Premiere im Weltfußball Österreichischer Fußballer darf mit Prothese auflaufen

Das hat es im Weltfußball bisher nicht gegeben: In der österreichischen Kreisliga darf erstmals ein Spieler auflaufen, der eine Unterschenkel-Prothese trägt. Der Fußball-Weltverband Fifa hat eine entsprechende Ausnahme-Genehmigung erteilt.


Hamburg - Ein österreichischer Kreisligaspieler darf als weltweit erster Fußballer mit einer Unterschenkel-Prothese für seinen Amateur-Club spielen. Der Fußball-Weltverband Fifa bestätigte entsprechende Medienberichte aus Österreich und vom Magazin "Focus". Fifa-Chefarzt Jiri Dvorak habe "in Rücksprache mit der medizinischen Kommission und dem technischen Team des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) dem Antrag von Martin Hofbauer stattgegeben", hieß es vom Weltverband.

Dem 20 Jahre alten Hobby-Fußballer war nach einer Krebserkrankung der rechte Unterschenkel amputiert worden. "Ich habe immer daran geglaubt, dass es klappen wird. Zweifel kenne ich nicht, ich denke immer positiv", sagte er der "Kleinen Zeitung" in Österreich.

Hofbauer spielt in der 1. Klasse Ost B für den UFC Miesenbach. Nach seiner Krankheit wurde über den steirischen Landesverband beim österreichischem Fußball-Verband (ÖFB) um Spielgenehmigung angefragt. Dieser wiederum wandte sich an die Fifa. Die Genehmigung wurde mit der Auflage erteilt, dass durch die Prothese keine Eigen- und Fremdgefährdung vorliegt. Der Referee muss die Prothese vor Spielbeginn überprüfen.

aha/dpa



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richardheinen 11.05.2013
1. Das finde ich
toll, nicht nur von der FIFA, die ja nur Selbstverständliches "erlaubt" hat, sondern von Herrn Hofbauer, der trotz seiner Erkrankung und deren schrecklichen Folgen sein Hobby ausüben will, im wahrsten Sinne des Wortes am Ball bleibt. Hut ab.
Stelzi 11.05.2013
2.
Zitat von richardheinentoll, nicht nur von der FIFA, die ja nur Selbstverständliches "erlaubt" hat, sondern von Herrn Hofbauer, der trotz seiner Erkrankung und deren schrecklichen Folgen sein Hobby ausüben will, im wahrsten Sinne des Wortes am Ball bleibt. Hut ab.
So selbstverständlich ist das nicht, denn eine gewöhnliche Prothese birgt doch recht erhebliche Verletzungsgefahr für die Mitspieler - die Dinger sind aus Metall und Carbon/GFK. Ohne adequate "Polsterung" geht da nichts. Andererseits muss sie so konstruiert sein, dass sich bei einem Tackling oder Foul auch nicht zum Gesundheitsrisiko für den Träger wird. Das muss schon technisch-medizinisch geprüft und abgenommen werden.
monkeyking 12.05.2013
3. Vorteil?
Ich kann mir vorstellen dass es nun zumindest im Unterbewusstsein der Gegenspieler zu einer Hemmschwelle kommen wird. Ich kann mir jedenfalls nur schwer vorstellen diesen Spieler wegzugraetschen. PS:Wie ueberprueft ein Schiedsrichter die Protese? Das ist Kreisliga.
frummler 12.05.2013
4. Fehlentscheidung in meinen augen
Es freut mich das er wieder spielen kann! aber wer will denn in einem zweikampf gehen und eine prothese abbekommen nur um dann verletzt vorm platz getragen zu werden???
epic_fail 12.05.2013
5.
Zitat von frummlerEs freut mich das er wieder spielen kann! aber wer will denn in einem zweikampf gehen und eine prothese abbekommen nur um dann verletzt vorm platz getragen zu werden???
Yap, ganz genau! Zwischen hartem Knochen, den man auch als Grätschender mitunter abbekommt und Carbon besteht ein himmelweiter Unterschied, denn während menschlicher Knochen herrlich flauschig weich ist, tut Carbon dann doch richtig weh, weil´s hart ist. Das Problem ist allein in Ihrem Kopf zu finden!
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