Aus Dortmund berichtet Rafael Buschmann
Für Borussia Dortmund war er in der vergangenen Saison ein Garant für den Gewinn der Meisterschaft. In 33 Spielen blieb Roman Weidenfeller 14 Mal ohne Gegentor. Er gehört seit Jahren zu den leistungsstärksten Torhütern der Bundesliga. Für die Berufung in die deutsche Nationalmannschaft war er jedoch noch nie ein wirkliches Thema - und das stößt ihm sauer auf.
"Uns geht es hier bei Borussia Dortmund sehr, sehr gut. Natürlich wäre die Nationalmannschaft das i-Tüpfelchen, aber mittlerweile - aus der Ferne betrachtet - kann man schon drüber lächeln", sagte der 31-Jährige nach dem 2:0-Sieg seines Teams gegen den 1. FC Nürnberg und fragte anschließend die anwesenden Journalisten: "Vielleicht hat ja heute jemand mal das 1:0 für uns gesehen. Ball abgefangen, abgeworfen, direkt zu Schmelzer und den Angriff zum 1:0 eingeleitet. Das ist doch auch modernes Torwartspiel."
Was Weidenfeller aktuell so bitter aufstößt: Nach dem Ausfall von Bayer Leverkusens René Adler war Hannover-96-Schlussmann Ron Robert Zieler von Bundestrainer Joachim Löw für die Länderspiele gegen Österreich und Polen nominiert worden. Er wird dann hinter Stammkeeper Manuel Neuer und Tim Wiese von Werder Bremen die Nummer drei sein.
Stachel der Nicht-Nominierung sitzt bei Weidenfeller tief
Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hatten die Zieler-Nominierung mit den Worten begründet: "Er gehört mit seinen 22 Jahren zu der jungen Generation, die das moderne Torwartspiel verkörpert, das wir beim DFB sehen wollen."
Wie bitter der Nicht-Nominierungsstachel bei Weidenfeller indes sitzen muss, belegt ein weiterer Satz nach dem Nürnnberg-Spiel: "Ich hatte dazu früher schon immer einen Spruch auf den Lippen, der sehr böse ist. Aber den verkneife ich mir jetzt lieber", sagte Weidenfeller, um dann trotzdem nachzulegen: "Vielleicht gibt es ja bald in irgendwelchen Jugendcamps noch weitere junge Torhüter, die dann eingeladen werden, wenn mal wieder einer ausfällt."
Auf die konkreten Gründe seiner Nicht-Nominierung gefragt antwortete er: "Vielleicht sollte ich mir einfach die Haare schneiden. Oder etwas zierlicher werden. Ich weiß es nicht." Wie Weidenfeller diese Worte genau gemeint hatte, beantwortete der Keeper nicht mehr. Er verließ direkt nach dem Zitat das Stadion.
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