Panne bei ARD-Übertragung Opdenhövel macht sich über Fifa lustig

Der deutsche WM-Auftaktsieg hat für kollektiven Jubel gesorgt. Dabei wurde bei der ARD offenbar vergessen, den Ton des Internet-Livestreams abzustellen. Moderator Matthias Opdenhövel sprach die Gedanken vieler Fußballfans laut aus.

ARD-Moderator Opdenhövel: "Schwindeliga Fifa-Flöten"
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ARD-Moderator Opdenhövel: "Schwindeliga Fifa-Flöten"

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SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - ARD-Moderator Matthias Opdenhövel ist im Zusammenspiel mit Experte Mehmet Scholl für seine teilweise flapsigen Spielanalysen bekannt. Nach dem 4:0-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft war Opdenhövel allerdings zu hören, obwohl sein Mikrofon eigentlich abgestellt sein sollte.

Im Internet-Livestream der ARD sollte es eine Pause geben. Das Standbild von der ARD-Terrasse in Rio de Janeiro verhieß auch genau das, der Ton lief aber weiter. Opdenhövel wartete auf die Bekanntgabe des offiziellen "Man of the Match" der Fifa - letztlich ging der Titel an den dreifachen Torschützen Thomas Müller. Opdenhövel bekam diese Information von der Redaktion mitgeteilt und reagierte wie folgt: "Ist das offiziell, 'Man of the Match'? Ja, du weißt ja nie bei den schwindeligen Fifa-Flöten."

Bei Twitter verbreitete sich der Fauxpas rasend schnell. Über Müllers Wahl musste ohnehin nicht viel diskutiert werden und Opdenhövel traf, wenn auch ungewollt, den Nerv vieler Fans. Der Fußballweltverband steht allgemein wegen Korruptionsvorwürfen und speziell in Brasilien wegen der massiven Kosten der Weltmeisterschaft in der Kritik.

Auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE wollte sich die Pressestelle der ARD zunächst nicht äußern. Die Verantwortlichen in Brasilien seien aufgrund der Zeitverschiebung noch nicht zu erreichen.

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insgesamt 111 Beiträge
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h0wkeye 17.06.2014
1.
Das ist schon erschütternd, dass kritische Aussagen im Deutschen Fernsehen fast nur noch kommen, wenn vergessen wurde, das Mikro auszuschalten.
suppe83.md 17.06.2014
2. Was soll man dazu sagen ...?
... Treffer versenkt, Herr Opdenhövel! Das hätte man auch sagen können wenn man weiss die Mikros sind an, denn es sind ja offensichtlich Tatsachen die man da von der Fifa so hört! Man kann das Kind ruhig beim Namen nennen ...
Orthoklas 17.06.2014
3. Wo er Recht hat...
Ich mag den Opdenhövel zwar überhaupt nicht, aber wo er Recht hat, hat er Recht! Hoffentlich setzt der Kommentar nicht nur ihn sondern auch die FIFA etwas mehr unter Druck!
herrpe 17.06.2014
4. wieso panne!?
dürfen journalisten nur noch offizielles verkünden? wenn ja, wozu brauchen wir sie dann überhaupt noch? erklärt mir das bitte, liebe spiegel-redakteure. ich nenne es selbstzensur. oder warum sprecht ihr sonst von einer panne? gebt dem mann eine medaille.
jakam 17.06.2014
5. Political Correctness
Wer hat denn nicht die Nase voll von der "political correctness", die man überall hören muß? Es ist schon nervig genug, daß man manche Dinge nicht mehr beim Namen nennen darf - das glattgespülte Gewäsch mancher Moderatoren trieft geradezu vor Schleim und Glattheit, sich einen solchen Mist anhören zu müssen macht keinen Spaß! Großartig, Opdenhövel - mehr Ehrlichkeiten wie diese, dann wird auch Fernsehen wieder interessanter. Dieses ganze weichgespülte Schmeichelsuppe ist unerträglich!
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