Hamburg - "Unsere Spieler sind in Deutschland vergiftet worden", sagte der Coach von EM-Gastgeber Ukraine, Oleg Blochin, nach der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen die Türkei in Ingolstadt: "Wir hatten große Personalsorgen. Zehn Spieler haben unter einer Lebensmittelvergiftung gelitten."
Auch Bayern-Profi Anatoli Timoschtschuk gehörte angeblich zu den Vergifteten, er lief beim letzten Test vor der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine nicht auf. Blochin erklärte, dass er wegen der Erkrankungen seine Aufstellung kurz vor dem Anpfiff habe verändern müssen. Kurios: Vor dem Spiel hatten die Ukrainer das Fehlen des Bayern-Mittelfeldspielers noch anders begründet: "Alles in Ordnung, kein Problem. Er wird geschont."
Verteidiger Bogdan Butko und Mittelfeldspieler Denis Garmasch, so Blochin weiter, hätten trotz der Vergiftung spielen müssen. "Wir wissen noch nicht, was der Grund ist. Alle, die betroffen sind, haben unterschiedliche Dinge gegessen", sagte der Coach. Der Wahrheitsgehalt von Blochins Aussagen konnte nicht überprüft werden, denn sowohl Timoschtschuk als auch seine Mannschaftskollegen verließen die Arena in Ingolstadt durch den Hinterausgang, ohne mit den Journalisten zu sprechen.
Am 11. Juni spielt die Ukraine in der Gruppe D zum Auftakt gegen Schweden (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Ein Auftaktsieg ist fast schon Pflicht, sollte sich der Co-Gastgeber Hoffnung auf das Viertelfinale machen. Denn die weiteren Gruppengegner sind Frankreich und England. "Unsere Elf kann den ganzen Weg bis zum Titel gehen, auch wenn dafür viele günstige Umstände zusammenkommen müssen", sagte Blochin, der nun seine Hauptaufgabe darin sieht, "die Spieler zu kurieren".
bka/sid
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