidiger Hummels: "Beim DFB sieht man Kritik nicht gern"

BVB-Verteidiger Hummels: "Vertrauen nicht immer gegeben" Zur Großansicht
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BVB-Verteidiger Hummels: "Vertrauen nicht immer gegeben"

Er liebt das risikoreiche Spiel und vertritt gerne seine Meinung: Mats Hummels glaubt, dass er dadurch in der Nationalmannschaft aneckt. Für sein Standing im Team müsse der BVB-Verteidiger "mehr tun als andere". An seine Chance, bei der WM in Brasilien zu spielen, glaubt er dennoch.

Hamburg - Mats Hummels fühlt sich im Kampf um seinen Stammplatz in der DFB-Auswahl für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien benachteiligt. "Ich glaube schon, dass ich mir mein Standing härter erarbeiten muss als andere", sagte der Innenverteidiger von Borussia Dortmund dem "Kicker".

Den Weg in die Nationalmannschaft beschreibt er als schwierig: Trotz guter Leistungen habe er auch auf seine erste Nominierung für die DFB-Auswahl lange warten müssen. "So kommt es, dass das Vertrauen, das ich im Verein spüre, in der Nationalmannschaft nicht immer so gegeben ist", sagte der 24-Jährige.

Hummels gilt als Spieler, der seine Meinung auch offensiv vertritt. Er glaubt, dass er damit manchmal in der Nationalmannschaft aneckt: "Beim DFB sieht man Kritik nicht gern." An große Kontroversen könne er sich jedoch nicht erinnern. Grundsätzliche Probleme mit Bundestrainer Joachim Löw sieht Hummels deshalb nicht.

"Unser Verhältnis ist völlig in Ordnung", sagte er und fügte an: "Die Kommunikation ist sehr gut und angenehm." Hummels galt nach dem 3:3 gegen Paraguay im August als Verantwortlicher für zwei Gegentore - und musste seinen Platz bei den WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich (3:0) und die Färöer (3:0) für den Münchner Jérôme Boateng räumen.

Später hatte sein Club-Coach Jürgen Klopp fehlende Rückendeckung durch Löw moniert: "Wenn Fehler Namen kriegen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Borussia-Dortmund-Spieler ist", hatte der BVB-Trainer gesagt. Löw kündigte daraufhin ein Gespräch mit Klopp an.

Die Abwehr gilt in der Nationalmannschaft schon lange als Baustelle. Besonders die vielen Gegentore hatten zuletzt für Kritik gesorgt. Dennoch spielt Löw mit dem Gedanken, seinen derzeit sichersten Abwehrspieler, Kapitän Philipp Lahm, von der Außenspur in die Mittelfeld-Zentrale zu ziehen. In der Innenverteidigung kann neben Hummels (25 Länderspiele), Boateng (32) und dem derzeit gesetzten Per Mertesacker (93), theoretisch auch Benedikt Höwedes spielen. Holger Badstuber (30) fehlt zudem noch verletzt.

Bei den im Oktober bevorstehenden Partien gegen Irland am 11. Oktober und vier Tage später in Schweden rechnet Hummels erneut mit einem Platz auf der Bank. "Es wäre keine große Überraschung für mich, wenn der Bundestrainer die Abwehr so wie zuletzt aufstellt", sagte Hummels. Bis zum kommenden Sommer soll sich das aber wieder ändern. "Bei der WM soll es für ihn keine andere Option als mich geben."

bka/dpa

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1. Wenn das stimmt...
fakuza 30.09.2013
Wenn das stimmt, dass Kritik beim DFB nicht wohl gelitten ist, warum beklagt sich Hummels dann öffentlich? Es wird ihm nicht helfen. Komisch auch, dass er offenbar den Grund dafür, dass er ins Hintertreffen geraten ist, überall sieht, nur nicht auf dem Fußballplatz. Dass da derzeit der eine oder andere konstanter und besser spielt, passt wohl nicht zum Ego.
2. Oh man
viconia 30.09.2013
hab Hummels eig immer zu den intelligenteren Buli-Spielern gezählt - aber: "Ich glaube schon, dass ich mir mein Standing härter erarbeiten muss als andere", sagte der Innenverteidiger von Borussia Dortmund dem "Kicker". und "Beim DFB sieht man Kritik nicht gern." wenn Hummels so ein tougher Kerl ist, wie es hier heißt, dann soll er doch Tacheles reden und nicht so windelweich in der Gegend rumjammern.
3.
stefansaa 30.09.2013
Zitat von sysopGetty ImagesEr liebt das risikoreiche Spiel, und vertritt gerne seine Meinung: Mats Hummels glaubt, dass er dadurch in der Nationalmannschaft aneckt. Für sein Standing im Team müsse der BVB-Verteidiger "mehr tun als andere". An seine Chance, bei der WM in Brasilien zu spielen, glaubt er dennoch. http://www.spiegel.de/sport/fussball/nationalmannschaft-mats-hummels-mit-kampfansage-a-925229.html
Ich würde sagen, dass Hummels sich nur sogar die Bank abschminken kann. Immerhin hat er mit diesem Interview den Kaiser höchstpersönlich im Form von Jogi-Bärchen angegriffen. Das kam schon ganz anderen Fußballer teuer zu stehen. Die Frage ist nur, ob Löw sich das leisten kann. Auch wenn Hummels sicherlich den ein oder anderen Patzer hatte, ist (ACHTUNG: meine Meinung) konstanter in der Leistung als Boateng und Mertesacker. Daher wäre es fatal ihn auszusortieren. Na schauen wir mal wie Herr Löw nun darauf reagiert.
4. Ob das so geschickt ist?
undichsachnoch 30.09.2013
Wenn das denn alles so stimmt, was er sagt, frage ich mich, ob dieses Interview seine Situation verbessern wird. Jogi Löw ist ja nun nicht gerade dafür bekannt, seine Meinung auf Druck von außen zu revidieren. Ich kann Hummels ja durchaus verstehen, denn eigentlich müsste er seiner Leistung im Verein zufolge der erste gesetzte Innenverteidiger sein. Aber gerade diese offensive Art der Selbstdarstellung scheint mir nicht der richtige Weg in die erste Elf der Nationalmannschaft zu sein.
5.
dirkinator 30.09.2013
Zitat von fakuzaWenn das stimmt, dass Kritik beim DFB nicht wohl gelitten ist, warum beklagt sich Hummels dann öffentlich? Es wird ihm nicht helfen. Komisch auch, dass er offenbar den Grund dafür, dass er ins Hintertreffen geraten ist, überall sieht, nur nicht auf dem Fußballplatz. Dass da derzeit der eine oder andere konstanter und besser spielt, passt wohl nicht zum Ego.
Welche da wären? Mertesacker, dieser hüftsteife Ackergaul? Ich lach mich tot.
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Deutschlands Spiele in der WM-Qualifikation
Datum Gegner Austragungsort
07.09.2012 Färöer (3:0) Hannover
11.09.2012 Österreich (2:1) Wien
12.10.2012 Irland (6:1) Dublin
16.10.2012 Schweden (4:4) Berlin
22.03.2013 Kasachstan (3:0) Astana
26.03.2013 Kasachstan (4:1) Nürnberg
06.09.2013 Österreich (3:0) München
10.09.2013 Färöer (3:0) Tórshavn
11.10.2013 Irland (3:0) Köln
15.10.2013 Schweden (5:3) Solna

Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.

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