Premier League: Cissé boykottiert Trikotsponsor wegen Koran-Gebots

Newcastles Top-Torjäger Papiss Demba Cissé hat einen Boykott gegen den neuen Trikotsponsor seines Vereins angekündigt. Der Senegalese sagt: Die Geschäftspraktiken des Kreditinstituts Wonga sind unvereinbar mit seinem muslimischen Glauben.

Newcastle-Spieler Cissé: Bank-Boykott aus Überzeugung Zur Großansicht
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Newcastle-Spieler Cissé: Bank-Boykott aus Überzeugung

Hamburg - Dass es sich beim Fußball um eine Glaubensangelegenheit handelt, ist wohl unbestritten. Dass ein Profispieler wegen seines Glaubens das Trikot des Arbeitgebers ablehnt, kommt jedoch nicht häufig vor - genau dies passiert aber gerade in der englischen Premier League. Papiss Demba Cissé, Torjäger bei Newcastle United, möchte nicht mit dem Schriftzug des neuen Vereinssponsors Wonga auf der Brust herumlaufen, weil dessen Geschäftspraktiken sich nicht mit seinen muslimischen Überzeugungen vertragen.

Wonga ist ein britisches Kreditinstitut, das seinen Profit aus hohen Zinssätzen auf kleine Kredite für jedermann schlägt. Das laufe seiner Religion zuwider, sagt der Senegalese Cissé, der Koran schreibt in Sure 3 ein Zinsverbot vor. Deshalb könne sich der als sehr gläubig geltende Cissé mit Wonga, was so viel heißt wie "Knete", nicht identifizieren. Seinem Boykott haben sich die muslimischen Teamkollegen Cheik Tioté und Hatem Ben Arfa angeschlossen.

Newcastle hatte Wonga im vergangenen Oktober als Werbepartner gewonnen, der Vertrag soll dem Premier-League-Club in den kommenden vier Jahren rund 9,4 Millionen Euro einbringen. Der frühere Trikotsponsor, an dem sich niemand störte, war mit Virgin Money ebenfalls eine britische Bank.

Es ist nicht der erste Fall, bei dem ein Spieler in einen Konflikt zwischen Werbepartner und Glauben kommt. So hatte Frédéric Kanouté vom FC Sevilla einen Wettanbieter als Trikotsponsor abgelehnt - weil Wettspiele im Koran ebenfalls untersagt sind.

Cissé war vom Bundesligisten SC Freiburg nach England gewechselt, für Newcastle schoss er seit Anfang 2012 26 Tore. Offenbar liebäugelt der 28-Jährige mit einem Wechsel zu einem der ihn umwerbenden Clubs, sollte Newcastle sein Gehalt von über zwei Millionen Euro nicht erhöhen.

psk

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