Oliver Kreuzer HSV trennt sich von Sportdirektor

Der HSV will sich neu ausrichten, Vorstandschef Beiersdorfer soll dem knapp dem Abstieg entkommenen Verein wieder eine Identität verpassen. Sportdirektor Kreuzer wird daran nicht mitwirken.

Oliver Kreuzer: Nicht länger Sportdirektor beim HSV
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Oliver Kreuzer: Nicht länger Sportdirektor beim HSV


Hamburg - Der Hamburger SV hat sich mit sofortiger Wirkung von Sportdirektor Oliver Kreuzer getrennt. Das teilte der Bundesligist am Abend mit. Der 48-Jährige hatte das Amt erst im Juni 2013 angetreten, sein Vertrag lief noch zwei Jahre. Der HSV hatte in der vergangenen Saison erst in der Relegation gegen Fürth den Abstieg verhindert.

"Wir haben gewisse Vorstellungen einer Neuausrichtung des sportlichen Bereichs. Diese Entscheidung ist ein Teil davon. Ich habe Oliver Kreuzer heute in einem persönlichen Gespräch davon unterrichtet", sagte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer.

Der Vorsitzende hatte seine Arbeit erst Anfang Juli aufgenommen. "Ich glaube, dass wir in Teilen die Orientierung verloren haben", sagte Beiersdorfer damals. Dem HSV stehe ein langer Weg bevor: "Ich werde alles dafür tun, dass wir diesem Klub wieder eine Identität, eine Kultur geben." Für Kreuzer ist in diesem Plan kein Platz vorgesehen. Dabei hatte Beiersdorfer noch am vergangenen Mittwoch gesagt: "Wir werden uns noch mal in Ruhe zusammensetzen, es gibt noch keine Entscheidung."

Kreuzer hatte sein Amt als Sportdirektor erst am 4. Juni 2013 angetreten. Beiersdorfer dankte dem ehemaligen Profi des Karlsruher SC und des FC Bayern München nun "für seinen großen Einsatz während seiner Zeit beim HSV".

Kreuzer stand bei den Hanseaten nach der verkorksten letzten Saison in der Kritik. Besonders angekreidet wurde Kreuzer die Verpflichtung des holländischen Trainers Bert van Marwijk. Sie war teuer und ineffektiv. Zudem verpflichtete Kreuzer einige Spieler nur auf Wunsch seiner Trainer, die dann die Erwartungen nicht erfüllten. So wollte Thorsten Fink den torlosen Stürmer Jacques Zoua haben, van Marwijk die unauffälligen Landsleute Ouasim Bouy und Ola John.

Nun muss der Verein erneut eine Abfindung zahlen, Kreuzer hat noch einen Vertrag bis Mitte 2016. Als Nachfolger wird der ehemalige St.-Pauli-Profi Peter Knäbel gehandelt, der derzeit als Technischer Direktor beim Schweizer Fußball-Verband beschäftigt ist. Er könnte auch die Nachwuchsarbeit bei den Hamburgern neu aufstellen, mit der Beiersdorfer nicht zufrieden ist. Bei seiner Vorstellung bezeichnete er sie als nicht konkurrenzfähig in der Bundesliga.

luk/sid/dpa



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insgesamt 23 Beiträge
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Seite 1
politik-nein-danke 14.07.2014
1. Was hat eigentlich Beiersdorfer in seiner Zeit als Sportdirektor
in Sachen Nachwuchs getan? Als die anderen Vereine die Internate aufbauten? Was hat er da veranlasst?
TommyDreamer 14.07.2014
2. Kein Geld, kein Internat!!!
Und wie sollte Herr Kreuzer ein Jugendinternat aufbauen, wenn das Geld dafür zum Stopfen von Finanzlöschern verwendet wurde??? Das haben aber ganz Andere zu verantworten...
bernd.stromberg 14.07.2014
3.
Zitat von TommyDreamerUnd wie sollte Herr Kreuzer ein Jugendinternat aufbauen, wenn das Geld dafür zum Stopfen von Finanzlöschern verwendet wurde??? Das haben aber ganz Andere zu verantworten...
Ach was, und jetzt überlegen wir mal ganz scharf wer als Sportchef dafür die Verantwortung zu übernehmen hat. Abgesehen davon ist das im Kern natürlich auch falsch. Die verkauften Anleihen für das Jugendzentrum sind Zweckgebunden, ergo sind die Mittel zumindest bei Bedarf verfügbar, sonst würden wir uns im strafrechtlich-relevanten Bereich der Veruntreuung bewegen. Und das ist unrealistisch - da kürzlich die Finanzen des HSV bekanntermaßen ja von Wirtschaftsprüfern, den neuen Funktionären von HSV-Plus inkl. Beiersdorfer und dem DFB (zwecks Erstligalizenz) intensiv geprüft wurden. Ergo ist das mit der angeblichen Zweckentfremdung der Fan-Anleihe und dass diese bereits "verprasst" sei nichts als haltloses Stammtischgeplapper! Und wer genau soll das sein, der das Ihrer Ansicht nach zu verantworten hat? Kreuzer ist als Sportchef Vorstandsmitglied gewesen, und hätte daher die entscheidenden Hebel in der Hand gehabt, um dies zu verhindern. Und "schlechte Nachwuchsarbeit" bedeutet auch für >1 Mio. Ablöse einen mittelmäßigen Zoltan Stieber aus der 2. BL zu kaufen, anstatt vergleichbare Perspektivspieler aus der Jugend zu den Profis zu holen.
input1000 14.07.2014
4. Hamburger Spaß Verein
Kreuzer hatte kein Geld, konnte nicht viel bewegen- Lasogga und Cananoglu waren seine Transfers. Der HSV wurde von seinem dänischen Vorgänger platt gemacht....Fußball.
Kurt2.1 14.07.2014
5. #4
Zitat von input1000Kreuzer hatte kein Geld, konnte nicht viel bewegen- Lasogga und Cananoglu waren seine Transfers. Der HSV wurde von seinem dänischen Vorgänger platt gemacht....Fußball.
Der Misserfolg hat 1000 Väter. Immer noch Schuldzuweisungen durchzuführen ist müßig und bringt niemandem etwas. Dicker als dieser soeben vollzogene Schlussstrich kann ein Schlussstrich nicht sein. Jetzt muss man in die neue Saison blicken und mit dem Vorhandenen neu beginnen.
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