Olympia 2018 US-Frauen schnappen Norwegen Langlauf-Gold weg

Eigentlich ist Norwegen im Langlauf das Maß der Dinge. Das Frauenteam um Marit Bjørgen hat im Sprint aber ausnahmsweise nicht gewonnen. Bei den Männern durfte Johannes Klæbo seinen dritten Olympiasieg bejubeln.

US-Läuferin Jessica Diggins
AFP

US-Läuferin Jessica Diggins


Die Langläuferinnen Kikkan Randall und Jessica Diggins haben bei den Winterspielen von Pyeongchang das erste Langlauf-Gold für die USA geholt. Das Duo gewann den Teamsprint über 6x1,25 Kilometer im freien Stil mit 0,19 Sekunden vor den Schwedinnen Charlotte Kalla und Stina Nilsson sowie Rekord-Winterolympionikin Marit Bjørgen und Maiken Caspersen Falla aus Norwegen (+2,97). Für die zuvor einzige olympische Medaille eines US-Läufers hatte Bill Koch 1976 mit Silber über 30 Kilometer gesorgt.

Bjørgen verpasste damit ihre insgesamt achte Goldmedaille (7-4-2), mit der sie den Biathleten Ole Einar Bjørndalen (Norwegen/8-4-1) als erfolgreichsten Wintersportler bei Olympia abgelöst hätte. Damit liegt Bjørgen weiter auf dem dritten Platz der erfolgreichsten Sportler in der Winterspiel-Geschichte. Ihre wohl letzte Gelegenheit bietet sich am Sonntag im "Marathon" über 30 Kilometer. Trösten durfte sich Bjørgen mit der 14. olympischen Medaille ihrer Laufbahn, damit ist sie nun alleinige Rekordhalterin vor Bjørndalen (13).

Das deutsche Duo Nicole Fessel und Sandra Ringwald belegte im Finale den zehnten und letzten Platz (+1:10,10 Minuten). "Ich bin schon ein bisschen enttäuscht. Ich habe mich ganz gut gefühlt, aber am Ende war nicht mehr drin. Irgendwann kam der Hammer. Damit müssen wir leben", sagte Ringwald im ZDF.

Der Teamsprint gehört zum vierten Mal zum olympischen Programm, bislang war ein fünfter Platz das schlechteste deutsche Ergebnis gewesen. 2010 hatten Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad sogar Gold geholt, vor vier Jahren in Sotschi verpassten Steffi Böhler und die heutige Biathletin Denise Herrmann als Vierte eine Medaille.

Klæbo holt drittes Gold von Pyeongchang

Besser lief es bei Norwegens Männerteam: Johannes Klæbo sicherte sich gemeinsam mit seinem Teamkollegen Martin Johnsrud Sundby die Goldmedaille. Für Klæbo war es bereits die Dritte bei diesen Spielen. Nach dem französischen Biathleten Martin Fourcade ist Klæbo der zweite Dreifachsieger von Pyeongchang.

Für Norwegen ist es bereits das sechste Skilanglauf-Gold dieser Winterspiele. Das hat bislang noch keine Nation geschafft. Klæbo hat die Chance, als erster Skilangläufer viermal Gold bei ein- und denselben Olympischen Winterspielen zu gewinnen. Am Dienstag vergangener Woche war er zum jüngsten Skilanglauf-Olympiasieger der Geschichte aufgestiegen. Am Samstag steht bei den Männern der 50-Kilometer-Massenstart im klassischen Stil an (6 Uhr MEZ, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Silber ging an Russland (Denis Spizov, Alexander Bolshunov/+1,71 Sekunden), Bronze sicherte sich Frankreich (Maurice Manificat, Richard Jouve/+ 2,02). Das deutsche Duo Sebastian Eisenlauer und Thomas Bing hielt sich lange Zeit gut, musste sich am Ende jedoch mit dem letzten Platz begnügen (+45,94).

mon/dpa/sid



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
quark2@mailinator.com 21.02.2018
1.
Irgendwie werden die Rekorde unvergleichbar, wenn man immer mehr Disziplinen dazuerfindet (Mixed Staffeln, etc.). In manchen Disziplinen kann man nur ganz genau eine Medaille bekommen, in anderen werden es immer mehr für die gleichen Leute. Finde ich dann nicht besonders fair noch damit rumzuprahlen, wieviele man hat.
uli_san 21.02.2018
2. Muss man das verstehen,
warum das deutsche Damenteam eine noch nicht wieder genesene Nicole Fessel einsetzt, während drei gesunde Läuferinnen vor Ort sind? Damit hat man weder Nicole Fessel einen Gefallen getan, noch ihrer Teamkolllegin, die damit chancenlos war. Der sportliche Gedanke sollte doch eigentlich im Vordergrund stehen vor Gefälligkeiten gegenüber zweifellos verdienten Sportlern.
hjanko 21.02.2018
3. Norwegen und der Langlauf...
... das hat mMn ein heftiges Gschmäckle. Was hat Norwegen nochmal im offiziellen Gepäck? 6.000 - Sechstausend! Dosen Asthmamittel für 121 Athleten. D.h die haben gut der Hälfte ihrer Athleten einen Freibrief für Doping besorgt. Da ist die Frage der Russen nach fairer Behandlung nicht unberechtigt..
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.