Desolate Leistung gegen Stuttgart Nürnberg-Verteidiger in der 16. Minute ausgewechselt

Es war ein denkbar unglückliches Bundesliga-Debüt, Nürnbergs Verteidiger Marcos Antonio verschuldete ein Gegentor und hätte beinahe noch einen weiteren Treffer von Gegner Stuttgart verursacht. Bereits in der 16. Minute wurde er ausgewechselt. Sein Trainer sagt: "Wir werden ihn wieder aufbauen."

Nürnberg-Profi Marcos Antonio: "Die Konzentration muss hoch sein"
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Nürnberg-Profi Marcos Antonio: "Die Konzentration muss hoch sein"


Hamburg - Manchmal gibt es Tage, an denen wäre man einfach besser im Bett geblieben. Das dürfte sich Nürnbergs Abwehrspieler Marcos Antonio bei seinem Bundesliga-Debüt am 6. Bundesliga-Spieltag wohl auch gedacht haben. Der Brasilianer sollte für Stabilität in der FCN-Defensive sorgen, wurde aber bereits nach desolaten 15 Minuten von Trainer Dieter Hecking ausgewechselt.

Es war noch nicht einmal eine halbe Minute gespielt, da leistete sich Antonio einen bösen Aussetzer, als ein Rückpass des Brasilianers deutlich zu kurz geriet, VfB-Torjäger Vedad Ibisevic dazwischensprintete - und nach nur 24 Sekunden das bislang schnellste Saisontor erzielte. "Wenn ein Spiel angepfiffen wird, muss die Konzentration hoch sein", sagte Nürnbergs-Coach Hecking.

Antonio leistete sich dann in der 11. Minute einen weiteren Bock und ermöglichte mit einem missratenen Rückpass die nächste gefährliche Tormöglichkeit für die Stuttgarter. Doch der 19-jährige VfB-Spieler Raphael Holzhauser nutzte die Chance nicht.

"So ein Fehler ist nicht zu entschuldigen"

Viele der knapp 43.000 Zuschauer pfiffen Antonio nun bei jeder Ballberührung aus. Kurz darauf nahm Hecking seinen Innenverteidiger aus dem Spiel (16.), es war wohl auch eine Schutzhandlung. "So ein Fehler ist nicht zu entschuldigen, aber wir werden ihn nicht an den Pranger stellen und ihn wieder aufbauen", sagte Hecking später über den 29-Jährigen, der im Sommer von Rapid Bukarest als Ersatz für den nach Leverkusen gewechselten Philipp Wollscheid geholt worden war.

Antonio sollte der Abwehr eigentlich Stabilität geben, nachdem bereits am vergangenen Wochenende eklatante Abwehrfehler für Gegentore - und die Niederlage gegen Hannover 96 gesorgt hatten. "Wir haben jetzt hoffentlich das letzte Geschenk verteilt", sagte Hecking nach dem Spiel gegen Stuttgart.

Nürnberg verlor das Spiel gegen den VfB am Ende 0:2 (0:1), Martin Harnik sorgte in der 75. Minute für den zweiten Stuttgarter Treffer. Der FCN steht nun nach sechs Spieltagen mit zwei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen auf dem zwölften Tabellenplatz. "Im Ansatz haben wir manche gute Gelegenheit gehabt. Das Engagement hat gestimmt, die Bereitschaft war zu erkennen", so Hecking.

bka/dpa/sid

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