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Schweden-Stürmer Ibrahimovic: Der Star bin ich

Von Jan Reschke

Zlatan Ibrahimovic gehört zu den besten Stürmern der Welt und ist selbst sein größter Fan. Als Kapitän des schwedischen Nationalteams schien er sein grenzenloses Ego gebändigt zu haben - doch nun ist klar: Die deutsche Nationalelf bekommt es mit einem arroganten, harten Gegner zu tun.

Getty Images

Zlatan Ibrahimovic wird diesen Text sicherlich nicht lesen. Das liegt daran, dass der Top-Star der schwedischen Nationalmannschaft kein Deutsch spricht. Vor allem aber interessiert es Ibrahimovic kein bisschen, was über ihn gesagt und geschrieben wird. "Ich scheiß drauf, was die über mich schreiben. Ich habe ein Niveau erreicht, wo ich die Medien nicht brauche. Sie brauchen mich", sagte er bereits vor etlichen Jahren im "Kicker". Damals galt er noch als vielversprechendes Talent.

Inzwischen spielt der 31-Jährige beim neureichen französischen Hauptstadtclub Paris St. Germain in der Form seines Lebens. Zuvor gewann er zahlreiche Titel mit Ajax Amsterdam, Juventus Turin, Inter Mailand, FC Barcelona und dem AC Mailand - was die Lesegewohnheiten des egozentrischen Angreifers nicht nachhaltig geändert hat.

Am vergangenen Mittwoch sagte er zu Medienvertretern: "Ihr wartet doch bloß darauf, dass alles falsch und schlecht läuft. Aber mich werdet ihr nie zerstören!"

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Zlatan Ibrahimovic: Der treffsichere Wandervogel
Man könnte als Journalist angesichts solch provokanter Aussagen versucht sein, ihm sein selbst attestiertes sportliches Niveau abzusprechen und Schwachstellen zu suchen. Es gibt nur ein Problem: Ibrahimovic liefert schlicht keine Ansatzpunkte dafür. Er ist einer der weltbesten Stürmer, körperlich so stark wie kaum ein Zweiter, mit einer überragenden Technik ausgestattet und zudem von einer inneren Überzeugung beseelt, bei der sich selbst ein Cristiano Ronaldo noch etwas abschauen kann.

"Zlatan ist einer der besten Stürmer überhaupt"

Im Spiel der DFB-Elf gegen Schweden am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird es für die deutsche Defensive also vor allem darum gehen, Ibrahimovic in den Griff zu bekommen. So sagte Innenverteidiger Per Mertesacker: "Wir müssen aufpassen. Zlatan ist einer der besten Stürmer überhaupt."

Das weiß auch Ibrahimovic - und deshalb ist er selbst sein größter Fan. Mit seinem Verhalten ist er in seiner Karriere häufig angeeckt. Doch wo andere ob des Widerstands strauchelten, hat er - um im Bild zu bleiben - die Ecken stets rund gemacht. Seine Jugendjahre in einem schwierigen Viertel von Malmö haben ihn geprägt. Dort musste er sich durchsetzen. Mit allen Mitteln - und mit Erfolg. Ibrahimovic war schlicht zu gut, als dass die Scouts und Trainer ihn hätten fallenlassen können. Seine Eigenheiten haben sie ihm deshalb immer wieder verziehen.

"Er ist arrogant"

Zuletzt schien es sogar, als hätte Ibrahimovic doch noch gelernt, dass es nicht nur die Sonne und ihn im Universum gibt. Seine neue Rolle als Kapitän der schwedischen Nationalelf soll ihn reifer gemacht haben. Umgänglicher. Doch dieses Bild hatte nur für kurze Zeit Bestand - bis zum WM-Qualifikationsspiel gegen die Färöer am vergangenen Freitag.

Da zeigte sich Ibrahimovic wieder einmal von seiner schlechtesten Seite. Angeblich soll er Färöer-Spielführer Frodi Benjaminsen auf dem Weg in die Kabine am Trikot gezogen und versucht haben, ihn in den Schwitzkasten zu nehmen. "Er ist arrogant. Er hat sich abfällig über unsere Mannschaft geäußert. Erzählt, wo er spielt und was er verdient. Sehr kindisch", so Benjaminsen, "außerdem spielt er sehr dreckig. Ich mag ihn nicht."

Auch die eigene Mannschaft war vor Ibrahimovic nicht sicher. Sein "Halt die Fresse" in Richtung von Teamkollege Christian Wilhelmsson, als der seinen verlorenen Zweikampf vor der 1:0-Führung für Färöer erklären wollte, war bis zur Tribüne zu hören. Und was sagte der Beschimpfte? "Es ist gut, dass Ibrahimovic seinen Ärger rauslässt. Er spielt besser, wenn er sauer ist. Ich habe das auch abbekommen, aber das muss ich verkraften", so Wilhelmsson.

Ibrahimovic, der Unantastbare.

Warum das so ist, bewies er gegen Färöer auch: Zum ersten Tor seiner Elf lieferte er die Vorlage, das zweite machte er selbst und wurde so der Verantwortung als Kapitän auf seine Weise doch wieder gerecht. Eine Rolle, für die er vor der EM 2012 sogar so etwas wie Demut zeigte: "Ich bin sehr stolz. Die EM-Runde als Mannschaftskapitän zu erleben, da gibt es nichts Größeres."

Doch Ibrahimovic ist, was er ist. Und so schob er rasch nach. "Es ist eine große Verantwortung, die Mannschaft in die Richtung zu führen, die ich möchte."

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1. Korrektur
hintensitzer 16.10.2012
In der Fotostrecke berichten Sie, dass er in neun Pflichtspielen sieben Tore erzielt hätte. Meines Wissens ist das genau andersherum, nämlich neun Tore in sieben Spielen.
2. ....
jujo 16.10.2012
Zitat von sysopGetty ImagesZlatan Ibrahimovic gehört zu den besten Stürmern der Welt und ist selbst sein größter Fan. Als Kapitän des schwedischen Nationalteams schien er sein grenzenloses Ego gebändigt zu haben - doch nun ist klar: Die deutsche Nationalelf bekommt es mit einem arroganten, harten Gegner zu tun. http://www.spiegel.de/sport/fussball/nationalspieler-zlatan-ibrahimovic-ist-selbst-sein-groesster-fan-a-860840.html
Den Stellenwert von Zlatan in Schweden zeigt sich darin, das er der einzige Sportler im Einspieler zu den täglichen Hauptfernsehnachrichten "Rapport" um 1930h zu sehen ist. Die Schweden halten ihn für einen primitiven arroganten Kotzbrocken, dennoch lieben sie ihn!
3. Passt doch prima zu PSG ...
scooby11568 16.10.2012
ein Neureichen-Verein, den keiner braucht.
4. haha
bertilo 16.10.2012
Für mich ist Ibra der wohl am meisten überschätzte Spieler den es gibt und ich glaube das die Schweden ohne ihn besser dran wären. Dasselbe gilt für Portugal mit Christiano Ronaldo. Beide Mannschaften haben an sich gute Spieler und Potenzial, aber wenn alles auf nur einen Stürmer ausgerichtet kann man gegen die Großen nicht gewinnen. Bei Ibra sieht man das er aus fast jeder noch so unsicheren Position den Abschluss sucht anstatt zu einem besser postierten Mitspieler abzugeben, einfach weil er denen nicht vertraut, was ihr Können betrifft. So werden viele gute Gelegenheiten, die bei anderen guten Mannschaften gut ausgespielt werden von Ibra ruiniert. Meiner Meinung nach sollte man Ibra allein für die Scheichs spielen lassen und einem jungen Spieler wie Guidetti die Chance geben, dann wäre Schweden vllt kein leicht auszurechnendes 1-Mann-Orchester.
5. Gut, daß es ihn gibt
zufriedener_single, 16.10.2012
Sonst müßte man ihn erfinden; wie Klaus Kinski :-)
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Das deutsche Aufgebot
Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Ron-Robert Zieler (Hannover 96), Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach)

Abwehr: Philipp Lahm, Jérôme Boateng, Holger Badstuber (alle Bayern München), Heiko Westermann (Hamburger SV), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Per Mertesacker (FC Arsenal)

Mittelfeld: Mario Götze, Marco Reus (beide Borussia Dortmund), Mesut Özil, Sami Khedira (beide Real Madrid), Toni Kroos, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger (alle Bayern München), André Schürrle (Bayer Leverkusen), Lukas Podolski (FC Arsenal)

Angriff: Miroslav Klose (Lazio Rom)
Deutschlands Spiele in der WM-Qualifikation
Datum Gegner Austragungsort
07.09.2012 Färöer (3:0) Hannover
11.09.2012 Österreich (2:1) Wien
12.10.2012 Irland (6:1) Dublin
16.10.2012 Schweden (4:4) Berlin
22.03.2013 Kasachstan (3:0) Astana
26.03.2013 Kasachstan (4:1) Nürnberg
06.09.2013 Österreich (3:0) München
10.09.2013 Färöer (3:0) Tórshavn
11.10.2013 Irland (3:0) Köln
15.10.2013 Schweden (5:3) Solna

Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.

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