Neymar über seine Theatralik bei der WM "Manchmal übertreibe ich"

"Ich habe Zeit gebraucht, um in den Spiegel zu schauen": Erstmals hat sich Neymar zur Kritik an seinen Auftritten bei der WM geäußert - stilecht in einem pathetisch inszenierten Video eines Sponsors.

Neymar nach einem Foul
REUTERS

Neymar nach einem Foul


Der zigfach über den Rasen rollende Neymar, dem Anschein nach in größter Agonie, war vielleicht das Bild der WM in Russland. Brasiliens Superstar spielte zwar gut; in Erinnerung blieben aber nicht seine Tricks und Tore, sondern seine übertrieben wirkenden Reaktionen auf Fouls. Nun hat sich der Fußball-Superstar zum ersten Mal nach dem Turnier zu den Vorwürfen geäußert.

"Manchmal übertreibe ich, aber die Wahrheit ist: Ich leide auf dem Spielfeld", sagte der Angreifer im Video eines Sponsors, das am Sonntag auf mehreren brasilianischen TV-Kanälen ausgestrahlt wurde.

Während und nach der WM war Neymar auch in Brasilien heftig kritisiert worden. Die Vorwürfe: Er falle zu leicht, neige zu Schauspieleinlagen. Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio sprach nach der Pleite seines Teams gegen Brasilien von einer "Schande für den Fußball", ohne dabei Neymars Namen zu erwähnen.

Allerdings wurde Neymar tatsächlich viel häufiger gefoult als andere Spieler: 5,2-mal pro Partie wurde er unfair angegangen, das war der Spitzenwert der WM. Mit zwei Toren und zwei Vorlagen führte er Brasilien ins Viertelfinale, wo die Mannschaft an Belgien scheiterte.

Neymar versicherte in dem in Schwarz und Weiß gehaltenen, voller Pathos inszenierten Video, er habe sich geändert. Er habe lange gebraucht, "um Eure Kritik zu akzeptieren, um in den Spiegel zu schauen und ein neuer Mann zu werden". Er sei gefallen, "aber nur wer fällt, kann wieder aufstehen". Er forderte die Fans auf, ihn wieder zu unterstützen. "Ihr könnt weiter Steine auf mich werfen, oder ihr werft diese Steine weg und helft mir aufzustehen."

Neymar begründete seine Reaktionen mit seinem Unvermögen, mit Niederlagen umzugehen: Er habe noch nicht gelernt, wie es sei, frustriert zu sein oder das Publikum zu enttäuschen. Er kämpfe darum, "den Jungen in mir am Leben zu erhalten".

mon/sid/AP



insgesamt 23 Beiträge
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observerlbg 30.07.2018
1. Alle Achtung....
Neymar hat deutlich besser Berater, als z.B. ein gefallener Star der letzten deutschen Nationalmannschaft. Jetzt hoffen wir auf schönere Bilder mit Neymar.
ulihanel 30.07.2018
2. Jammerlappen..
"werft die Steine weg und helft MIR aufzustehen..." Neymar , du bist einfach jämmerlich ..ich kenne Brasilien seit 21 Jahren aber du bist eine Schande für dein leidendes Land. Millionen einsammeln aber helft MIR denn ICH bin das Wichtigste.. Gib die Kohle zurück und bestelle einen Krankenfahrstuhl. Gibt es auch mit Elektoantrieb damit Du es nicht so schwer hast. Ach ja, da wäre noch der Spiegel ....bestimmt findet sich jemand der dir noch einen Spiegel an den Krankenfahrstuhl montiert. Bom dia meu amigo fragio...chore nao o mundo vaite ajudar...
M. Vikings 30.07.2018
3. Hilfe.
Wenn ein Multimillionär derartige Sätze von sich gibt, "Ihr könnt weiter Steine auf mich werfen, oder ihr werft diese Steine weg und helft mir aufzustehen.", und ihm das Arschgeweih in den Nacken hochgerutscht ist, ist es an der Zeit einen Psychologen aufzusuchen, oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.
Anna156464641156 30.07.2018
4. Kind der Spielleitung
Ich glaube Neymar, daß er bei seinen Show Einlagen wirklich leidet. Hypochondrie – Er glaubt wahrscheinlich wirklich sich den Fuß gebrochen zu haben. Allerdings ist Neymar ein hervorgehender Fußballer. Also legt er alles, wirklich alles, so für sich zurecht das er der besser Kicker ist. Seit man abgeschafft hat Schwalben zu pfeifen ist es quasi immer schlauer bei einer etwas verkorksten Aktion sich hinzuwerfen. In gefühlten 30% bekommt man dann den Freistoß obwohl nichts war und man hat sich und seiner Mannschaft einen Vorteil verschafft. Also alles richtig gemacht.
MatthiasSchweiz 30.07.2018
5.
Gsnz nette WM war's. Nur nachdem die Videoschiris den fälligen glasklaren Penalty für Brasilien gegen Belgien nicht sehen wollten und der Schiri auf dem Feld sich die Szene auch noch nicht selber ansehen wollte war der Rest des Turniers ohne Wert und sportliche Bedeutung.
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