Videobotschaft Neymars bewegender Abschied

In einer bewegenden Videobotschaft spricht Neymar über seine große Trauer und versucht, den Brasilianern Mut zu machen. Inzwischen ist auch klar, warum der verletzte Superstar zunächst mit der Mannschaft ins Trainingslager zurückgebracht wurde.

Aus Rio de Janeiro berichtet


Neymar sitzt, das ist die gute Nachricht. Und er weint nicht mehr.

In einer seiner schwärzesten Stunden versucht der 22-Jährige, einem ganzen Volk Mut zu machen. "Es war mein Traum, ein WM-Finale zu spielen. Aber, aber… Das wird diesmal nicht klappen", sagt Neymar, seine Stimme stockt, die Augen sind rot geweint. Der junge Superstar hat eine Videobotschaft für seine brasilianischen Fans verfasst. Sie wurde am Samstag im brasilianischen TV ausgestrahlt und ins Internet gestellt. Sie trifft ins Herz aller Brasilianer.

Trauer und Schmerz des 22-Jährigen sind fühlbar. Mit der Lendenwirbelfraktur, die Neymar beim Viertelfinale in Fortaleza erlitt, mag sein Traum geplatzt sein, am 13. Juli das WM-Finale im Maracanã in Rio zu spielen. Die Hoffnung, dass Brasilien die Weltmeisterschaft im eigenen Land gewinnen kann, will er aber nicht aufgeben. Er glaube fest daran, dass seine Kollegen alles tun werden, um den sechsten WM-Titel zu holen. "Und ich werde bei ihnen sein. Und ganz Brasilien wird gemeinsam feiern."

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Verletzter Neymar: Superstar im Helikopter
Neymar selbst weiß genau, wie wichtig er für seine Mannschaft war. Und das wissen auch alle Brasilianer. "Es ist ein sehr schwieriger Moment, es fehlen die Worte, um auszudrücken, was in meinem Kopf und in meinem Herzen vor sich geht." Er bemühe sich, so schnell wie möglich zurückzukommen und dankte den Fans für den Zuspruch und die vielen guten Wünsche.

Die Botschaft wurde im Trainingscamp Granja Comary aufgezeichnet. Neymar hatte dort noch mit den Kollegen zu Mittag gegessen, dann wurde er per Helikopter zu seiner Familie nach Guarujá gebracht. Die Reise musste er liegend absolvieren, festgeschnallt auf einer Krankenhaustrage wurde er in den Hubschrauber geschoben. Zum Abschied winkte Neymar den Fotografen und Fernsehteams zu, dann hob der Helikopter ab.

Sein Vater war an seiner Seite, ebenso der Teamarzt José Luiz Runco. Sein Patient habe ein entspannendes Schmerzmittel bekommen, der Flug sei gut verlaufen, sagte Runco.

Neymar, Teamkollegen: "Für die Mannschaft war es auch gut"
AFP

Neymar, Teamkollegen: "Für die Mannschaft war es auch gut"

Er habe die Entscheidung getroffen, Neymar aus Fortaleza zunächst mit der Mannschaft zurück ins Trainingslager mitzunehmen. Es habe auch die Möglichkeit bestanden, ihn direkt nach Hause nach Guarujá zu bringen. Doch es sei wichtig gewesen, dass Neymar in der ersten Nacht nach dem Schock bei der Gruppe blieb. "Für ihn war es gut, es war logistisch einfacher, und für die Mannschaft war es auch gut."

Neymar habe Schmerzen und nehme Schmerzmittel, aber er verlange nicht ständig danach. "Die Verletzung ist mitten im Körper. Das ist sehr unangenehm. Er wird wohl für sieben bis zehn Tage starke Schmerzen haben." Bis sich Neymar wieder normal bewegen kann, werde es wohl sechs Wochen dauern, sagte der Arzt. Wenn er ein Stützkorsett trage, könne der Patient aber sitzen und auch gehen. "Aber das hängt von den Schmerzen ab." Sollte sich Neymar gut fühlen, dann spreche aus medizinischen Gründen nichts dagegen, wenn er das Halbfinale im Stadion anschauen wolle, sagte Runco.

Er war es auch, der Neymar die Hiobsbotschaft überbrachte. "Ich habe es ganz schnell gemacht, ihm gesagt, dass er nicht mehr bei der WM spielen wird. Er war extrem traurig. So wie wir alle auch."

Bei der Ankunft in Guarujá warteten Hunderte Fans auf den Verletzten. Damit der Krankenwagen die Villa der Familie erreichen konnte, musste die Straße gesperrt werden, so groß war der Andrang.

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uherm_ 06.07.2014
1. So schade!
Ich wünsche Brasilien viel Glück im Halbfinale. Denn wir haben alles und viele Brasilianer haben nur Fußball.
rebianco 06.07.2014
2.
Alles Gute verbunden mit der Hoffnung, dass er wieder gesund wird und spielen kann.
restauradores 06.07.2014
3. Ganz gleich ob es
Zitat von sysopAFPIn einer bewegenden Videobotschaft spricht Neymar über seine große Trauer und versucht, den Brasilianern Mut zu machen. Inzwischen ist auch klar, warum der verletzte Superstar zunächst mit der Mannschaft ins Trainingslager zurückgebracht wurde. http://www.spiegel.de/sport/fussball/neymar-videobotschaft-traum-vom-wm-finale-ist-geplatzt-a-979462.html
Neymar bei der WM oder einen Spieler in der 3. Liga trifft, mit angezogenem Bein, Knie nach vorn, von hinten in einen Spieler in den Rücken springen gehört äusserst bestraft. Wenn es für beissen 9 Spiele Sperre gibt sollte so etwas mit mindestens 1 Jahr kompletten Spielverbot bestraft werden. Der Harakiri-Spieler nimmt in Kauf dem Gegenspieler sonst etwas schlimmes zuzufügen und dieser hat, weil von hinten, keinerlei Ausweich-, Reaktionsmöglichkeit. Emotion hin oder her, angespannt sein hin oder her - das geht nicht! Dann liesse sich alles damit entschuldigen.
hulululu 06.07.2014
4. Gute Besserung
...so blamiert er sich aber nicht gegen Deutschland^^
Taske 06.07.2014
5. Jetzt ...
Zitat von sysopAFPIn einer bewegenden Videobotschaft spricht Neymar über seine große Trauer und versucht, den Brasilianern Mut zu machen. Inzwischen ist auch klar, warum der verletzte Superstar zunächst mit der Mannschaft ins Trainingslager zurückgebracht wurde. http://www.spiegel.de/sport/fussball/neymar-videobotschaft-traum-vom-wm-finale-ist-geplatzt-a-979462.html
... ist aber mal langsam gut. Die Treterei war durchaus beidseitig. Das die Brasilianer so ausgiebig den "Verlust" eines einzelnen Spielers beweinen, hat schon etwas hysterisches. Das Deutschland auch auf seinen besten Mann (Reus) verzichten muss interessiert dagegen offenbar Niemanden. Selbst wenn ich "neutral" wäre (was ich zugegebenermaßen nicht bin) würde ich dafür beten, dass dieses weinerliche, oft von schwachen Schiri-Leistungen bevorteilte Team am Dienstag endlich rausfliegt!
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