Hamburg - Als "Unvollendeter" gilt Michael Ballack, weil er nie einen großen internationalen Titel gewinnen konnte. Und auch was seine Länderspiele angeht, hat die Statistik des ehemaligen DFB-Kapitäns einen kleinen Makel: 98-mal lief Ballack für die deutsche Nationalmannschaft auf, zwei Spiele fehlen ihm zum "Club der Hunderter".
Dabei hätte er laut Nationalmannschaft-Manager Oliver Bierhoff zum Abschluss seiner Karriere sogar noch das Jubiläum perfekt machen können. "Wir haben Michael angeboten, seine Länderspiele 99 und 100 zu machen. Darauf ist er nicht eingegangen", sagte Bierhoff im ZDF-"Sportstudio".
Bisher war nur bekannt, dass Ballack im August 2011 noch ein letztes Mal gegen Brasilien das Nationaltrikot tragen sollte - und damit auf 99 Einsätze gekommen wäre. Das habe für Ballack "unter den damaligen Umständen wie ein Almosen" geklungen, hatte der 36-Jährige kurz nach seinem Karriereende in der vergangenen Woche erklärt.
Zugleich hatte Ballack die Hoffnung geäußert, jetzt noch zu einem Abschiedsspiel mit der Nationalmannschaft zu kommen. "Das würde ich mir wünschen", hatte er dem "Express" gesagt: "Ich möchte mich natürlich gebührend von meinen Fans verabschieden.
Zumal die Zeit der Abschiedsspiele angesichts der heutigen Gehälter der Profis und der oftmaligen Vereinswechsel vorbei sei. "Früher gab's die Abschiedsspiele, damit die Spieler nochmal bisschen Rentengeld bekommen oder aus großer Verbundenheit zu einem Verein", so der DFB-Teammanager.
Ballacks langjähriger Förderer Rudi Völler will die Möglichkeit eines Abschiedsspieles hingegen noch nicht ganz ausschließen. "Man muss sehen, auf welche Art und Weise man ein Abschiedsspiel organisieren könnte", sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen in der "Bild am Sonntag". Es sollten sich alle zusammensetzen, so Völler, "der DFB, Ballack und wir von Bayer".
Bierhoff hingegen verwies auf die gängige Praxis des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "Der DFB hat ja mal beschlossen, dass es keine Abschiedsspiele für Nationalspieler mehr gibt. Wir hatten viele Nationalspieler wie Jürgen Klinsmann, Jürgen Kohler und andere, die über 100 Länderspiele hatten, die keine Abschiedsspiele bekommen haben."
luk/sid/dpa
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