Nationalspieler Jonathan Tah "Spüre eigentlich keinen Rassismus im Fußball"

Jonathan Tah hat sich in einem Interview zur Debatte um Rassismus im Fußball geäußert. Er selbst sei damit nicht konfrontiert worden, "aber ich bekomme natürlich auch das ein oder andere mit".

Jonathan Tah
imago/ Schüler

Jonathan Tah


Persönlich, so sagt es Nationalspieler Jonathan Tah, "erlebe oder spüre" er keinen Rassismus im Fußball. "Aber ich bekomme natürlich auch das eine oder andere mit." Bei einem Spiel bei Lazio Rom etwa habe es "durchaus unschöne Rufe" gegeben, sagte der Abwehrspieler von Bayer Leverkusen in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Zwar habe der Sohn einer Deutschen und eines Ivorers früher auch im Alltag "schon die ein oder andere unangenehme Situation" erlebt. "Aber Rassismus hat meine Kindheit nicht geprägt." Er fühle sich wohl in Deutschland, könne "mit Stolz sagen, dass ich Deutscher bin". Bei Reisen in die Heimat seines Vaters sei er "komplett der Europäer oder der Deutsche. Aber ich habe beides im Herzen. Wenn ich dort bin, fühle ich mich auch wohl."

Zusammenhalt hat Frankreich zum Titel geführt

Forderungen, man müsse sich für eine Herkunft entscheiden, könne er nicht nachvollziehen. "Meiner Meinung nach kann man problemlos auf zwei Nationalitäten stolz sein", so der 22-Jährige weiter, der von Bundestrainer Joachim Löw für die Länderspiele gegen Frankreich (Donnerstag) und Peru (Sonntag) nominiert wurde.

Gefragt danach, was die deutsche Nationalmannschaft von Weltmeister Frankreich lernen könne, wies Tah auf den "starken Teamgeist" innerhalb des jungen Teams hin: "Die mögen sich alle, übertrieben gesagt. Alle sind Brüder. Ich glaube, dieser Zusammenhalt hat sie zum Titel geführt."

sak



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