Guardiola-Kritik am Premier-League-Spielplan "Wir werden die Spieler umbringen"

Vier Spiele in elf Tagen: Manchester City dominiert zwar weiter die Premier League, hat aber zunehmend Verletzungssorgen. Trainer Pep Guardiola sorgt sich um seine Stars.

Pep Guardiola (r.)
REUTERS

Pep Guardiola (r.)


Während die Fußball-Bundesliga noch bis zum 13. Januar pausiert, rollt in England auch rund um den Jahreswechsel der Ball - und zwar fast täglich. Zu oft, sagt zumindest Pep Guardiola. Die vielen Einsätze gefährdeten die Gesundheit der Spieler, beklagte der Trainer von Manchester City nach dem 3:1-Erfolg seines Teams gegen Watford.

Der Tabellenführer hatte sowohl am Sonntag als auch am Dienstag antreten müssen, Angreifer Gabriel Jesus sich am Silvesternachmittag im Spiel bei Crystal Palace eine Knieverletzung zugezogen. Der Brasilianer wird vier bis sechs Wochen fehlen. "Jeder hat in den vergangenen Wochen gesehen, wie viele Verletzungen die Spieler haben", sagte Guardiola. "Wir werden sie umbringen."

Der ehemalige Coach der Münchner forderte die Verbandsbosse zum Umdenken auf. "Es ist nicht normal, am 31. zu spielen und zwei Tage darauf schon wieder. Ich sage nicht, man solle den Boxing Day abschaffen, diese großartige Tradition. Aber es ist eben nicht Basketball oder Tennis - die Spieler brauchen Erholung."

Mit Kevin De Bruyne und Kyle Walker hatten sich zwei weitere City-Spieler während des Festtagsmarathons leicht verletzt. Guardiola hatte sich am Wochenende bereits über die harte Gangart im englischen Fußball beschwert. "Ich bewundere die Körperlichkeit in der Premier League, aber die Schiedsrichter müssen die Spieler schützen ", sagte der 46-Jährige: "Ich weiß, dass hier mehr Kontakt erlaubt ist als in jedem anderen Land, aber es gibt eine Grenze."

chh/Reuters/sid



insgesamt 17 Beiträge
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sametime 03.01.2018
1. Mehr Spieler einkaufen
Vereine, die zig Millionen für neue Spieler und Spielergehälter übrig haben, können doch gerne ihren Kader erweitern. Das senkt dann vielleicht auch die völlig überzogenen Preise und Gehälter. Der Verein hat es also selbst in der Hand.
Pela1961 03.01.2018
2. Vielleicht
merkt er ja jetzt, dass er in England die Spieler noch mehr kaputt macht als in Deutschland, wenn er sie zu schnell wieder spielen lassen will. Er mag ein sehr sehr guter Trainer sein, aber in dem Bereich muss er glaube ich noch lernen, dass er mit Menschen und nicht mit Maschinen zu tun hat.
bansky 03.01.2018
3. Völlig an der Realität vorbei
Kauft mehr Spieler, zahlt weniger, überdenkt das Spielsystem...aber zweimal die Woche 90 Minuten auf dem Platz zu stehen, ist zwar Hochleistungssport, aber völlig im Rahmen (inkl. Training, Regeneration etc.). Erklärt die Erschöpfung mal denjenigen, die für ein knapp vierstelliges Gehalt am Band arbeiten.
kaischek 03.01.2018
4. Echt fies
Hu, da hat´s hier wieder ein paar Foristen, die meinen, Spieler und Trainer verdienten schließlich genug, um bei unnötigen Verletzungen die Klappe zu halten. Das ist jetzt wenig überraschend. Und ja, sie haben sich die englische Premier League auch deswegen ausgesucht, weil man hier zum Weltstar werden kann. Doch Übermüdungen führen zu Verletzungen. Diese wären vermeidbar, wenn das Interesse des Sportlers im Vordergrund stünde. So weit, so klar. Dass ausgerechnet der Pep sich darüber beschwert, der es bei den Bayern kaum abwarten konnte, bis ein vereinseigenes Millionen-Investment wieder auf den Beinen war, ist für mich jetzt die echte Überraschung. Hier stehen die Interessen des Geldes gegen das gesundheitliche Interesse des Individuums. Und wie eine solche Interessenkollision entschieden wird, weiß ich schon seit der Geburt des Manchester-Kapitalismus in England. Die Klage hätte sich Herr Guardiola sparen können. Etwas Mediengetöse und Schwamm drüber. Die paar Jungstars werden sich weiterhin zu Krüppeln spielen müssen.
BettyB. 03.01.2018
5. Falsch gejammert?
Es gibt nicht zu viele Termine, sondern zu wenig einsetzbare Spieler. Rotationsvorgaben würden die Sache nicht nur für die Spieler erleichtern, sondern auch für die Zuschauer interessanter machen. Beispiel: Spieler dürfen nur zweimal innerhalb von drei Tagen spielen und müssten dann fünf Tage pausieren. Da würden sich viele Fussblltalente freuen, in den ersten Ligen zu spielen und die Trainer müssten für ihr Geld nachdenken, um jeweils eine möglchst gute Mannschaft aufs Feld zu bringen.
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