Fußball-Club Pro Patria Neuer Rassismus-Eklat um italienischen Viertligisten

Erst das abgebrochene Skandal-Testspiel gegen den AC Mailand und Kevin-Prince Boateng, jetzt gibt es neue Rassismus-Vorwürfe gegen den italienischen Viertligisten Pro Patria. Ein Jugendspieler soll einen brasilianischen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben.


Hamburg - Der italienische Viertligist Pro Patria hat erneut für einen Eklat gesorgt. Bei einer Partie der Jugendmannschaft beim Club Casale am Samstag soll ein Pro-Patria-Spieler den brasilianischen Gegenspieler Fabiano Ribeiro mit rassistischen Beleidigungen beschimpft haben.

Daraufhin ging Ribeiro auf den mutmaßlichen Täter los und wurde vom Schiedsrichter vom Platz gestellt. Der Pro-Patria-Spieler sah die Gelbe Karte. Casale entschloss sich dann dazu, die Partie beim Stand von 2:0 für die Gäste abzubrechen. "Dieser Unterschied bei der Behandlung der beiden Spieler ist unannehmbar. Wir konnten das Spiel nicht mehr weiterführen. Wir wollten ein Signal setzen", sagte der Trainer des Casale-Jugendteams, Francesco Latartara. Pro Patria bestreitet die Vorwürfe.

Anfang Januar hatten Fans von Pro Patria vor und während eines Testspiels Kevin-Prince Boateng und weitere Profis des AC Mailand mit Affen-Lauten beleidigt. Daraufhin stellte Boateng in der 26. Minute sein Spiel ein, schoss den Ball in Richtung der Zuschauer und verließ den Platz. Seine Teamkollegen folgten Boateng, das Spiel wurde abgebrochen. Für seine Aktion bekam Boateng weltweit Anerkennung, der 25-Jährige soll im März sogar bei einer Anti-Rassismus-Veranstaltung der Uno eine Rede halten.

max/sid

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