Nationaltorwart vor Wechsel Oan Neuer

Der Wechsel von Nationaltorwart Manuel Neuer zu Bayern München scheint nur noch eine Formsache zu sein. Der Keeper selbst hat seine Entscheidung jedenfalls schon gefällt. Offiziell wird aber noch Stillschweigen bewahrt.

Schalke-Keeper Neuer: Wechsel nach 20 Jahren Gelsenkirchen
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Schalke-Keeper Neuer: Wechsel nach 20 Jahren Gelsenkirchen

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Im Bremer Weserstadion hat die Abschiedstournee von Manuel Neuer begonnen. Anzumerken war dies dem Schalker Torwart während der Partie bei bei Werder Bremen allerdings nicht. Neuer war wie immer, verrichtete seinen Job unaufgeregt und ruhig wie eh und je. Dennoch: Für Gelsenkirchen wird Neuer nur noch maximal acht Pflichtspiele absolvieren. Der Nationalkeeper wird in der kommenden Saison wohl beim FC Bayern München spielen. Alles spricht mittlerweile dafür.

"Die Leute, die etwas wissen müssen, wissen Bescheid. Von daher sind alle Sachen geklärt", hat Neuer im Anschluss an das Werder-Spiel verkündet - aber mit diesem Rätselwort offengelassen, welchen Leuten konkret er was gesagt hat. Was entschlüsselt allerdings nichts anderes bedeuten dürfte, als dass er seinem Heimatclub seinen bevorstehenden Abschied zum Saisonende mitgeteilt hat.

Alles andere wäre auch unlogisch. Der FC Schalke steht vor entscheidenden Wochen: Das Pokalfinale in Berlin steht am 20. Mai an. Und wird noch überstrahlt vom Halbfinale der Champions League, wo der FC Schalke nun unglaublicherweise in einer Reihe steht mit Manchester United, Real Madrid und dem FC Barcelona. Am 26. April (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) steigt das Hinspiel gegen United in Gelsenkirchen. Eine bessere Motivation und einen idealeren Zeitpunkt hätte es für den Club nicht gegeben, als wenn Neuer jetzt verkündet hätte: Ich bleibe. Er hat es nicht getan, daher wird er auch nicht bleiben.

Schalke sollte die Personalie rasch klären

Den Königsblauen dürfte daran gelegen sein, die Thematik möglichst rasch geklärt zu haben. Die Spekulationen um die Zukunft des Nationaltorwarts haben schon genug Unruhe in den Verein gebracht. Schalke ist Unruhe gewohnt, dennoch kann den Verantwortlichen nicht daran gelegen sein, dass die Personalie Neuer noch wochenlang die Diskussionen dominiert. Wenn die Details geklärt sind, wird die Sache öffentlich gemacht. Schalkes Sportdirektor Horst Heldt hat den Zeitpunkt, an dem die Entscheidung bekanntgegeben wird, etwas nebulös für irgendwann "vor Ende der Saison" terminiert.

So lange müssen nach außen hin die branchenüblichen Statements abgegeben werden. Heldt spricht nach wie vor wacker davon, dass noch nichts entschieden sei. "Es gibt noch keinen Verein, der sich bisher gemeldet hat. Manuel hat einen Vertrag bis 2012 bei uns", sagte er im Anschluss an das Bremen-Spiel. Das sind die klassischen verbalen Rückzugsgefechte, die in solchen Fällen gekämpft werden.

Beim FC Bayern München scheint man sich in Sachen Neuer zumindest überaus sicher zu sein - so wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß den eigenen Torwart Thomas Kraft in der Vorwoche schwachgeredet hat. Würde Neuer jetzt noch die Kehrtwende vollziehen und sich für einen Verbleib beim FC Schalke entscheiden oder ins Ausland wechseln, wäre Hoeneß der größtmöglich Blamierte. In diesem Fall stünde der FC Bayern mit einem dann 37-jährigen Schlussmann Hans-Jörg Butt da, einem Keeper, der als Lückenfüller zwar bestens fungiert, aber keinerlei Zukunftsperspektive darstellt.

An Neuer haben sich die Bayern-Hardcore-Fans in den vergangenen Wochen und Monaten ausreichend abgearbeitet. Das Thema Hassfigur Neuer hat seit den Fanprotesten gegen Hoeneß in München höchste Wellen geschlagen. Wenn der Torwart allerdings zum Sommer wechseln sollte, sind die größten Aufgeregtheiten in dieser Hinsicht medial und vereinsintern verarbeitet.

Neuer und sein Berater Bernhard Schmittenbecher sehen offenbar beim FC Bayern die größere Perspektive als bei Schalke - auch wenn am Ende dieser Spielzeit Königsblau als deutlich erfolgreicher abschließen könnte als die Münchner.

Man stelle sich das folgende Szenario vor, Schalke gewänne die Champions League und wäre auch im kommenden Jahr in der Königsklasse dabei. Der FC Bayern dagegen laufe nur als Vierter über die Zielgerade dieser Saison und müsste sich im nächsten Jahr mit der Europa League begnügen. Neuer spielt dann gegen Sporting Braga. Schalke gegen Real Madrid.

insgesamt 15 Beiträge
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kugelsicher99, 17.04.2011
1. Auf dass sie ihm ein perfektes Umfeld bieten
Ich kann zwar die Bayern, schon wegen ihrer bornierten und überheblichen Fans nicht ab, habe aber volles Verständnis dafür, dass der momentan (und sicher noch länger) beste Torwart der Welt, auch in einer absoluten deutschen Top-Mannschaft spielen will. Hoffentlich wird dieser absolute Rohdiamant bei den Bayern nicht in irgendwelchen internen Scharmützeln zerrieben und demotiviert. Aber so viel Professionalität traue ich den Bayern gerade noch zu. Leistung setzt sich halt immer durch.
UnitedEurope 17.04.2011
2. Mal schaun.
Im Endeffekt schade, aber nachvollziehbar. Der ganze FC Bayern wäre gar nicht einmal so dermaßen unsympathisch, wenn es die Herren Rumenigge und vor allem Hoeneß nicht gäbe. Denen tropft die Arroganz aus jeder Pore. Genau so wie der Schickeria ...
hans a. plast 17.04.2011
3. ooooozoooppffftt iiiss!
Zitat von sysopDer Wechsel von Nationaltorwart Manuel Neuer zu Bayern München scheint nur noch eine Formsache zu sein. Der Keeper selbst hat seine Entscheidung jedenfalls schon gefällt. Offiziell wird aber noch Stillschweigen gewahrt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,757558,00.html
..........einen Wechsel zu Bayern, schade! war nicht auch lange ManU im Gesraech??
ahol 17.04.2011
4. Schade,
Zitat von sysopDer Wechsel von Nationaltorwart Manuel Neuer zu Bayern München scheint nur noch eine Formsache zu sein. Der Keeper selbst hat seine Entscheidung jedenfalls schon gefällt. Offiziell wird aber noch Stillschweigen gewahrt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,757558,00.html
ich hätte Neuer einen besseren Verein gewünscht.Gegen den Choleriker Höness hat er´s nicht leicht.
Sideshow-Bob 17.04.2011
5. Merkwürdige Interpretation
Neuer hat bisher lediglich verlautbaren lassen, dass er eine Entscheidung gefällt hat, mehr nicht. Diese Entscheidung habe er Personen, "die es wissen müssen", bekanntgegeben. Anscheinend gehört Held nicht zu diesem Personenkreis und soll bzgl. der Aussagen Neuers überrascht gewesen sein. Kurios an der Geschichte ist, dass man bisher noch nie etwas Konkretes gehört hat. Bayern hat zwar mehrfach und mittlerweile über Jahre hinweg Interesse bekundet. Den Schalkern indes liegt bis dato überhaupt kein Angebot vor und Neuer hat sich stets alle Möglichkeiten offen gelassen, mit der Einschränkung, dass das Ausland für ihn allenfalls als Urlaubsort in Frage kommt. In den Medien wiederum wird, mittlerweile auch schon seit Jahre, kolportiert, dass der Wechsel Neuers nur noch Formsache sei. Bezeichnend, dass selbst der in die Jahr gekommene Jauch vor langer Zeit einen Regenwald im Gegenwert eines Kasten Bieres verwettet hat. Nun aber scheint (wieder einmal) alles in trockenen Tüchern. Neuers Entscheidung steht. Ja, nur welche denn? Ok, zugegeben, ein Transfer eines Top-Spielers innerhalb der Bundesliga scheint(!) nach wie vor ausschließlich zu dem vermeintlich besten Verein Deutschlands sinnvoll. Blöderweise wird erst durch das Wechselgebaren der Spieler der Ruf des glorreichen, dafür umso langweiligeren FC B. manifestiert, wobei sich die finanziellen Aussichten der Spieler angeglichen haben und im Falle Neuers gleich scheinen. Wie verhalten sich eigentlich die Medien, wenn die Entscheidung Neuers gänzlich anders ausgefallen ist, wie vermutet? Eine Vermutung, die sich fast ausschließlich sowohl auf vergangene als auch auf aktuelle Gerüchte stützt, die sich wiederum - genauer betrachtet - nur auf die scheinbaren Gesetzmäßigkeiten der Bundesliga stützen. Mein Eindruck ist, dass sich Teile der Medien bei ihren Recherchen zunehmend auf dem Prinzip des Versuch und Irrtum verlassen und beim Nichteintreten, der zuvor als quasi Faktum definierten Wahrscheinlichkeit ;-) im Nachhinein eine Sensation basteln, die es ohne die Meldungen, welche lediglich aufgrund von Gerüchten basieren, so erst gar nicht möglich gewesen wären. Gruß
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