Gegner über Neymar-Verletzung "Wer so spielt, darf sich nicht beschweren, wenn er getreten wird"

Paris Saint-Germain bangt um Fußballstar Neymar. Der Brasilianer wurde im Pokal so hart gefoult, dass eine alte Verletzung aufgebrochen ist. Selbst Schuld, sagen seine Gegenspieler.

Neymar wird von Moataz Zemzemi gefoult
AFP

Neymar wird von Moataz Zemzemi gefoult


Es lief die 56. Minute im französischen Pokalspiel zwischen Paris Saint-Germain und Racing Straßburg, als Moataz Zemzemi regelrecht Jagd auf PSG-Star Neymar machte. Dreimal trat Zemzemi seinem Gegenspieler in die Beine, bevor der Brasilianer zu Boden ging. Neymar revanchierte sich, indem er den Ball nach dem anschließenden Freistoß über Zemzemis Kopf lupfte. Kurz darauf musste er verletzt ausgewechselt werden.

Paris gewann das Spiel 2:0, doch die Freude über den Einzug ins Pokalachtelfinale wurde durch den Ausfall Neymars getrübt. Erste Untersuchungen ergaben "eine neuerliche schmerzhafte Läsion des fünften rechten Mittelfußknochens", wie PSG bestätigte. Wie lange Neymar ausfallen wird, steht noch nicht fest. Vor einem Jahr hatte er sich einen Haarriss am rechten Fuß zugezogen, musste operiert werden und verpasste in der vergangenen Saison die gesamte Rückrunde.

"Der Doktor ist besorgt, Neymar ist besorgt, weil es derselbe Fuß und dieselbe Stelle ist", sagte PSG-Trainer Thomas Tuchel und beklagte sich, dass sein Superstar nicht besser geschützt wird. "In der Situation wurde er dreimal gefoult, und der Schiedsrichter hat nichts gemacht", so Tuchel. Tatsächlich pfiff der Unparteiische - aber erst, als Neymar nach dem dritten Tritt zu Boden ging.

"Das ist einfach Verhöhnung"

Staßburg-Trainer Thierry Laurey (r.) nahm Neymar nach seiner Auswechslung an der Seitenlinie in Empfang
AFP

Staßburg-Trainer Thierry Laurey (r.) nahm Neymar nach seiner Auswechslung an der Seitenlinie in Empfang

Tuchels Straßburger Trainerkollege Thierry Laurey nahm seine Spieler in Schutz und sprach Neymar eine Mitschuld daran zu, dass er so oft gefoult wird. "Es gibt Momente, in denen man davon ausgehen muss, dass man einen Tritt oder zwei abbekommt, wenn man es zu sehr übertreibt", sagte Laurey. "Ich habe meinen Spieler nicht gesagt, dass sie Neymar treten sollen, aber ich verstehe, dass sie genug davon haben, bloßgestellt und provoziert zu werden."

Als Beispiel gab er an, dass Neymar - im Gegensatz zu anderen Spitzenspielern - in Situationen mit der Hacke spiele, in denen das nicht notwendig sei. "Das ist dann einfach Verhöhnung", sagte Laurey. "Wenn Neymar so was gegen Manchester United macht, wird er dieselbe Reaktion bekommen. Das sollte niemanden überraschen." Am 12. Februar trifft PSG im Achtelfinalhinspiel der Champions League auf die Red Devils.

Straßburgs Mittelfeldspieler Anthony Gonçalves sagte: "Das ist Neymars Stil. Wer so spielt, darf sich nicht beschweren wenn er getreten wird. Er ist ein großartiger Spieler, ich respektiere ihn. Wenn er Spaß daran hat, soll er es machen, darf hinterher aber nicht quengeln."

mmm/sid

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insgesamt 95 Beiträge
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Seite 1
isi-dor 24.01.2019
1.
Ein Handballer wäre vermutlich aufgestanden und hätte weiter gespielt. Auf jeden Fall wäre er nicht als Heulsuse vom Feld geschlichen.
Chris CNX 24.01.2019
2.
Nur weil der Gegenspieler technische Fähigkeiten hat, die man selber nicht hat fühlt man sich provoziert und darf ihn ins Krankenhaus treten? Seltsame Einstellung.
milhouse_van_h. 24.01.2019
3.
Auch wenn er natürlich so spielen darf, sollte er sich hinterfragen, welchen Sinn das hat. Jens Lehmann sollte auch kurz vor Ende einen Elfmeter zum vermeindlichen 13:0 gegen San Marino schießen. Gedurft hätte er das auch, aber gut dass er vor dieser Respektlosigkeit bewahrt wurde, wenn auch erst durch das Eingreifen der gegnerischen Spieler.
Prussia Culé 24.01.2019
4. Unfair & unverständlich
"ich verstehe, dass sie genug davon haben, bloßgestellt und provoziert zu werden" Ich habe keinerlei Verständnis für Spieler, die einen anderen gleich mit Absicht umtreten und dabei verletzen wollen, nur weil sie getunnelt wurden oder man mit einem Rainbow Flick sie ausgetrickst hat; abgesehen davon, dass es per se keine Provokation sein muss. Und selbst selbst wenn, so unfair reagiert man nicht. Außer man hat eine zu kurze Reizleitung oder hat seltsame Vorstellungen von Sportsgeist.
Jab69 24.01.2019
5.
Neymar darf sich also nicht beschweren, wenn er gefoult wird weil er besser ist? Ich hasse Schwalben so sehr wie jeder andere, aber es ist auch manchmal wirklich grenzwertig wie Neymar oder auch Mbappé gefoult werden.
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