Neuer Uefa-Wettbewerb Die Spiele der Nations League sind spannend, aber nicht spektakulär

Das Unentschieden zwischen Italien und Polen am ersten Spieltag der Uefa Nations League zeigt: Der Wettbewerb ist ausgeglichen, die Partien sind eng. Mehr Tore fallen aber in Freundschaftsspielen.

Cristiano Biraghi (r.) im Zweikampf mit Rafal Kurzawa
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Cristiano Biraghi (r.) im Zweikampf mit Rafal Kurzawa


Einen Tag nach dem 0:0 zwischen Deutschland und Frankreich sind auch Italien und Polen mit einem Unentschieden in die Uefa Nations League gestartet. In Bologna trennten sich die Teams 1:1 (0:1). Piotr Zielinski, der bei SSC Neapel unter Vertrag steht, brachte die Gäste vor der Pause nach Vorarbeit von Robert Lewandowski in Führung (40. Minute). In der zweiten Hälfte glich Jorginho per Elfmeter aus, nachdem Jakub Blaszczykowski im Strafraum Federico Chiesa gefoult hatte (78.).

Das Remis ist ein Beleg dafür, dass das Grundkonzept der Nations League aufgeht. Die Teams spielen mir ihren besten Mannschaften. Da die Gruppen ausgeglichen besetzt sind, gibt es meist knappe Ergebnisse. Am Donnerstag war das 4:1 der Waliser gegen Irland der einzige wirklich hohe Sieg, am Freitag schafften es nur die Färöer beim 3:1 gegen Malta mit zwei Toren Vorsprung zu gewinnen. Zehn von 16 bislang gespielten Begegnungen endeten unentschieden oder mit nur einem Tor Unterschied.

Den mit Abstand höchsten Sieg des Tages feierte am Freitagabend Belgien, das in Schottland 4:0 (1:0) gewann. Die Tore für den WM-Dritten erzielten Romelu Lukaku (28.), Eden Hazard (46.) und der ehemalige Dortmunder Michy Batshuayi (52. und 60.). Für die Schotten war es die höchste Heimniederlage seit 45 Jahren. Die Partie war aber wohlgemerkt ein Freundschaftsspiel, weil beide Nationen im neuen Uefa-Wettbewerb spielfrei hatten.

Soll heißen: Die Nations League sorgt mit ihrem Modus zwar für spannende Paarungen, die bislang aber in den seltensten Fällen spektakulär sind, weil sich die Mannschaften im Wettkampfmodus eher defensiv orientieren. Mehr Tore fallen, wenn es nicht um Punkte und den möglichen Abstieg in eine andere Gruppe geht.

Die bisherigen Ergebnisse des ersten Spieltags der Nations League im Überblick:
Kasachstan - Georgien 0:2 (0:0)
Armenien - Liechtenstein 2:1 (1:1)
Deutschland - Frankreich 0:0
Tschechien - Ukraine 1:2 (1:1)
Wales - Irland 4:1 (3:0)
Norwegen - Zypern 2:0 (2:0)
Slowenien - Bulgarien 1:2 (1:1)
Lettland - Andorra 0:0
Gibraltar - Mazedonien 0:2 (0:2)
Aserbaidschan - Kosovo 0:0
Italien - Polen 1:1 (0:1)
Türkei - Russland 1:2 (1:1)
Albanien - Israel 1:0 (0:0)
Litauen - Serbien 0:1 (0:1)
Rumänien - Montenegro 0:0
Färöer - Malta 3:1 (2:1)

mmm/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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spon-facebook-10000031099 07.09.2018
1.
ja, ein 6:0 gegen andorra ist für den zuschauer äußerst spektakulär. was ist dagegen ein lahmes 0:0 gegen den weltmeister?
bogibo 08.09.2018
2. Treffend analysiert...
...das in Freundschaftsspielen manchmal mehr Tore fallen! Meistens spielen in diesen Spielen ein unterdurchschnittliches Team gegen ein deutlich überdurchschnittliches Team. Spielten in der Vergangenheit zwei überdurchschnittliche Teams gegeneinander in einem Freundschaftsspiel gab es m.Erinnerung n. auch nicht viel mehr Tore als 2!
Keksefüralle 08.09.2018
3. Sie müssen das wie Gaudino sehen
Es gibt zwei Milliarden Euro gute Gründe für das neue Format. Mindestens.
Nonvaio01 08.09.2018
4. Gut so
Ein 0-0 gegen Frankreich ist mehr wert und gibt mehr erkentnisse als ein 6-0 gegen Luxemburg. Ich sehe lieber dad Frankreich spiel als die lsngweiligen durchmaersche durch die quali. Seit 2004 habe ich kein quali spiel mehr gesehen. Viel zu langweilig weil wir uns eh immer qualifizieren.
noerglerfritz 08.09.2018
5. Nach einem Spieltag
darf man keine Schlüsse ziehen, nein. Aber irgendwas muss man ja schreiben, ne?
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