Guardiola zur Thiago-Behandlung "Vielleicht war das ein großer Fehler"

Zum dritten Mal in einem halben Jahr ist Bayerns Thiago am Innenband verletzt. Nun gibt Trainer Guardiola erstmals zu, dass die Behandlung bei einem spanischen Arzt falsch gewesen sein könnte.


Hamburg - Die Diskussion über den erneuten Innenbandanriss von Bayerns Mittelfeldspieler Thiago Alcántara gewinnt an Fahrt. Wie kann es sein, dass der 23-Jährige innerhalb weniger Monate dreimal die gleiche Verletzung erleidet? Gab es Probleme bei der medizinischen Betreuung? Der Münchner Trainer Josep Guardiola hat nun erstmals mögliche persönliche Fehler bei der Therapie Thiagos eingeräumt.

Der Coach hatte den Fußballprofi im Frühjahr auf dessen Wunsch und entgegen dem Rat der Vereinsärzte zur Behandlung zu dem Mediziner Rámon Cugat nach Barcelona geschickt. "Wir haben großes Vertrauen in diesen Arzt", sagte der frühere Barça-Trainer. "Vielleicht war das ein großer Fehler." Unter der Woche erlitt Thiago erneut einen Teilriss des Innenbands im rechten Knie, weil die alte Verletzung nach Vereinsangaben nicht ausgeheilt war; Thiago habe unter einer "Narbeninsuffizienz" gelitten. Er muss noch einmal operiert werden und fällt wieder aus.

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Bayerns Thiago: Wieder verletzt, wieder OP
Allerdings betonte Guardiola, in den vergangenen Wochen und Monaten in Absprache mit dem Team beim deutschen Rekordmeister inklusive Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt alles getan zu haben, "um den richtigen Weg zu gehen". Er sagte: "Niemand weiß den genauen Grund, warum sich Holger Badstuber oder Thiago wieder verletzt haben." Wichtig sei jetzt, "dass er eine gute Behandlung hat. Es wird gut, ich bin sicher".

Immerhin gab es erfreuliche Nachrichten von Franck Ribéry. Der 31 Jahre alte Franzose steht nach überstandener Patellasehnenreizung im linken Knie gegen Werder Bremen (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) vor seiner Rückkehr. "Er hat zwei Trainingseinheiten gemacht und keine Schmerzen. Das ist eine Supernachricht", sagte Guardiola, der aber neben Thiago weiter auf Badstuber, Javier Martínez und Bastian Schweinsteiger verzichten muss.

psk/dpa/sid

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insgesamt 11 Beiträge
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prince62 17.10.2014
1. Hat sich bis Spanien wohl noch nicht rumgesprochen,
Tja Pep, es sollte sich auch bis nach Spanien rumgesprochen haben, daß Dr. Müller-Wohlfarth in Sportlerkreisen der ganzen Welt nur die besten Beurteilungen kriegt, denn aus der ganzen Welt kommen Sportler nach München zur Behandlung und Begutachtung.
TS_Alien 17.10.2014
2.
Was wird denn zugegeben? Gar nichts. Aussagen mit vielleicht bedeuten nichts. Den Wunderarzt gibt es nicht (das nur zum ersten Beitrag). Jeder Patient ist anders. Und manche Sportler sind einfach nicht gemacht für den Profisport. Die verletzen sich ständig.
der_ba_be 17.10.2014
3.
Das Kortison bei Sportlern Mittel- und langfristig kontraproduktiv sein kann, weiß man bei Bayern seit Matthäus' Achillessehnenriss. Ich will nicht sagen das deswegen der Mull nicht vielleicht auch gelegentlich dazu greift. Aber wie so oft, die Dosis macht das Gift, bzw. die Dauer der Anwendung (im Falle Matthäus). Schlussendlich bleibt nur Daumen drücken.
genaumeinding 17.10.2014
4. Kein lernen aus Fehlern
Seit Fuentes ist bei spanischen Aerzten Vorsicht geboten. Klinsmann sägte Sepp Meier ab. Man sollte dem Pep sich entgegenstellen, wenn er gleiches mit Mueller Wohlfahrt vorhat.
der_ba_be 17.10.2014
5. @genaumeinding
Das stimmt so nicht ganz... JK hat Sepp Maier in der NM abgesägt. bei Bayern hat sich Sepp Maier zufällig unmittelbar vor JKs Amtsantritt aufs Alzenteil zurückgezogen...
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