Fußball in Griechenland Reaktion auf 1:1 - Präsident schickt Spieler in den Zwangsurlaub

Remis mit drastischen Konsequenzen: Aus Wut hat der Eigentümer von Olympiakos Piräus eine Strafe von 400.000 Euro gegen sein Team verhängt. Den Rest der Saison sollen Nachwuchsspieler bestreiten.

Evangelos Marinakis
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Evangelos Marinakis


Klubpräsident Evangelos Marinakis hat Spieler des griechischen Fußball-Rekordmeisters Olympiakos Piräus wegen mangelnden Erfolgs bis zum Ende der Saison beurlaubt und eine Strafe von 400.000 Euro gegen die Mannschaft verhängt. "Die Fans und ich haben euch lange toleriert. Viele von euch sollten gleich in den Urlaub gehen", soll Marinakis laut griechischen Medien zu der Mannschaft gesagt haben. Er kündigte an, die Mannschaft "von Grund auf neu aufbauen" zu wollen.

Für die letzten vier Partien der Super League will Marinakis, auch Besitzer des englischen Zweitligisten Nottingham Forest, hauptsächlich Jugendspieler einsetzen. Nur wenige ausgewählte Profis des aktuellen Kaders sollen für diese Partien rehabilitiert werden. Viele der Spieler sollen den Verein im Sommer verlassen.

Olympiakos hatte am vergangenen Spieltag gegen APO Levadiakos 1:1 gespielt und im Verlauf der Saison auch gegen den Rivalen Panathinaikos verloren. Das Team aus der griechischen Hafenstadt liegt vier Spiele vor Saisonende auf dem dritten Platz, der nicht für eine Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation reichen würde.

Für Olympiakos spielt auch der frühere deutsche Nationalspieler Marko Marin, der im August 2016 vom FC Chelsea nach Piräus wechselte. "Der Präsident hat absolut recht", sagte Marin der "Sport Bild". "Olympiakos muss in Griechenland jedes Jahr Meister werden. Und was wir in den vergangenen zwei, drei Monaten gezeigt haben, war viel zu wenig und eines Meisters nicht würdig."

Vor drei Jahren hatte Marinakis wegen mangelnder Leistung schon einmal eine Strafzahlung in Höhe von 500.000 Euro gegen seine Mannschaft verhängt. "Ich erzähle euch etwas sehr Wichtiges und nicht Verhandelbares: Olympiakos ist der größte Klub Griechenlands, und für jeden von euch ist es eine Ehre, für diese Mannschaft und diesen Verein spielen zu dürfen", soll Marinakis griechischen Medien zufolge damals zu seinen Spielern gesagt haben.

ngo/dpa/Reuters/sid



insgesamt 5 Beiträge
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Hans-Hermann K. 03.04.2018
1. Das sollte
sich einmal die Fuehrung des HSV und dessen Geldgeber "hinter die Ohren" schreiben! Finde ich eine gute Massnahme des Griechen und man sieht doch, dass etwas geht, wenn die Mannschaft nicht spurt! Es ist nicht immer der Trainer der allein Schuldige!
w.o. 03.04.2018
2.
so viel zu den Befürwortern der Abschaffung von 50+1
Hans-Hermann K. 04.04.2018
3. Das ist doch
einmal eine Massnahme, die sich der HSV zu eigen machen koennte. Es muss nicht immer gleich der Trainer gefeuert werden! Die Massnahme des Griechen halte ich fuer keine schlechte Idee, um einer Mannschft zu zeigen, dass es auch anders geht.
Hans-Hermann K. 04.04.2018
4.
warum verschwindet hier heute schon zum 2ten Mal mein Kommentar zu diesem Thema? Ist jetzt Nachtruhe in deutschen Redaktionsstuben und somit die Moeglichkeit einer Kommentierung von der suedlichen Halbkugel wegen einer Zeitdifferenz von 5 Stunden nicht moeglich? Dann sollten Sie freundlicherweise darauf hinweisen, dass Ihre Redaktion in der Zeit von/ bis nicht besetzt ist. Vielen Dank!
GueMue 04.04.2018
5. Tat ist gut, nur von den Falschen
Fussball ist im ueberwiegenden Betrieb der Sport der Arbeiter und kleinen Leute. Dem Narzismus vieler dient er in den Profibereichen. Das Verhalten des Praesidenten ist beleidigte selbstgefaelligkeit.
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