Hamburg - Mirko Slomka soll Hannover 96 vor dem Abstieg retten. Der 42-Jährige wird Nachfolger des beurlaubten Trainers Andreas Bergmann. Dies teilte der Club am Dienstagabend mit. "Ich freue mich auf die Herausforderung in meiner Heimat und bin überzeugt, dass wir den Schritt nach oben rasch gehen werden. Die Mannschaft und ich müssen uns schnell aneinander gewöhnen und dann schon gegen Mainz am kommenden Samstag punkten", sagte Slomka. Der Coach hat einen Vertrag bis 2011 unterschrieben, der Kontrakt gilt aber nur im Falle des Klassenverbleibs.
Hannover ist nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in Serie auf den drittletzten Platz in der Bundesliga abgerutscht. Am Dienstagvormittag hatte sich 96 von Trainer Andreas Bergmann getrennt. "Nach drei Niederlagen hintereinander und einer Negativ-Serie von mittlerweile sieben Spielen ohne Sieg hatten die Verantwortlichen von Hannover 96 nicht mehr das Gefühl, dass Andreas Bergmann der Mannschaft die nötigen Impulse für den Verbleib in der Bundesliga geben kann", so die Begründung.
Der ehemalige Schalke-Coach Slomka war bereits von 1989 bis 1999 als Jugendtrainer und von 2001 bis 2004 als Assistent des damaligen Cheftrainers Ralf Rangnick in Hannover. "Er hat eine Geschichte in Hannover", sagte Vereinschef Martin Kind, "und er hat ein überzeugendes Konzept und Visionen für die Zukunft".
"Wir sind davon überzeugt, dass Mirko Slomka mit unserer Mannschaft den Abstieg verhindern wird. Darüber hinaus soll er die 96-Mannschaft der Zukunft entwickeln", sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke. Slomka wird am Mittwoch in Hannover offiziell vorgestellt.
Slomkas erstes Engagement seit eineinhalb Jahren
Der 42-jährige Slomka tritt damit seinen ersten Job seit seiner Entlassung bei Schalke 04 im April 2008 an, nachdem er in den vergangenen gut eineinhalb Jahren bei mehreren Clubs im Gespräch gewesen war. Geklappt hat es nun bei seinem "Heimatverein". Slomka wohnt seit vielen Jahren in Hannover und kennt 96 von seinen ersten Engagements bestens.
Für Hannover ist es nach dem Rücktritt von Dieter Hecking der zweite Trainerwechsel, für die Liga bereits der sechste der laufenden Saison. Nach der 0:3-Schmach gegen Hertha und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 16 hatte sich die Trennung abgezeichnet. Dennoch hatte der Club zunächst keinen Nachfolger für Bergmann parat und musste am Dienstag erst zahlreiche Gespräche führen. Auch der ehemalige Bochumer Trainer Marcel Koller wurde bei Verhandlungen mit Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke gesehen.
Der entlassene Bergmann hatte das Team am dritten Spieltag übernommen. In 16 Spielen unter Bergmanns Leitung holte Hannover nur vier Siege. Bergmann könnte dem Club allerdings erhalten bleiben. Der ehemalige St. Paulianer hatte sich vor der Beförderung zum Chetrainer zusichern lassen, im Falle des Falles in seinen alten Job als Jugendleiter der 96er zurückzukehren. Dort besitzt Bergmann noch einen Vertrag bis 2014.
jar/dpa/sid
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