Hitzfeld über Sammer "Wen oder was er genau beraten soll, ist mir nicht klar"

Ottmar Hitzfeld und Matthias Sammer haben einst gemeinsam mit dem BVB die Champions League gewonnen. Sammer ist inzwischen wieder in Dortmund tätig - als externer Berater. Sein ehemaliger Trainer wundert sich.

Matthias Sammer (l.), Hans-Joachim Watzke
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Matthias Sammer (l.), Hans-Joachim Watzke


1995 und 1996 wurden sie mit Borussia Dortmund Deutscher Meister, 1997 feierten sie den Gewinn der Champions League: Ottmar Hitzfeld kennt Matthias Sammer also gut - die aktuelle Aufgabe seines ehemaligen Führungsspielers versteht er allerdings nicht. "Er soll ja offenbar beratend tätig sein. Matthias ist ein absoluter Experte, aber wen oder was er genau beraten soll, ist mir nicht so richtig klar", sagte Hitzfeld dem Sportbuzzer. "Am Ende müssen ohnehin die Leute vor Ort den Kopf hinhalten."

Im März hatte der BVB bekanntgegeben, dass Sammer als Berater zu Borussia Dortmund zurückkehren würde. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte sich gewünscht, dass Sammer für "frischen Wind und hohe Kompetenz" sowie "eine unbequeme, aber von Vertrauen geprägte Diskussionskultur" sorgt. Aus dem Tagesgeschäft solle er sich allerdings heraushalten und sich stattdessen in Gesprächsrunden mit Watzke und Sportdirektor Michael Zorc einbringen.

Hitzfeld befürchtet ein Kompetenzgerangel beim BVB: "Ich bin der Meinung, dass nicht zu viele Leute mitreden sollten. Zu viele Meinungen sind nicht hilfreich. Sebastian Kehl wird sicher nah bei der Mannschaft sein, Michael Zorc aber der wichtigste Ansprechpartner für Favre bleiben. Die Rolle von Matthias Sammer kann ich nicht einschätzen."

Ein Screenshot des gemeinsamen Jubels von Sammer und Watzke über den späten Dortmunder Siegtreffer im Pokalspiel in Fürth hatte in den sozialen Medien Befürchtungen ausgelöst, dass Sammers offenbar auch sehr emotionales Engagement beim BVB seine Einsätze als TV-Experte bei Eurosport negativ beeinflussen könnte. Gleichzeitig fand das Bild auch als Meme schnelle Verbreitung.

chh

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insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
lesheinen 22.08.2018
1.
Die von Hitzfeld gestellte Frage ist verständlich. Ich habe mir Sammers Aufgabe bei seiner Einstellung mal ironisch so vorgestellt, dass er während eines Spieles von der Tribüne aus dem Trainer Tipps und Anweisungen gibt. Ist natürlich Quatsch, aber nichts Genaues weiß man nicht, eine Arbeitsplatzbeschreibung wurde nicht veröffentlicht. Jedenfalls verdient er sich zumindest ein Taschengeld. Was mich stört, ist, dass Sammer als damaliger Sportdirektor beim FC Bayern gegen seinen damaligen Ex-Arbeitgeber Boussia Dortmund mehrmals übelst geätzt hat, wenn ich mich recht erinnere, und jetzt wieder bei Borussia tätig ist, egal, ob als Frühstüksdirektor oder an irgendeinem Schalthebel. Wäre ich Watzke, ich hätte den Job nicht angeboten, wäre ich Sammer, ich hätte ihn nicht angenommen.
neowave 22.08.2018
2. "[...]was er genau beraten soll, ist mir nicht so richtig klar."
Zitat: "[...]was er genau beraten soll, ist mir nicht so richtig klar." Na, wie auch -schliesslich ist er ja auch nicht invoviert. Generell bleibt zunächst mal festzustellen, das es im wirtschaftlichen Umfeld Berater gibt wie Sand am Meer (in Relation zur Anzahl von GF/Vorständen). Insoweit nichts Besonderes. Zitat: "Am Ende müssen ohnehin die Leute vor Ort den Kopf hinhalten." Bei aller Wertschätzung, Herr Hitzfeld, diese Binse dürfte den BVB-Verantwortlichen bekannt sein. Alles in allem: Ich mag den Sammer nicht sonderlich und seit seiner FCB-Zeit schon lange nicht, aber wie der BVB-Vorstand seine Geschäfte führt, bleibt ihm überlassen. Wenn man in Dtmd meint und glaubt, Sammers Verpflichtung ist zielführend, dann wäre es sehr dumm, es nicht zu tun. Kurzum - Vorstände sind autark in ihren Entscheidungen, mit welchen Massnahmen Sie die Zielerreichung realisieren. Und bis zu dieser Abrechnung, der Vorlage der Bilanz eben, kann man zwar `ne Meinung haben, im Zweifel auch `ne andere - aber Führungspersonal ist generell gut beraten, unqualifiziertes Gequassel als dass zu nehmen, was es ist, eben .....
chaosimall 22.08.2018
3. Ist doch klar,
Watzke und Zorc wissen nicht mehr weiter. Anstatt zu gehen holen Sie sich einen Berater der ihnen erklärt was sie tun sollen. Das ist doch für beide Seiten gut, Sammer verdient sicherlich gutes Geld ohne unmittelbare Verantwortung, geht es gut wird es zum Teil ihm zugeschrieben, läuft es schlecht ist Watzke schuld. Wutzke und Zorc wiederum bleiben im Amt und haben zumindest die Chance auf Erfolg. Watzke, der mit seiner Selbstherrlichkeit den Weggang Tuchels verschuldet hat sollte endlich gehen und jemandem Platz machen der es kann.
Turbo 22.08.2018
4. Verzwickt
Ein Berater mit Wohnhaft in München, exzellenten Kontakten zum Branchenprimus, unklarer Job Description und einer Nebentätigkeit als TV-Experte sitzt Haut an Haut neben dem Zigarillo rauchenden Manager eines börsennotierten Unternehmens, das wegen Underperformance aus dem S-DAX fliegen wird und jubelt mit ihm innig über den Sieg eines vermeintlichen vom DFB geschenkten Pokalsiegs. Und das alles nach der Akte Özil, einer verkorksten WM und einem Transferfenster, das immer noch ein paar Tage offen hat. Reichlich verzwickt die Angelegenheit. Hier muss dringend Licht ins Dunkle gebracht werden. SPON Forum - bitte übernehmen.
Anna156464641156 22.08.2018
5.
Zur Zeit Hitzfelds mag es normal gewesen sein das ein einziger Mann der alleinige Entscheider in seinem Haus war. Allerdings ist es heutzutage üblich flache Hierarchien zu haben und jede seriöse Firma holt sich externe Strategie- und Unternehmensberater ins Haus. Mir persönlich gefällt die Aufteilung, denn sie macht in meinen Augen Sinn und hoffe, daß das ganze auch bald Früchte tragen wird. Der Auftritt im Pokal lässt noch viel Luft nach oben.
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