Türkischer Pokal Drittligist trotzt auch ohne Naki Fenerbahce Remis ab

Drittligist gegen Erstligist: Eigentlich das Spiel des Jahres für den türkischen Klub Amed SK. Allerdings durften wegen angeblich "ideologischer Propaganda" gegen Fenerbahce keine Zuschauer ins Stadion.

Ex-St. Pauli-Profi Naki (2010): Für zwölf Spiele gesperrt
REUTERS

Ex-St. Pauli-Profi Naki (2010): Für zwölf Spiele gesperrt


Der Drittligist Amed SK hat im Viertelfinal-Hinspiel des türkischen Fußball-Pokal dem Spitzenklub Fenerbahce Istanbul ein 3:3 abgerungen - und das ohne die Unterstützung des Publikums und ohne ihren prominentesten Spieler.

Dabei ging der Außenseiter sogar zwei Mal in Führung. Schon nach zehn Minuten besorgte Sehmus Özer das 1:0. Nachdem Ramazan Civelek schnell für Fenerbahce ausglich, ging der Favorit durch Stürmer Fernandao 2:1 in Führung. Innerhalb weniger Minuten brachten Ferdi Coskun und Yusuf Yagmur den Drittligisten erneut in Front, bevor Volkan Sen den Endstand herstellte.

Zur Partie im Seyrantepe Diski Stadion hatten Zuschauer keinen Eintritt. Der türkische Fußballverband TFF hatte Amed SK wegen Fangesängen, die "ideologische Propaganda" beinhaltet haben sollen, mit einer Platzsperre belegt.

Zudem musste der Verein auf Leistungsträger Deniz Naki verzichten. Der frühere Profi des FC St. Pauli war nach einem Facebook-Eintrag ebenfalls wegen angeblicher Propaganda und unsportlichen Äußerungen für zwölf Pflichtspiele gesperrt worden. Naki, der Kurde ist, hatte nach dem Pokalsieg über den Erstligisten Bursaspor gepostet: "Wir widmen diesen Sieg den Menschen, die in den 50 Tagen der Unterdrückung getötet oder verletzt wurden." Dies reichte dem türkischen Verband bereits, um die Rekordsperre auszusprechen.

Das Rückspiel in Istanbul findet zwischen dem 1. und 3. März statt.

aha/dpa



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