Hamburg - Experiment mit dem Nachwuchs: Joachim Löw will der deutschen Nationalmannschaft mit jugendlicher Frische wieder zu Dominanz und Dynamik verhelfen. Im Test gegen Südafrika setzt der Bundestrainer ganz besonders auf die Spielfreude von Mesut Özil und den Elan von Neuling Sami Khedira. Der 20-jährige Dribbelkünstler Özil steht in der Partie gegen den WM-Gastgeber am Samstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Leverkusen erstmals in der Startformation der DFB-Auswahl.
Fünf Wochen vor dem Showdown in der WM-Qualifikation in Russland soll mit Khedira ein anderer U21-Europameister sein Länderspieldebüt feiern. "Ob von Anfang an oder im Spiel, wird noch beraten", sagte Co-Trainer Hans-Dieter Flick über den 22-jährigen Stuttgarter. Weitere Einblicke in die Personalplanungen gewährte die sportliche Leitung nicht. Bereits seit vergangener Woche ist klar, dass der Leverkusener Torwart René Adler in der BayArena im Tor stehen wird.
Der Probelauf gegen Südafrika ist für Bundestrainer Joachim Löw der letzte Test vor dem brisanten Schlussspurt in der WM-Qualifikation - mit der Pflichtaufgabe am Mittwoch (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Hannover gegen Aserbaidschan und der Entscheidung im Oktober in Russland und gegen Finnland. "Wir werden uns steigern. Wir werden anders auftreten", sagte Löw nach den zuletzt "unbefriedigenden Leistungen" bei der Asien-Reise und in Aserbaidschan. Mit einer intensiven Video-Analyse mit Bildern vom Confederations Cup stellte Löw sein Team am Freitagvormittag auf Gegner Südafrika ein.
Zuletzt wurde der Afrika-Champion des Jahres 1996 vor exakt vier Jahren in Bremen ebenfalls in einem Testspiel 4:2 bezwungen. Dreifacher Torschütze war damals Lukas Podolski. Der Kölner hat seine Wadenblessur, die ihn zu Wochenbeginn zu einer Trainingspause zwang, überwunden. "Alle Spieler sind einsatzfähig. Die Mannschaft weiß, dass sie gefordert ist", so Flick.
Ausdauertest brachte nur "zufriedenstellende Ergebnisse"
Gefordert wurde die Mannschaft an vier intensiven Trainingstagen in Köln. Über die Ausdauertests am Dienstag sagte Flick: "Die Ergebnisse des Fitnesstests waren sehr gut. In den Bereichen Stabilität und Beweglichkeit waren wir sehr zufrieden", so Flick, betonte aber: "Es ist so, dass der eine oder andere noch Verbesserungen erreichen muss."
Im Bereich der Ausdauer gäbe es einige Spieler, die sehr gute, andere, die gute und wieder andere, die noch verbesserungswürdige Werte erzielt hätten, so Flick. Die Ergebnisse würden aber ausschließlich mit den Spielern selbst und deren Vereinen erörtert. Vor sechs Monaten war Löw nach einem ähnlichen Test in Leipzig mit den Werten im Ausdauerbereich noch nicht zufrieden, damals hatte er sie lediglich als "befriedigend" bezeichnet und einen Teil seiner WM-Kandidaten aufgefordert, sich in diesem Bereich zu verbessern.
"Die Diskussionen um Miro sind überflüssig. Jeder weiß, was er kann"
Die endgültige Startformation ist noch nicht bekannt. Offen sind neben der Personalie Khedira noch die Positionen in der Innenverteidigung und im Angriff, vor allem hinter dem Einsatz von Miroslav Klose nach zuletzt schwachen Leistungen bei Bayern München.
"Die Diskussionen um Miro sind überflüssig. Jeder weiß, was er kann, und in der Nationalmannschaft hat er eine überragende Quote", sagte Kapitän Michael Ballack. Auch im Fall Lukas Podolski, der Ballack beim 2:0 in Wales Anfang April geohrfeigt hatte, gab der England-Legionär Entwarnung: "Die Sache ist ausgeräumt. Wir sind beide sehr professionell und schauen nach vorne."
Deutschland - Südafrika:
Die voraussichtliche deutsche Aufstellung: Adler - Lahm, Mertesacker, Westermann (Tasci), Schäfer - Schweinsteiger, Ballack, Hitzlsperger (Khedira), Özil - Klose, Gomez.
jar/sid/dpa
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