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Brasilien bei der WM: Neymar oder nix!

Aus Belo Horizonte berichten und

Brasiliens Superstar Neymar: Der zuverlässige Alleskönner Fotos
DPA

Neymar spielt eine außergewöhnliche WM. Brasiliens Superstar übernimmt Verantwortung, er schießt Tore und auch die entscheidenden Elfmeter. Die Seleção ist von ihm komplett abhängig. Und wenn er mal versagt?

Hamburg - Neymar weinte hemmungslos. Der brasilianische Star lag am Boden, die Hände vors Gesicht geschlagen. Als sein Trainer Felipe Scolari das sah, bewegte er sich schleunigst in Richtung seines wertvollsten Spielers. Er zog Neymar wie einen nassen Sack nach oben, drückte und herzte ihn. Der 22-Jährige hatte Brasilien nur wenige Augenblicke zuvor ins Viertelfinale geschossen.

Nun, da alles geschafft und Chile im Elfmeterschießen 3:2 bezwungen worden war, löste sich in Neymar der Druck aus 120 Minuten. Dass er dem so lange standgehalten hatte, war ohnehin erstaunlich. Als letzter Brasilianer war er zum Elfmeterschießen angetreten. Auf ihm lastete in diesem Moment die Erwartung von 200 Millionen Brasilianern, sein Schuss musste sitzen. Im Stadion von Belo Horizonte verstand man sein eigenes Wort nicht mehr, die "Neymar"-Rufe übertönten alles. Er lief an, trippelte, verzögerte - und traf. Kurz darauf scheiterte der Chilene Gonzalo Jara am Pfosten, Brasilien war weiter.

"Wenn Neymar rausgeht, um diesen Elfmeter zu schießen, dann macht er das, als spiele er mit seinen Kumpels in Santos", sagte Scolari anschließend. "Er ist ein psychologisch und mental sehr guter Spieler, der mit diesem Druck umgehen kann."

Neymar übernimmt Verantwortung für die Mannschaft

Tatsächlich scheint Neymar bei dieser WM den riesigen Ansprüchen, die sein Land an ihn richtet, gerecht zu werden. Er erzielte bislang vier WM-Treffer, er übernimmt Verantwortung, wann immer es möglich ist. Vor dem Elfmeterschießen etwa umarmte er jeden einzelnen Schützen und sprach ihm Mut zu.

"Wir würden Neymar unser Leben in die Hände legen, so sehr vertrauen wir ihm", sagte Kapitän Thiago Silva. "Er lebt hier seinen Traum. Er will im eigenen Land Weltmeister werden, und die Zuschauer geben ihm viel Kraft und Unterstützung."

Wie sehr Neymar diese Mannschaft prägt, zeigte sich in der zweiten Hälfte gegen Chile. Da war von ihm zeitweise wenig zu sehen.

Der Jungstar war im ersten Durchgang unwahrscheinlich viel gelaufen, er hatte sich im aggressiven Pressing der Seleção aufgerieben. "Außerdem wurde er sehr oft gefoult - und kein Chilene hat dafür eine Karte gesehen", beschwerte sich Scolari.

Neymar hatte tatsächlich viel einstecken müssen, er bekam Tritte gegen den Oberschenkel und das Knie. In der Folge begann er zu humpeln, nach dem Halbzeitpfiff wurde er auf dem Weg in die Umkleidekabine mit Eisspray behandelt.

Die Blessur und die läuferischen Anstrengungen schienen dem Offensivmann zugesetzt zu haben, die Chilenen hatten ihn in der zweiten Hälfte zeitweise gut im Griff. Das merkte man dem brasilianischen Spiel sofort an. Oscar, Hulk, Fred - sie alle sahen ohne die Ideen von Neymar aus wie Paartänzer ohne Partner.

Abhängig vom Einzelkönner

In der ersten Hälfte hatte der Regisseur einen Angriff nach dem anderen in Richtung des chilenischen Strafraums geführt. Im zweiten Durchgang fiel den Brasilianern ohne seine Kunststücke kaum noch etwas ein. Erst kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit, als Neymar doch noch einmal vor das chilenische Tor kam, hätte er beinahe noch das Führungstor geköpft.

Auch seine Mitspieler wissen, wie wichtig der 22-Jährige für sie ist. Mittelfeldspieler Luiz Gustavo etwa, vier Jahre älter als Neymar, nannte ihn einen "herausragenden Menschen, der alles erreichen kann". Und Marcelo von Real Madrid, ebenfalls älter und erfahrener, sagte, Neymar sei "jetzt schon eine Legende".

Doch was passiert, wenn ein Gegner es schafft, Neymar komplett aus dem Spiel zu nehmen? Was, wenn er für das Viertelfinale gegen Kolumbien am Freitag (22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nicht wieder ganz fit wird? Bislang gab es im brasilianischen Team anscheinend nur eine Strategie: Pressing plus Neymar. Schnelle Balleroberung, schnelle Pässe in die Spitze: Den Rest muss das Ausnahmetalent erledigen.

Brasilien - Chile 1:1 (1:1, 1:1) n.V. 3:2 i.E.
1:0 Jara (18., Eigentor)
1:1 Sánchez (32.)
Elfmeterschießen: 1:0 David Luiz, César hält gegen Pinilla, Willian schießt neben das Tor, César hält gegen Sánchez, 2:0 Marcelo, 2:1 Aránguiz, Bravo hält gegen Hulk, 2:2 Díaz, 3:2 Neymar, Jara trifft den Pfosten
Brasilien: Júlio César - Alves, Silva, David Luiz, Marcelo - Fernandinho (72. Ramires), Luiz Gustavo - Hulk, Oscar (106. Willian), Neymar - Fred (64. Jô)
Chile: Bravo - Isla, Francisco Silva, Medel (108. Rojas), Jara, Mena - Díaz, Aránguiz - Arturo Vidal (87. Pinilla) - Sánchez, Vargas (57. Gutiérrez)
Schiedsrichter: Webb (England)
Zuschauer: 57.714
Gelbe Karten: Hulk, Luiz Gustavo, Alves - Mena, Francisco Silva, Pinilla

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insgesamt 20 Beiträge
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    Seite 1    
1. Und von der ganzen
tommit 29.06.2014
Zitat von sysopDPANeymar spielt eine außergewöhnliche WM. Brasiliens Superstar übernimmt Verantwortung, er schießt Tore und auch die entscheidenden Elfmeter. Die Seleção ist von ihm komplett abhängig. Und wenn er mal versagt? http://www.spiegel.de/sport/fussball/neymar-und-brasilien-bei-der-wm-2014-gegen-chile-a-978126.html
Psychologisierung der ganzen 'Superstars' auf die die 5 Millarden Jahre alte Welt mit 7 Milliarden Menschen maximal 10 Jahre angwiesen sein soll gruppiert sich eine ganze Blase sinnloser Hybris...entourage die ihre Kinder durch jeden Mist nachgejapse ernähren.... Lebst du schon oder neymarst du noch. Wenn er mal versagt werden sie entweder eigenständig weiterspielen, gewinnen oder verlieren, wie immer im Sport gewesen und immer sein wird...
2. Na ja , der Elfer war regelwidrig !
jesse01 29.06.2014
Sein Elfer hätte nie zählen dürfen, da er mehrmals verzögert hat, was nicht erlaubt ist. Weiß Gott, warum der Schiri das nicht reklamiert hat ! So wurde Chile massiv benachteiligt ! Dennoch ist es geradezu unglaublich, wie der Junge mit diesem ganzen Druck umgeht ! Mit 22 !!!!
3. optional
Freidenker10 29.06.2014
Neymar ist schon ein Phänomen, in diesem Alter und unter diesem Druck solche Leistungen abzurufen ist schon klasse! Leider spielt der Rest der Mannschaft grottenschelcht und sie stehen nur mit Glück im 1/4 Finale.
4. Brasilien hat bisher in keinem Spiel überzeugt.
Johann van Ackeren 29.06.2014
Im ersten Spiel haben sie geschwalbt,im zweiten gegen Mexiko das Tor nicht getroffen und das Spiel gestern hätte mit einem zu 100% fitten Vidal auch anders ausgehen können. Im Elfmeterschiessen weiter zu kommen ist auch kein Nachweis von Können,sondern reines Glück. Neymar als Konzept wird nicht reichen. Wenn Kolumbien seine Leistung von gestern abrufen kann,ist die WM am Freitag für Brasilien beendet. Ansonsten ist spätestens im Halbfinale für den Gastgeber "Schluss".
5.
Miach 29.06.2014
Zitat von sysopDPANeymar spielt eine außergewöhnliche WM. Brasiliens Superstar übernimmt Verantwortung, er schießt Tore und auch die entscheidenden Elfmeter. Die Seleção ist von ihm komplett abhängig. Und wenn er mal versagt? http://www.spiegel.de/sport/fussball/neymar-und-brasilien-bei-der-wm-2014-gegen-chile-a-978126.html
Brasilien wirkt weiterhin als das Team, dass am wenigsten Mannschaft ist. Zweifelohne haben sie Top Einzelspieler und fast jeder ist ein Offensiver - und Spieler die defensive können mögen sie nicht (luise gustavo) und wen Neymar nichts einfällt oder er aus dem Spiel genommen wird ist es eine Normale Truppe. Große Taktik sieht man nicht von ihnen, etwas neues auch nicht - sie stehen leider momentant für das was früher mal z.B. die deutschen waren (nur mit technisch besseren spielern). Brasilien gewinnt gerade Spiele, ja. Fußball-Spielen tun gerade andere (Kolumbien z.B.). Interessant wäre es auch zu sehen wie die Sportsfreund so drauf wären wenn Brazil sich aus dem Turnier verabschiedet!? Chile war harter kampf - ich hoffe jetzt auf die spielstarken Kolumbianer... der Fußball soll gewinnen und das tut er nicht, wenn Brazil weiterkommt.
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1982 Spanien Italien
1978 Argentinien Argentinien
1974 Deutschland Deutschland
1970 Mexiko Brasilien
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1954 Schweiz Deutschland
1950 Brasilien Uruguay
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