Nazi-Plakat Erzgebirge Aue verhängt Stadionverbote

Zweitligist Erzgebirge Aue hat im Fall des Nazi-Plakats mehrere Stadionverbote ausgesprochen. Der Klub bestrafte Fans für ihr Verhalten während der Partie gegen RB Leipzig. Sie hatten Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz in NS-Uniform gezeigt.

Aue-Fans mit Nazi-Plakat: "Kein rechtsradikaler Hintergrund"
DPA

Aue-Fans mit Nazi-Plakat: "Kein rechtsradikaler Hintergrund"


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der FC Erzgebirge Aue hat nach den Nazi-Plakataktionen einiger Fans im Heimspiel gegen RB Leipzig erste Stadionverbote verhängt. "Der Verein hat bereits namhaft gemachte Störer sanktioniert", teilte der Zweitligist mit. Gleichzeitig reichte der Verein eine Stellungnahme beim Deutschen Fußball-Bund ein.

"Der FC Erzgebirge Aue bedauert die Zwischenfälle und wird das Erforderliche veranlassen, um zukünftig Vergleichbares zu unterbinden", hieß es in der Erklärung.

Nach Einschätzung des Vereins sowie von Experten hätten die Plakate "keinen rechtsradikalen Hintergrund". Beim Auftaktheimspiel nach der Winterpause gegen RB Leipzig am 6. Februar hatten einige Fans für kurze Zeit ein Transparent hochgehalten, auf dem Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz in Nazi-Uniform dargestellt worden war. Auf einem Banner stand außerdem: "Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!"

Der Verein muss mit einer Geldstrafe rechnen, im schlimmsten Fall sieht die Rechtsordnung auch ein Geisterspiel oder Punktabzug vor.

chp/dpa



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ManniB 16.02.2015
1. Verstoß gegen Stadionverbotsrichtlinien
Solcherart Stadionverbote verstoßen eklatant gegen die Stadionverbotsrichtlinien des DFB. Es liegt weder eine Gewalttat noch ein Sicherheitsrisiko für künftige Spiele vor. Es ist noch nicht mal ein Ermittlungsverfahren gegen diese Personen eingeleitet. Bin gespannt, ob der DFB seine eigenen Regeln ernst nimmt und diesen Verstoß bei seinem Urteil gegen den Verein berücksichtigt.
michaelslo 16.02.2015
2. ManniB
Als Fan darf man anständig u. fair sein. Auch ohne eine Stadionrichtlinie.
kascnik 16.02.2015
3. Ja aber
Zitat von michaelsloAls Fan darf man anständig u. fair sein. Auch ohne eine Stadionrichtlinie.
dennoch ist sein Beitrag richtig. Auch wenn etwas moralisch zu verurteilen ist, heißt es nicht zwangsläufig, dass es geltendes Recht bricht. Sie werden ob dieses Sachverhalts keinen Richter finden, der hier eine Strafe ausspricht, zu allgemein die Verunglimpfungen und dazu das Fehlen eines Klägers. Man steckt ja auch nicht den untreuen Ehepartner ins Gefängnis.
ManniB 16.02.2015
4. Fairness auch gegenüber Fans
Zitat von michaelsloAls Fan darf man anständig u. fair sein. Auch ohne eine Stadionrichtlinie.
Sicher darf man das. Wobei die Grenzen des Anstands häufig fließend sind. Auf jeden Fall haben aber auch Unanständige das Recht auf faire Behandlung. Das haben sogar Massenmörder in unserem Land. Das find ich auch gut. Deshalb ärgert mich es ja so, dass es im Fußball anders sein soll.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.