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Anreise zum Niedersachsen-Derby: Fan-Streit bei Hannover 96 nicht geklärt

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Hannover 96 sorgt bei einigen Fans für Verärgerung: Für das Derby bei Eintracht Braunschweig bietet der Verein Auswärts-Tickets nur in Verbindung mit einer Busfahrt an. Vor Gericht lenkte 96 in einem Fall ein. Beendet scheint der Streit nicht.

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Hannover-Fans (Archivbild): Ärger um die Anreise zum Derby in Braunschweig

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Hamburg - Hannover 96 bereitet sich auf das Derby bei Eintracht Braunschweig am Sonntag (15.30 Uhr, SPIEGEL ONLINE) vor - nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits des Rasens. Dabei kommt eine Maßnahme, die der Verein in Abstimmung mit dem niedersächsischen Innenministerium und der Polizei verfügt hat, nicht bei allen 96-Fans gut an: Auswärtskarten für 96-Fans sollen nur in Verbindung mit einer vom Verein organisierten Busreise ausgegeben werden. So sollen Ausschreitungen zwischen den Fan-Lagern aus Braunschweig und Hannover verhindert werden.

Ein 96-Fan klagte sogar gegen den Verein, an diesem Montag wollte das Amtsgericht Hannover ein Urteil in dem einstweiligen Verfügungsverfahren verkünden. Doch der Verein lenkte vorher ein und hat dem Inhaber einer Auswärtsdauerkarte und seinen beiden Kindern für das Spiel in Braunschweig drei Tickets zur Verfügung gestellt, nach Angaben des Gerichts handelt es sich dabei sogar um Ehrenkarten. Außerdem sind der Kläger und seine Kinder von der vom Verein organisierten Busreise befreit, sie dürfen mit dem eigenen Auto zum Spiel nach Braunschweig fahren. Das Gericht sah damit den Wunsch des Fans erfüllt und stellte das Verfahren ohne Urteil ein.

Der Fan hatte sich gegen die Anreise mit dem Bus gewehrt, weil eines seiner Kinder aus gesundheitlichen Gründen nicht an einer solchen Fahrt teilnehmen könne. 96-Sprecher Alex Jacob sagte SPIEGEL ONLINE, dass die Anreise der mehr als 2000 Fans zur Partie am Sonntag mit dem Bus grundsätzlich nicht in Frage stehe, im Falle des klagenden Fans und seiner beiden Kinder habe man sich außergerichtlich geeinigt.

Das Gericht sagt: Tickets bereitgestellt, Forderung erfüllt

Das sieht Andreas Hüttl anders. Er ist Anwalt und vertritt den Fan vor Gericht: "Es gibt keine Einigung", sagte Hüttl SPIEGEL ONLINE. Er habe dem Gericht mitgeteilt, dass sein Mandant die angebotenen Tickets nicht annehmen wolle. Der Fan wolle das Derby schließlich nicht auf der Haupttribüne miterleben, zwischen dem Braunschweiger Publikum, sondern gemeinsam mit anderen 96-Fans im Gästeblock.

Ein Sprecher des Amtsgerichts verweist darauf, dass Hüttl in seinem Antrag lediglich drei Karten ohne den verpflichtenden Bus-Transfer geforderte hatte - ohne genau zu spezifizieren, für welchen Teil des Stadions diese Tickets gültig sein sollten. Diese Forderung habe Hannover 96 erfüllt, so der Gerichtssprecher. Anwalt Hüttl meint, das Amtsgericht mache es sich mit dieser Deutung zu einfach. Außerdem widerspricht er der Darstellung des Vereins, man habe von den gesundheitlichen Problemen eines der beiden Kinder nichts gewusst.

Eintrittskarte nur bei gemeinsamer Anreise mit dem Bus - diese Maßnahme für das Derby in Braunschweig löst bei vielen Fans Unmut aus. Die Anhänger fürchten, dass ein solches Prozedere künftig die Regel werden könnte und fühlen sich in ihren Rechten eingeschränkt. 96-Sprecher Jacob widerspricht allerdings der Darstellung, wonach die Maßnahme nicht mit dem Fan-Beauftragten des Vereins abgesprochen sei.

Im Falle der rund 250 Inhaber einer Auswärtsdauerkarte scheint das Verfahren problematisch zu sein, denn laut den Geschäftsbedingungen zum Kauf dieser Langzeittickets erhalten die Abo-Inhaber ihre Tickets fünf Tage vor dem jeweiligen Spiel. Von der Kartenausgabe erst bei einer gemeinsamen Busfahrt steht dort nichts.

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1. sehr verdächtig....
maxehaxe 31.03.2014
Einem Kind ist die maximal 60 minütige Busfahrt nach Braunschweig nicht zuzumuten, aber über 2 Stunden zwischen 96-Ultras, wo von vornherein klar ist dass es Pyrotechnik, Beleidigungen übelster Art und Hass pur geben wird, sind offenbar kein Problem. Da muss es sich ja schon um eine Reisekrankheit größten Ausmaßes handeln.
2. Gesundheitliche Probleme?
psion1977 31.03.2014
Na, jetzt bin ich aber gespannt, welche Art von gesundheitlichen Problemen es einem Kind unmöglich macht, an einer Busfahrt teilzunehmen, obwohl es danach anscheinend ohne Probleme im Gästefanblock zwischen pflegeleichten Fussballfans stehen(!) kann. Ein Ort wo Kinder meiner Meinung nach sowieso nicht hingehören.
3.
Crom 31.03.2014
Ich kenne viele Menschen, denen es bei Busfahrten übel wird. Das ist dann wie seekrank. Was ist also daran ungewöhnlich? Ich Reise auch gern zu Auswärtsspielen meines Vereins. Allerdings wohne ich ganz woanders. Wie will man denn in solch einem Fall jemand zur Busfahrt zwingen? Busfahrt und Ticket haben doch nichts miteinander zu tun. Übrigens auch um Gästeblock gibt es häufig Sitzplatzbereiche. Wer also "Angst" hat zu stehen, der muss auf Auswärtsfahrten nicht verzichten. Als Kind war ich auch schon unterwegs und seinerzeit ging es deutlich weniger friedlich zu. Mir ist dennoch nie was passiert. Einfach von Ärger fernhalten.
4.
learner78 31.03.2014
Es soll auch sitzplatzblöcke für Gästefans geben. Und da tummeln sich normalerweise keine Ultras. Und Pyro hab ich im sitzplatzbereich auch noch nicht Brennen sehen!!!
5. optional
dr.frustus 31.03.2014
Zu Saisonbeginn habe ich mich wie ein kleines Kind auf die Spiele gegen BS gefreut (Endlich das einzig wahre Nds-Derby!!). Inzwischen ist mir, wenn ich mir das Gewese und die Fans ansehe, der Spaß daran vergangen. Zivilisiert ist anders
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