Bierhoff-Zitate zur Erdogan-Affäre "Und jetzt reicht es auch"

Auch nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft bleibt die Erdogan-Affäre eine kontroverse Debatte. DFB-Manager Oliver Bierhoff heizt sie durch seine neuen Äußerungen weiter an. Ein Rückblick.

Oliver Bierhoff
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Oliver Bierhoff


Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat sich in den vergangenen Wochen sehr häufig über die Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan nach deren Erdogan-Affäre geäußert.

Hier eine Auflistung der markantesten Bierhoff-Aussagen vom 15. Mai bis 5. Juli 2018:

"Man muss auch verstehen, wie Türken in dieser Sache ticken."

(Bierhoff am 15. Mai über Özil und Gündogan nach Bekanntwerden der Erdogan-Affäre)

"Ich kenne beide Spieler schon seit Jahren und weiß, wie sehr sie sich mit der Nationalmannschaft und unseren Werten in Deutschland identifizieren. Mesut und Ilkay sind nicht nur aufgrund ihrer Entscheidung, für Deutschland spielen zu wollen, weiterhin gute Botschafter für Integration."

(Bierhoff am 19. Mai nach der Aussprache mit Özil und Gündogan vor dem DFB-Pokalfinale)

"Mesut und Ilkay sind junge Menschen. Man muss sie nicht auf ewig verdammen. Es passiert auch hoch qualifizierten und erfahrenen Politikern, dass sie ins Fettnäpfchen treten, dass sie Fehler machen oder falsche Symbole aussenden - und danach geht's weiter. Für Fußballer sollten keine anderen Maßstäbe gelten."

(Bierhoff am 2. Juni in der "Süddeutschen Zeitung")

"Wir haben sehr viel gemacht, und jetzt reicht es auch. Wir haben den Spielern gesagt, dass sie das abhaken müssen. Jetzt schauen wir nach vorne und stehen zusammen."

(Bierhoff am 7. Juni im Trainingslager in Eppan)

"Ihr beendet es doch nicht. Ihr bringt es doch jeden Tag wieder, weil ihr keine Themen habt. Ihr könnt die Fragen aber auch stellen. Ihr müsst nur akzeptieren, wenn einer sagt: Darüber rede ich nicht mehr."

(Bierhoff am 8. Juni in Leverkusen vor dem Länderspiel gegen Saudi-Arabien in der ARD)

"Das ist seine Aussage. Ich gehe davon aus, dass er das durchzieht. Der Deutsche Fußball-Bund verlangt immer mündige Spieler. Mündig heißt ja, dass man selbst entscheidet und verantwortet, wie man reagiert. Und das tut Mesut. Ob es in diesem Fall richtig und gut für ihn ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Konsequenzen haben wir ihm aufgezeigt und kennt er aus Erfahrung."

(Bierhoff am 12. Juni in der "Bild-Zeitung" über Özil)

"Ich sehe nicht die Notwendigkeit, das Thema hier noch mal aufzugreifen."

(Bierhoff am 15. Juni im Nationalmannschafts-WM-Quartier in Watutinki)

"Der größte Teil der Kritik ist gerechtfertigt, aber ich finde es schade, wenn es unter die Gürtellinie geht wie bei Mesut Özil oder anderen Spielern, die sich um Deutschland verdient gemacht haben. Sie sollten hart und kritisch bewertet werden, aber man sollte nicht zu sehr in Häme gehen."

(Bierhoff am 20. Juni vor Deutschlands WM-Vorrundenspiel gegen Schweden in Sotschi)

"Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen. Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet."

(Bierhoff am 5. Juli in der Welt)

insgesamt 14 Beiträge
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franz.v.trotta 06.07.2018
1.
Wem ist damit gedient, wenn das Thema immer wieder aufgewärmt wird? Den Spielern nicht, dem Leser nicht ... allenfalls den Presseleuten, die noch ein bisschen Skandal machen können (und wollen).
uhahn 06.07.2018
2. Nein, keine Fehlkommunikation
oder sonst ein hochgestochenes Gelaber. Entweder spielen in einer Nationalmannschaft Leute, die sich mit der Nation und den nationalen Fans identifizieren oder es herrschen Zustände wie in Saudi-Arabien, wo beliebig Stars gekauft werden um egal wie erfolgreich zu sein. Entweder oder. Es gibt keinen Mittelweg.
taglöhner 06.07.2018
3. Network
Man kann sicher darüber diskutieren, wie lau das Wässerchen von Bierhoff ausging. Die großen Durchlauferhitzer aber sitzen ja wohl hauptsächlich in den betreffenden Medien.
aurichter 06.07.2018
4. Es ist Zeit
dass beim DFB endlich mal ein denkender Mitarbeiter diesem Herrn Bierhoff erzählt, dass die WM gelaufen ist und sich Änderungen nicht mehr auswirken! Jetzt also das umsetzen, was ER vorher gefordert hat, Thema abschliessen. Jetzt auf das rein sportliche Fokussieren und die EM20 in Angriff nehmen. Alles andere bringt nichts mehr, es ist passiert und lässt sich nicht mehr ändern. Meine Gro?mutter sagte immer, keinen Gedanken mehr daran verschwenden, nicht mehr darüber ärgern (egal was vorgefallen ist), die Konsequenzen daraus ziehen und in die Zukunft schauen. Was jetzt hier vorgeht ist brotlose Kunst. Aber wer keine Probleme hat, der macht sich welche - wie es aussieht.
momo1203 06.07.2018
5.
Wäre das Thema nicht immer und immer wieder von Seiten der Medien angegriffen worden, wäre es schon längst wie so vieles vergessen. Wäre Deutschland nicht ausgeschieden, würden Weltmeister werden, würde es auch niemand interessieren! Und ein Türke, Grieche, Spanier oder welche Nationalität auch immer - in Deutschland auch 100 mal geboren, ein großer Teil in jenem wird niemals deutsch sein!
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