Neues Angebot: Porto Alegre verstärkt Bemühungen um Bremens Naldo

Aus Doha berichtet Tim Röhn

Abwehrspieler Naldo will Bremen verlassen und nach Brasilien zurückkehren. Das erste Angebot von Internacional Porto Alegre hatte Werder abgelehnt. Manager Fernandao sagte SPIEGEL ONLINE, sein Club habe eine zweite Offerte vorgelegt, der Deal soll schon bald über die Bühne gehen.

Werder-Profi Naldo: "Ein sehr gutes Angebot" Zur Großansicht
dapd

Werder-Profi Naldo: "Ein sehr gutes Angebot"

Es war eine unmissverständliche Aussage, die Naldo vor dem Abflug ins Trainingslager nach Belek tätigte: "Ich würde gerne wechseln: Brasilien ist mein Land, außerdem würden meine Chancen in der Nationalmannschaft steigen", sagte der 29 Jahre alte Abwehrspieler von Werder Bremen.

Wohin der Weg des Bremer Publikumslieblings führen soll, ist mittlerweile bekannt: zum finanzkräftigen Erstligisten SC Internacional Porto Alegre, der im Dezember etwa eine Million Euro nur dafür bezahlte, dass Stürmer Dagoberto drei Monate vor dem Ende der Vertragslaufzeit vom FC São Paulo kam.

Jetzt steht in Naldo ein weiterer Spieler auf der Einkaufsliste. Für den Innenverteidiger gab Internacional Anfang der Woche ein erstes Angebot ab, das Werder ablehnte. "Die Rahmenbedingungen des Angebots sind nicht so, dass man sich intensiver damit beschäftigen müsste", so Sportdirektor Klaus Allofs.

Möglicherweise ist es jetzt soweit. "Wir haben Werder ein zweites Angebot geschickt und bis Donnerstag Bedenkzeit gegeben. Wir respektieren, dass sie Zeit brauchen, weil Naldo ein Idol in Bremen ist und es schwer sein wird, sich von ihm zu trennen", sagte Internacionals Sportdirektor Fernandao im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Ich bin aber sehr optimistisch, dass wir damit eine Einigung erzielen und Naldo noch im Januar ein Spieler von Inter sein wird." Die kolportierte Forderung von Werder in Höhe von sieben Millionen Euro wolle er aber nicht erfüllen: "So viel Geld werden wir nicht bezahlen."

"Die Menschen lieben ihn"

Naldo spielte vor seinem Wechsel nach Bremen in Caxias do Sul, nur 100 Kilometer entfernt von Porto Alegre. In seinem Weihnachtsurlaub traf er sich mit Fernandao. "Inter hat mir ein sehr gutes Angebot gemacht", so der Abwehrspieler, der jetzt auf die Freigabe von Werder hofft. "Naldo hat uns gebeten, diesen Wechsel möglich zu machen. Das versuchen wir jetzt, wir wollen ihn unbedingt kaufen. Jeder kennt ihn hier, die Menschen lieben ihn."

Das tun auch die Werder-Fans. Für den Tabellen-Fünften der Bundesliga wäre der Abgang von Naldo ein schmerzhafter Verlust, der kaum zu kompensieren wäre. Nach 15-monatiger Pause wegen einer Knieverletzung hatte er in der Hinrunde sein Comeback gefeiert und sofort zu alter Form gefunden. Trotzdem sieht er in Bremen keine Chance, sich wieder für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Dabei ist die WM 2014 im eigenen Land sein großes Ziel. Es ist angesichts seines letzten, vier Jahre zurückliegenden Einsatzes für die Seleção in weite Ferne gerückt ist.

"Bei uns würde er wieder Nationalspieler werden", sagt Fernandao und ködert Naldo, der im Bremer Trainingslager in Belek derzeit mit Knieschmerzen pausiert: "Wir sind ein großer Club. Er würde bei uns in der Copa Libertadores spielen und könnte sich hier besser dem Nationaltrainer empfehlen. Ein Wechsel wäre für ihn das Allerbeste."

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1. Meine Vermutung
Irrwisch68 07.01.2012
Zitat von sysopAbwehrspieler Naldo will*Bremen verlassen und nach Brasilien zurückkehren. Das erste Angebot von Internacional Porto Alegre hatte Werder abgelehnt. Manager Fernandao sagte SPIEGEL ONLINE, sein Club habe eine zweite Offerte vorgelegt, der Deal soll schon bald über die Bühne gehen. Neues Angebot: Porto Alegre verstärkt Bemühungen um Bremens Naldo - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Sport (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,807662,00.html)
Das erste Angebot von 1 Mio konnte nicht ernst gemeint sein, bei einem Marktwert von 7 Mio. Und da Porto Alegre nicht mit Magaths Polster ausgestattet zu sein scheint und das 2. Angebot wohl ebenfalls deutlich unter den 7 liegt, denke ich nicht, dass Naldo jetzt verkauft werden wird. Ich glaube auch, dass Naldo das sehr wohl weiß, zumal er noch vor nicht allzu langer Zeit durchaus von Vertragsverlängerung sprach. Ich vermute, dass da etwas viel gravierenderes dahinter steckt: Naldo ist mit dem Hühnerhaufen in der Bremer Abwehr unzufrieden (das konnte man in den letzten Spielen sehr gut sehen, vor allem gegen Schalke) und Besserung nicht eben vor der Tür steht. Dazu kommt dann noch, dass Wesley, mit dem Naldo wohl sehr gut kann, von Schaaf ziemlich übel abserviert wurde. Seine Provokation am Tag der Reise nach Belek dürfte deshalb eher eine Warnung an Schaaf und Allofs sein, hinten endlich die Löcher zu stopfen – und Wesley wieder ins Spiel einzubinden (denn sooo schlecht war er dann auch nicht).
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