Für Gleichstellung von Frauen im Sport Weltrekordspiel auf dem Kilimandscharo

Petra Landers war in den Achtzigerjahren eine Pionierin des Frauenfußballs in Deutschland. Nun tritt sie zu einem Spiel in einer Höhe von über 5700 Meter an, um gegen die Diskriminierung von Frauen im Sport zu kämpfen.

Petra Landers
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Petra Landers


Die ehemalige deutsche Fußballnationalspielerin Petra Landers bricht am morgigen Mittwoch zu einem mutigen Projekt auf. Die 55-Jährige aus Bochum will als älteste Teilnehmerin in knapp zwei Wochen mit rund 30 anderen Fußballerinnen aus 20 Ländern auf dem Kilimandscharo in Tansania einen ungewöhnlichen Rekordversuch starten. Auf dem höchsten Berg Afrikas (5895 Meter) wollen zwei Teams ein Spiel über 90 Minuten austragen.

"Ich habe sofort zugesagt, weil es für eine gute Sache ist. Es steckt ja ein Sinn dahinter", sagt Landers. Nie zuvor gab es ein Match in so großer Höhe, weder bei Frauen noch bei Männern. "Wir spielen etwas unterhalb des Gipfels, auf 5730 Metern", erzählt Landers weiter. "Einen Fußballplatz gibt es da natürlich nicht. Den müssen wir vorher selbst bauen."

Auch die Tore müssen von Trägern hinaufgebracht werden. Wenn der Zeitplan aufgeht, soll das Spiel am 25. Juni stattfinden. Gut drei Monate hat sich Landers körperlich auf das Unternehmen vorbereitet. Ihr Trainingsgelände war der heimische Tippelsberg in Bochum, eine vor Jahren begrünte Bauschutthalde, exakt 150 Meter über Meereshöhe.

Das waghalsige Projekt auf den Weg gebracht hat die Initiative "Equal Playing Field" (EPF), die sich weltweit für die Gleichstellung von Mädchen und Frauen im Sport, insbesondere im Fußball, einsetzt.

Gemeinsam wollen die Fußballerinnen mit der spektakulären Aktion ein Zeichen setzen gegen Diskriminierung und für die gleichen Rechte von Mädchen und Frauen im Fußball, vor allem in Ländern der Dritten Welt.

Landers war als aktive Spielerin maßgeblich daran beteiligt, Frauenfußball in Deutschland in die Gesellschaft zu integrieren. Sie stand bei der offiziellen Länderspielpremiere der deutschen Frauen 1982 gegen die Schweiz in der DFB-Startelf, wurde 1989 bei der ersten EM-Teilnahme eines DFB-Teams Europameisterin und feierte insgesamt vier Meistertitel mit Bergisch Gladbach. Zudem engagiert sich Landers seit Jahren für den weiblichen Fußballnachwuchs in Sambia.

krä/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Rosenhag 13.06.2017
1.
Es sollte sofort eine verbindliche Quotenregelung in der Fußballbundesliga eingeführt werden.
The Restless 13.06.2017
2. Vorsicht
Die 3-monatige Vorbereitung könnte in La Paz (Bolivien) stattfinden, sicher aber nicht auf 150 Meter. Es wäre sehr gefährlich, sich auf 5000+ Meter Höhe zu begeben, und dort auch noch Sport zu treiben. Es muss ein langfristiges Höhentraining erfolgen, andernfalls: Finger weg, das wäre lebensgefährlich!
foolbar 13.06.2017
3.
Zitat von RosenhagEs sollte sofort eine verbindliche Quotenregelung in der Fußballbundesliga eingeführt werden.
Vielleicht einfach mal vorher den Artikel lesen, bevor man hier losfrotzelt. Es geht eben nicht um die BuLi, irgendwelchen Gehaltswünschen etc. Die Spielerinnen wollen darauf aufmerksam machen, dass in vielen Ländern der Erde Frauen den Männern nicht gleichgestellt werden in ihren Rechten, wie wir sie gottlob in Deutschland haben, sondern immer noch in ihren Freiheiten unterdrückt werden. Also ein Spiel mit einem Ziel, das aller Ehren wert ist.
Plasmabruzzler 13.06.2017
4.
Wer Leistungssport in dieser Höhe betreiben möchte, muss sich sehr gut vorbereiten, sonst hält man dort keine 10 Minuten durch. Da ein Spiel über 90 Minuten geht und man schon in Höhe des Meeresspiegels da gehörig außer Puste sein kann, sollte das Training dementsprechend sein. Aber wo eine Diskriminierung im Sport, insbesondere Fußball, stattfinden soll, muss mir erst jemand erklären. Es leuchtet doch jedem ein, dass Frauen z. B. im Gewichtheben nicht so leistungsfähig sind wie Männer - auch wenn sie sehr eisern trainieren. Ein untrainierter Mann schafft für gewöhnlich ein paar Klimmzüge, eine sportliche Frau evtl. keinen einzigen oder nur ganz wenige. Diskriminierung (= Unterscheidung) hat in diesem Fall einen Sinn und sollte nicht ins negative Licht gerückt werden. Da Fußball eine körperbetonte Sportart ist, spielen Männer und Frauen für gewöhnlich getrennt.
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