Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Verletzter Superstar: Fifa untersucht Foul an Neymar

Aus Rio de Janeiro berichtet

Getty Images

Diese Nachricht entsetzt Brasilien: Neymar fällt für den Rest der WM aus. Nach einem üblen Foul wurde er mit einem Lendenwirbelbruch vom Platz getragen. Bislang wurde der verantwortliche Kolumbianer nicht bestraft, doch nun untersucht die Fifa den Fall.

Dutzende Fans stehen vor dem Krankenhaus São Carlos in Fortaleza. Sie wollen noch nicht nach Hause gehen. Dabei hat der Patient, um den sie bangen, die Klinik schon wieder verlassen.

Neymar, Brasiliens WM-Sonnenschein, hat sich beim Viertelfinale gegen Kolumbien einen Lendenwirbel gebrochen. Das haben die Klinikärzte am Abend diagnostiziert. Gegen 21.20 Uhr haben sie den Fußballstar entlassen. Er darf, gesichert durch ein Stützkorsett, mit seiner Mannschaft nach Rio zurückfliegen.

Die Fifa wird die Szene analysieren, die in der Verletzung Neymars gipfelte, berichtet die Zeitung "O Estadão". War es ein Unglück, oder war es ein Foul? Der verantwortliche Gegenspieler Juan Zúñiga war vom Schiedsrichter nicht bestraft worden.

Eine Sprecherin der Fifa sagte der Zeitung, die Disziplinarkommission werde am Samstag die Bilder prüfen und dann entscheiden. Anwälte des brasilianischen Fußballverbands arbeiten dem Bericht zufolge bereits an einer möglichen Klage.

Fotostrecke

13  Bilder
Neymars WM-Aus: Brasiliens Schock
Rodrigo Lasmar, einer der Mannschaftsärzte der "Seleção", sagte, es sei keine ernsthafte Fraktur und auch keine schwierige Behandlung. Aber es werde einige Wochen dauern, bis Neymar wieder voll bewegungsfähig sei. Er müsse nicht operiert, es solle konservativ behandelt werden. Neymar ist der wohl wichtigste Spieler der "Seleção". Der Stürmer hat für die Brasilianer bei der WM vier Tore geschossen, vor allem auf ihm basiert der Erfolg der Mannschaft.

Wie das Team ohne den wichtigsten Mann auskommen soll, fragten viele brasilianische Fans. Im Halbfinale geht es gegen Deutschland. Brasiliens bekanntester TV-Kommentator Galvão Bueno sprach von einer "Aggression" Zúñigas und einem "kriminellen Vorgang". An die Adresse des Unparteiischen fügte er hinzu: "Dieser Schiedsrichter war ein Desaster."

Immer wieder fällt der Name Luis Suárez. Der Uruguayer war von der Fifa für neun Pflicht-Länderspiele gesperrt worden, weil er seinen italienischen Gegenspieler in die Schulter gebissen hat. Das ist das härteste Urteil, das die Fifa bisher bei einer WM gefällt hat. Was ist schlimmer, fragen viele Fans nun: den Rücken brechen oder beißen?

Der Kolumbianer, der Neymar beim Viertelfinalspiel in Fortaleza in den Rücken gesprungen war, hat sich inzwischen entschuldigt.

Die Autorin auf Twitter:

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 306 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Schiedsrichter mal bestrafen
hjka 05.07.2014
dann zücken diese Pfeiffen vorher auch mal des öfteren Karten und verhindern solche Fouls
2. Fan hin oder her ...
divStar 05.07.2014
.. es ist doch sehr wohl ein großer Unterschied, ob jemand einem ABSICHTLICH in die Schulter beißt - oder ob im Eifer des Gefechts sich jemand verletzt bzw. - unabsichtlich - verletzt wird. Ich glaube kaum, dass der Kolumbianer gezielt vor hatte Neymar schmerzvoll und auf eine längere Dauer zu verletzen. Suarez hingegen hat das, was er getan hat, mit voller Absicht getan - und sich somit seine Strafe redlich verdient.
3. Situation selbst heraufbeschworen
affenkopp 05.07.2014
Die brasilianische Empörung ist doch wohlein Witz. Die Härte in diesem Spiel ging im Wesentlichen von Brasilien aus. Hätte der spanische Schiedsrichter konsequent gepfiffen und die vielen üblen Fouls an James Rodriguez entsprechend geahndet, wäre Brasilien bereits nach der ersten Halbzeit in Unterzahl gewesen.
4. kolumbianische mafia?
tom143 05.07.2014
In Kolumbien ist schonmal ein kolumbianischer spieler wegen eines eigentors erschossen worden. Selbst nach Siegen Kolumbiens gibt es dort regelmäßig viele Tote. Wurde diesem schlechtesten Schiri aller zeiten vielleicht ein Angebot gemacht, was er nicht ablehnen konnte? Bei ansonsten viel sympathie für kolumbien: Ist dieses Land reif für internationale Sportveranstaltungen?
5. Neymar
MusMusculus 05.07.2014
ist schwer verletzt, aber auf amerikanischen Sites, in denen ich viel unterwegs bin, wurde gelästert, er hätte nur besser "so getan als ob" als andere. Die Yankees sehen unseren Fußball als Weichei-Sport. Ich habe mich tapfer gewehrt und darauf aufmerksam gemacht, dass Fußball (nein, ich nenne es nie mehr Soccer, es wird mit dem "Foot" gespielt, nicht mit dem "Sock") ein athletischer Sport ist, bei dem man u. a. 90 Minuten auch in totaler Hitze rennen muss. Aber wenn's nicht genug nach Krieg aussieht, ist's wohl kein Sport für die Yankees. Anyhow, dass Neymar nicht mehr dabei ist, tut mir sehr leid, er ist ein großartiger Spieler! Ich wünsche ihm schnelle Genesung, vor allem aber, dass er keine Spätschäden davon trägt.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




SPIEGEL ONLINE Fußball


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: