Als erster Fußballverband Norwegen zahlt Fußballerinnen das Gleiche wie Männern

Der norwegische Fußballverband hat beschlossen, die Nationalspielerinnen in der gleichen Höhe zu entlohnen wie ihre männlichen Kollegen. Die verzichteten dafür sogar auf Geld.

Norwegens Fußballerinnen jubeln
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Norwegens Fußballerinnen jubeln


Norwegens Fußballverband nimmt eine Vorreiterrolle ein: Nach offiziellen Angaben hat der Verband eine neue Regelung zur Kompensation seiner Nationalspieler verabschiedet. Demnach sollen die Entschädigungszahlungen für die Frauen ab dem kommenden Jahr an das Niveau der Männer angeglichen werden.

Zukünftig sollen auch die Nationalspielerinnen insgesamt sechs Millionen Norwegische Kronen (knapp 640.000€) pro Jahr für ihre Auftritte im Nationaltrikot erhalten. Bisher erhalten sie mit 3,1 Millionen NOK nur knapp die Hälfte. Einen Anteil von 550.000 NOK (rund 58.500€) steuerten Norwegens männliche Nationalspieler aus einem Budgettopf bei, der sie für kommerzielle Werbeaktivitäten im Rahmen von Länderspielen entlohnt.

Norwegens Offensivspielerin Caroline Graham Hansen bedankte sich bei Instagram für die Aktion ihrer männlichen Nationalmannschaftskollegen: "Das war vielleicht für euch eine kleine Sache" - aber für sie, ihr Team und den gesamten Frauenfußball sei es ein großer Schritt, schrieb sie.

Joachim Walltin, Chef der norwegischen Fußballspieler-Vereinigung, hob die historische Dimension der Vereinbarung hervor. Seines Wissens nach sei sie weltweit bislang einzigartig. "Für die Frauen wird es sicherlich einen gewissen Unterschied ausmachen. Manche von ihnen arbeiten oder studieren", sagte er. Der Verband sehe seine Entscheidung als eine Investition, um das Niveau des Frauenteams weiter zu steigern.

lst

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insgesamt 21 Beiträge
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Phil2302 07.10.2017
1. Für die Frauen sicher gut
Und ich finde das unter der Voraussetzung, dass mit beiden Sportarten gleich viel Geld umgesetzt wird (Trikotverkäufe, Kartenverkäufe, Werbeeinnahmen etc.) auch total richtig. Wird ja wohl auch so sein, oder?
Atheist_Crusader 07.10.2017
2.
Die vermutete Wirkung wäre jetzt eine Leistungssteigerung. Wenn die Damen nicht mehr nebenbei arbeiten müssen, dann können sie sich mehr aufs Training konzentrieren. Und für jene für die noch kein Teil des Teams sind, wird ein Beitritt verlockender, was den Pool an kompetenten Bewerberinnen erhöht. Das Resultat dürfte sich dann ja bei der nächsten WM/EM zeigen. Falls die Rechnung aufgeht, werden Andere früher oder später nachziehen. Und mal ehrlich: bei dem Geld was das gescheffelt wird, ist das ja wohl absolut drin. Trotz aller Schönrederei, Profisport ist eine Unterhaltungsindustrie. Da kommt mehr als genug Geld rum um sich die Taschen vollzustopfen UND die Spieler anständig zu bezahlen. Sogar mehr als nur anständig. Wenn man sich mal die Spitzengehälter, Ablösesummen, etc. anschaut dann kommt man nicht umhin an die Filmindustrie zu denken.
testuser2 07.10.2017
3. wird nicht so deutlich erklärt
Die Nationalspielerinnen erhalten jetzt "insgesamt sechs Millionen Norwegische Kronen (knapp 640.000€) pro Jahr für ihre Auftritte im Nationaltrikot" - genauso viel wie die Nationalspieler insgesamt. Jetzt müsste man wissen, wie viele Nationalspielerinnen es gibt und wie viele Nationalspieler, dann könnte man sagen, ob das gerecht ist oder nicht. Außerdem sollte der Zeitaufwand von Spielern und Spielerinnen gleich hoch sein, um die gleiche Bezahlung zu rechtfertigen.
cave68 07.10.2017
4. man muss
dazu anmerken,dass die norwegische Herren-Nationalmannschaft momentan allenfalls drittklassig ist und in der öffentlichen Wahrnehmung wohl auch eine weitaus geringere Rolle spielt als anderswo da in Norwegen wohl eher Wintersport populär ist. In vielen anderen mitteleuropäischen Ländern wäre dies wohl undenkbar...man vergleiche nur die Zuschauerzahlen zwischen Damen- und Herrenfussball....ich glaube eher nicht dass sich beispielsweise hierzulande etwas daran ändert.
StefanXX 07.10.2017
5. Kein guter Weg
Zitat von testuser2Die Nationalspielerinnen erhalten jetzt "insgesamt sechs Millionen Norwegische Kronen (knapp 640.000€) pro Jahr für ihre Auftritte im Nationaltrikot" - genauso viel wie die Nationalspieler insgesamt. Jetzt müsste man wissen, wie viele Nationalspielerinnen es gibt und wie viele Nationalspieler, dann könnte man sagen, ob das gerecht ist oder nicht. Außerdem sollte der Zeitaufwand von Spielern und Spielerinnen gleich hoch sein, um die gleiche Bezahlung zu rechtfertigen.
Ich bin der Meinung dass sich eine Bezahlung nicht nach Zeitaufwand richten sollte, sondern danach wie viel diese Tätigkeit "bringt", also letztendlich wie viel Einnahmen sie generiert und damit indirekt wie viele Leute sie interessiert. Einfaches Beispiel: Einem Hochbegabten, der nur eine Stunde für etwas benötigt wofür Normalbegabte 8 Stunden benötigen deshalb nur 1/8 Gehalt zu bezahlen wäre sicherlich unangebracht. Und ich bezweifle stark dass Frauenfussball auch nur annähernd so viel Geld in die Kassen spült wie Männerfussball - auch in Norwegen - und deshalb halte ich eine Gleichstellung der Bezahlung für äußerst bedenklich.
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