Bochum-Trainer Neururer "Freizeit war Stress für mich"

Peter Neururer kehrt überraschend in den Profifußball zurück. Der 57-Jährige wird neuer Trainer des abstiegsbedrohten Zweitligisten VfL Bochum. Im Interview spricht Neururer über seine Liebe zum VfL, seine neue Aufgabe und den Moment, der sein Leben auf den Kopf stellte.

Bochum-Coach Neururer (Archivbild): "Ich habe keine Hundertstelsekunde gezögert"
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Bochum-Coach Neururer (Archivbild): "Ich habe keine Hundertstelsekunde gezögert"


Frage: Herr Neururer, nach dreieinhalb Jahren haben Sie im Profifußball eine neue Aufgabe gefunden. Wahrscheinlich haben Sie blitzschnell zugesagt, oder?

Neururer: Ich habe keine Hundertstelsekunde gezögert. Das ist der VfL Bochum! Das ist ein Verein, für den ich in jeder Situation alles tun würde. Ich habe immer gesagt: Es gibt drei Vereine, für die ich alles tue. Und der VfL Bochum gehört definitiv dazu.

Frage: Ihre neue Aufgabe ist eine klassische für einen "Feuerwehrmann". Sechs Spieltage vor dem Saisonende ist der VfL Tabellen-16. - das würde den Gang in die Relegation bedeuten.

Neururer: Ich habe schon viel gemacht als Trainer, aber das ist wahrscheinlich die schwierigste Aufgabe, die ich je hatte. Der VfL ist in einer traurigen Lage. Es wäre sicherlich schöner, in einer anderen Situation zurückzukehren. Aber so ist es eben.

Frage: Sie haben Bochum bereits von 2001 bis 2005 trainiert, den Club beinahe in den Uefa-Cup geführt. Am Ende war Ihr Name mit dem Bundesliga-Abstieg verbunden. Schmerzt Sie das heute noch?

Neururer: Das ist schade, dass ich beim VfL noch mit einer misslichen Situation verbunden werde. Nach dem Abstieg 2005 hätte ich ja noch einen Vertrag bis 2007 gehabt.

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Frage: Es bleibt wenig Zeit bis zum nächsten Spiel. Am Sonntag trifft Ihre neue Mannschaft auf Energie Cottbus. Was kann ein Trainer tun, der kurz vor Saisonende ein völlig verunsichertes Team übernimmt?

Neururer: Ich kann nur arbeiten, arbeiten, arbeiten. Und das so schnell wie möglich.

Frage: Vor zehn Monaten haben Sie wahnsinniges Glück gehabt, Sie überlebten einen Herzinfarkt. Nun stürzen Sie sich in den Stress, in den Abstiegskampf. Sehen Sie keine Gefahren?

Neururer: Nein. Von dem Herzinfarkt hatte ich mich schon nach vier Wochen erholt. Das Einzige, was ich noch davon merke, ist: Ich bin fitter geworden. Und ich rauche nicht mehr. Diese Freizeit, die war für mich Stress in den letzten Jahren.

Frage: Dennoch: Dass ein Trainer so kurz nach einer lebensbedrohlichen Situation wieder auf der Bank sitzt, ist etwas Besonderes.

Neururer: Mein Engagement ist ja nicht nur wegen des Herzinfarkts außergewöhnlich - es ist sowieso außergewöhnlich, sich da freiwillig reinzustürzen in dieser Lage. Aber ich mache es gerne. Ich habe ja lange genug auf eine Chance gewartet.

aufgezeichnet vom sid



insgesamt 17 Beiträge
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ewus04 08.04.2013
1. Welcome back....
Mach et Pedda...... Endlich mal wieder ein Original in der Liga.....
olomow 08.04.2013
2. Pedder
Schön, dass Du wieder da bist!
Shivon 08.04.2013
3.
Ich hoffe, dass der Peter meinen VFL retten kann...
david-mohai 08.04.2013
4. Jetzt gehts aufwärts!
Peter Neuru(h)rer ist ein absolut fussballverrückter Fachmann mit einer eigenen, aber sehr positiven Ausstrahlung, der das Mitreißen auf emotionale Weise zum Kern seines Wirkens gemacht hat! Er kann wieder Identifikationsfigur werden und dem Verein Charisma und Schwung zurückgeben, wie er es bereits bei den größten Erfolgen des VfL bis 2004/5 getan hat. Wenn er es gesundheitlich noch packt, dann kann er eine Euphoriewelle erzeugen, die riesig ist! Auf gehts Peter
schlemo 08.04.2013
5. Ihr Armen....
wenn man sich auf Peter den Schwätzer verlassen muß hat man schon verloren. Schade für Bochum. Der Typ war nicht umsonst raus aus dem Geschäft. Jetzt kann ewr seine Unfähigkeit noch mals unter Beweis stellen.
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